StĂ€dtetag drĂ€ngt auf RĂŒckzug der Pflegereform
05.06.2026 - 01:00:00 | dts-nachrichtenagentur.deDie Kommunen fĂŒhrten seit Monaten intensive GesprĂ€che mit Bund und LĂ€ndern, wie sie von den Sozialausgaben entlastet werden können, erinnerte Jung. Die StĂ€dte und Gemeinden zahlten zu 100 Prozent die sogenannte Hilfe zur Pflege fĂŒr PflegebedĂŒrftige. Diese koste die Kommunen inzwischen mehr als 5 Milliarden Euro pro Jahr, Tendenz drastisch steigend. Nach Berechnungen des kommunalen Spitzenverbands sind die Ausgaben fĂŒr die Hilfe zur Pflege in den Jahren 2014 bis 2024 um 51 Prozent von 3,5 auf 5,3 Milliarden Euro gestiegen.
"Der Entwurf aus dem Gesundheitsministerium entlastet jetzt zwar die gesetzlichen Pflegekassen, bĂŒrdet den Kommunen aber noch einmal weitere Milliardenlasten auf", kritisierte der SPD-Politiker. Mögliche Entlastungen fĂŒr die Kommunen seien hingegen in den PlĂ€nen nur angedeutet. "Da hilft auch kein Nachbessern des Entwurfs im Detail", sagte Jung. "Dieser Entwurf muss komplett vom Tisch."
Ziel der Reform ist es, die Einnahmen der Kassen zu erhöhen und stark steigende BeitrĂ€ge fĂŒr Versicherte zu vermeiden. Zum einen soll die Beitragsbemessungsgrenze erhöht werden, so dass Besserverdienende stĂ€rker belastet werden. Zum anderen soll der Beitragssatz fĂŒr Kinderlose um 0,1 Prozentpunkte auf insgesamt 0,7 Beitragssatzpunkte angehoben werden. Bei der beitragsfreien Mitversicherung von Ehepartnern sollen EinschrĂ€nkungen Ă€hnlich wie bei der Krankenversicherung kommen.
Insgesamt sollen durch die Pflegereform im ersten Jahr etwa elf Milliarden Euro eingespart werden. Bis 2030 werden die möglichen Einsparungen laut Entwurf auf rund 20,3 Milliarden Euro geschĂ€tzt. Das Kabinett soll die PlĂ€ne noch vor Beginn der Sommerpause im Juli beschlieĂen. Der GroĂteil der ReformmaĂnahmen soll zum Jahreswechsel in Kraft treten.
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