Integration, Parteien

Volkshochschulen: Regierung demontiert Integrationskurse

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 00:01 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de

Der verschĂ€rfte Sparkurs der Bundesregierung bei Integrationskursen löst Ärger unter TrĂ€gern aus."Statt endlich die dringend benötigten Mittel fĂŒr die Sicherung der Integrationskurse auf den Weg zu bringen, bewegt sich die Regierung mit ihren PlĂ€nen weiter auf einem besorgniserregenden Kurs", sagte DDV-Verbandsdirektorin Julia von Westerholt der "SĂŒddeutschen Zeitung".

Volkshochschulen: Regierung demontiert Integrationskurse
Kabinettssitzung (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
"Mit einer erneuten KĂŒrzung des Budgets treibt sie die Demontage der Integrationskurse voran und riskiert, eines der erfolgreichsten Integrationsinstrumente systematisch kaputtzusparen."

Die SparplĂ€ne des Innenministeriums reichen demnach weiter als den TrĂ€gern der Kurse bislang klar war. Laut Volkshochschulverband liegt die im Haushalt vorgesehene Summe von 590 Millionen Euro noch zehn Prozent unter der bislang bekannten Finanzplanung. Damit seien die Integrationskurse "weder in diesem noch im kommenden Jahr ausreichend finanziert". Das schwĂ€che "den gesellschaftlichen Zusammenhalt und gefĂ€hrdet die FachkrĂ€ftesicherung in unserem Land", warnt der Verband und kĂŒndigt Widerstand an. "Das nehmen wir so nicht hin", sagte Westerholt.

Auch in der SPD wĂŒnschen sich Abgeordnete Nachbesserungen. "Wer mehr Menschen in Arbeit haben will, muss sich fĂŒr Integrationskurse einsetzen", sagte der Innenpolitiker Hakan Demir der SZ. "Bis in den November hinein werden wir deshalb um jeden Euro kĂ€mpfen und Kompromisse finden", so Demir. "Die auskömmliche Finanzierung von Integrationskursen ist nicht nur ein Ziel der SPD, sondern auch der Union: Wir haben uns dazu im Koalitionsvertrag verstĂ€ndigt. Der Haushaltsentwurf bildet das noch nicht ab."

In der Opposition fĂ€llt die Kritik noch schĂ€rfer aus. Anstatt die realen Bedarfe aus den letzten Jahren abzudecken, "stellt Innenminister Dobrindt nur mehr knapp 600 Millionen Euro bereit", sagte der GrĂŒnen-Abgeordnete Leon Eckert der SZ. "Damit wird vielen tausenden integrationswilligen Personen der Zugang zum Spracherwerb verwehrt."

Das Bundesinnenministerium von Alexander Dobrindt (CSU) deutet derweil an, dass zumindest im nĂ€chsten Jahr etwas mehr Geld zur VerfĂŒgung stehen könnte. Zwar sehe der Haushaltsansatz fĂŒr das kommende Jahr 590 Millionen Euro vor. Hinzu aber könnten "Ausgabereste" kommen, die aus diesem Jahr zu erwarten seien. Eine dauerhafte Lösung wĂ€re das allerdings nicht. Über die möglichen KĂŒrzungen wird in der Koalition schon seit Monaten gerungen. Erst im Mai hatten sich Union und SPD eigentlich auf einen Kompromiss geeinigt, damals aber keine konkreten KĂŒrzungsplĂ€ne genannt.

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