Holocaustüberlebende Henriette Kretz warnt in Magdeburg vor der AfD
Veröffentlicht am: 06.09.2026 um 13:41 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDie Holocaustüberlebende Henriette Kretz hat vor einem Erstarken der AfD gewarnt. Die 91-Jährige sprach am Samstag auf dem Domplatz in Magdeburg vor mehreren Tausend Menschen, eingeladen vom Bistum Magdeburg.
Auftritt in Magdeburg
Kretz war aus Antwerpen angereist, um in Sachsen-Anhalt über ihre Erfahrungen zu sprechen. Sie stellte klar, dass sie keine Wahlempfehlung geben wolle, sondern von dem berichten wolle, was sie erlebt habe.
Warnung vor Ausgrenzung
Die Holocaustüberlebende warnte davor, Menschen in Gruppen einzuteilen und ihnen unterschiedliche Wertigkeit zuzuschreiben. Sie äußerte zudem Sorge über das Erstarken des Rechtsextremismus nicht nur in Europa, sondern weltweit.
Biografischer Hintergrund
Kretz verlor als Neunjährige ihre Eltern während der nationalsozialistischen Verfolgung. Eine katholische Nonne versteckte sie anschließend und rettete ihr das Leben.
Henriette Kretz tritt mit ihrer Warnung vor einem Erstarken der AfD in Sachsen-Anhalt als persönliche Zeitzeugin auf und verbindet den Wahlkampf mit der Erinnerung an die nationalsozialistische Verfolgung. Gerade solche Auftritte prägen den politischen Endspurt, weil sie das abstrakte Thema Rechtsextremismus in eine konkrete historische Erfahrung übersetzen.
Historische Dimension
Die Aussage der 91-Jährigen erhält Gewicht durch ihre Biografie: Sie verlor als Kind ihre Eltern, überlebte dank einer katholischen Nonne und spricht nun öffentlich über die Folgen von Ausgrenzung und Entmenschlichung. Damit verweist sie auf ein Argument, das im deutschen Wahlkampf regelmäßig eine Rolle spielt: Parteien und Bewegungen werden nicht nur an Programmen gemessen, sondern auch daran, welche gesellschaftlichen Bilder sie befördern.
Bedeutung für Sachsen-Anhalt
Für Sachsen-Anhalt ist die Warnung deshalb mehr als ein symbolischer Auftritt. Das Land gilt seit Jahren als politisches Terrain, in dem die AfD besonders mobilisierungsstark ist, weshalb Hinweise auf rechtsextreme Entwicklungen dort eine hohe Resonanz entfalten. Der Verweis auf den Domplatz und die Beteiligung vieler Menschen zeigt zugleich, dass das Thema über den kirchlichen Rahmen hinaus breite öffentliche Aufmerksamkeit erhält.
Politische Wirkung
Im weiteren Wahlkampf dürfte die Mobilisierung über historische Vergleiche und Appelle gegen Hass weiter an Bedeutung gewinnen. Solche Interventionen ersetzen keine sachpolitische Debatte, können aber die Wahrnehmung verschieben und Unentschlossene daran erinnern, dass es bei Wahlen auch um die Grenzen demokratischer Toleranz geht.
