Pistorius: «alle dĂŒrfen selbstverstĂ€ndlich verreisen»
07.04.2026 - 19:46:47 | dpa.deVerteidigungsminister Boris Pistorius will nach Berichten ĂŒber eine Genehmigungspflicht fĂŒr lange Auslandsreisen wehrfĂ€higer MĂ€nner umgehend Klarheit schaffen. Noch in dieser Woche werde eine Ausnahme von der Genehmigungspflicht durch eine Verwaltungsvorschrift erlassen, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Er wolle dabei vor allem unnötige BĂŒrokratie vermeiden.Â
«Derzeit Ă€ndert sich fĂŒr die MĂ€nner nichts: Ob 17 oder 45 Jahre oder dazwischen - alle dĂŒrfen selbstverstĂ€ndlich verreisen und brauchen derzeit dafĂŒr auch keine Genehmigung», sagte Pistorius. Und: «Ein lĂ€ngerer Auslandsaufenthalt muss also auch nicht angezeigt werden. DafĂŒr sehen wir eine Ausnahme von der im Gesetz grundsĂ€tzlich angelegten Meldepflicht vor.»
Als Grund nannte er, dass der neue Wehrdienst freiwillig sei. Niemand werde gegen seinen Willen eingezogen. «DafĂŒr habe ich mich innerhalb der Koalition erfolgreich eingesetzt. Folglich kommen wir derzeit nicht in die Lage, auf jemanden zurĂŒckgreifen zu mĂŒssen, der nicht verfĂŒgbar ist. Unser neuer Wehrdienst soll so attraktiv sein, dass dies auch möglichst lange so bleibt», sagte Pistorius. Dienstleistungspflichtige Reservistinnen und Reservisten seien aber angehalten, UmzĂŒge anzeigen.
Rechtsgrundlage ist das neue Wehrdienstgesetz
Mit Bezug zu dem neuen Wehrdienstgesetz war kritisiert worden, dass sich grundsĂ€tzlich alle MĂ€nner im Alter von 17 bis 45 Jahren Auslandsaufenthalte von mehr als drei Monaten von der Bundeswehr genehmigen lassen mĂŒssten. Das Bundesverteidigungsministerium hatte dazu erklĂ€rt, es werde durch Verwaltungsvorschriften klargestellt, dass die Genehmigung als erteilt gelte, solange der Wehrdienst freiwillig sei.
Das sogenannte Wehrdienst-Modernisierungsgesetz trat zum 1. Januar in Kraft. Kern ist die verpflichtende Musterung fĂŒr junge MĂ€nner ab dem Jahrgang 2008. So sollen Freiwillige fĂŒr einen Ausbau der Truppe von zuletzt mehr als 180.000 MĂ€nnern und Frauen um 80.000 auf 260.000 aktive Soldaten rekrutiert werden.
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