Israel, Justiz

Netanjahu bittet um Begnadigung durch israelischen PrÀsidenten

30.11.2025 - 14:06:37

Der wegen Korruption angeklagte israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hat bei PrÀsident Jitzchak Herzog offiziell um seine Begnadigung gebeten.

In einer am Sonntag veröffentlichten Videobotschaft erklĂ€rte Netanjahu, dass der Prozess das Land spalte und eine Begnadigung zur "nationalen Einheit" beitragen wĂŒrde. Er fĂŒgte hinzu, dass die dreimal wöchentliche Anwesenheitspflicht vor Gericht seine FĂŒhrungsfĂ€higkeit beeintrĂ€chtige. Das BĂŒro von Herzog teilte mit, dass das Gesuch "außergewöhnlich" und mit "bedeutenden Implikationen" verbunden sei. Der PrĂ€sident werde die Bitte verantwortungsvoll prĂŒfen und dabei relevante Behörden im Justizministerium konsultieren.

Zuvor hatte US-PrĂ€sident Donald Trump in einem Brief an Herzog gefordert, Netanjahu vollstĂ€ndig zu begnadigen, da dieser sich stets fĂŒr Israel eingesetzt habe. OppositionsfĂŒhrer Yair Lapid forderte den israelischen PrĂ€sidenten unterdessen auf, dem Antrag nicht nachzugeben. "Man kann ihm keine Begnadigung gewĂ€hren, ohne dass er seine Schuld eingesteht, Reue zeigt und sich sofort aus dem politischen Leben zurĂŒckzieht", sagte er. Das Verfahren gegen Netanjahu, das 2020 begann, ist noch nicht abgeschlossen. Er hat sich in allen Anklagepunkten, darunter Bestechung und Betrug, fĂŒr nicht schuldig erklĂ€rt. Er wurde 2019 in drei FĂ€llen angeklagt, darunter der Vorwurf, fast 700.000 Schekel an Geschenken von GeschĂ€ftsleuten angenommen zu haben. In seinem Brief an Herzog, in dem er um Begnadigung bittet, gesteht Netanjahu keine Schuld ein und entschuldigt sich auch nicht fĂŒr etwaiges Fehlverhalten.

@ dts-nachrichtenagentur.de