Kabinett, Hafenstrategie

Kabinett beschließt Hafenstrategie

20.03.2024 - 12:19:20

Die Bundesregierung hat die schon lÀnger geplante Nationale Hafenstrategie beschlossen.

Das Kabinett stimmte am Mittwoch der Vorlage aus dem Bundesverkehrsministerium zu. Die Strategie beinhaltet nach Angaben des Ressorts von Minister Volker Wissing (FDP) gemeinsame strategische Ziele zur StĂ€rkung der HĂ€fen sowie etwa 140 operative Maßnahmen, mit denen diese Ziele erreicht werden können. Zu den Zielen gehören unter anderem die StĂ€rkung der WettbewerbsfĂ€higkeit des Hafenstandorts Deutschland, die Entwicklung der HĂ€fen zu "nachhaltigen Knotenpunkten" der Energiewende und Drehkreuzen fĂŒr die Verkehrsverlagerung, die "zukunftsfĂ€hige Gestaltung" der digitalen Transformation und die Bereiche Ausbildung und BeschĂ€ftigung sowie Ausbau und Erhalt der Verkehrs- und Kommunikationsinfrastruktur.

Im nĂ€chsten Schritt werde der "Umsetzungsprozess" eingeleitet, hieß es. "Die vielen unterschiedlichen Interessen der einzelnen HĂ€fen, Umwelt- und WirtschaftsverbĂ€nde unter einen Hut zu bringen, war eine große Aufgabe", sagte Wissing. Herausgekommen sei ein Kursbuch mit knapp 140 konkreten Maßnahmen, "die Lösungswege fĂŒr die drĂ€ngendsten Herausforderungen der HĂ€fen aufzeigen - von den großen Chancen der Digitalisierung ĂŒber knappe FlĂ€chen, FachkrĂ€fte und Mittel". Der Minister fĂŒgte hinzu, dass der Bund zur "gemeinsamen Verantwortung fĂŒr die HĂ€fen" stehe. "Dazu zĂ€hlt auch die Frage der angemessenen Beteiligung des Bundes an den Kosten der LĂ€nder." Mit dem gemeinsamen VerstĂ€ndnis der Hafenstrategie könne man nun daran arbeiten, "die hohen Investitionen zu verstetigen und Planungen zu beschleunigen", so der FDP-Politiker. Kritik an der Hafenstrategie kam aus der Union: "Seit zwei Jahren wartet die deutsche Wirtschaft auf die lĂ€ngst versprochene nationale Hafenstrategie und wird jetzt von der Ampelkoalition bitter enttĂ€uscht", sagte der hafenpolitische Sprecher und Obmann der Unionsfraktion im Verkehrsausschuss des Bundestages, Christoph Ploß. Weder ein finanziell hinterlegtes Bekenntnis des Bundes zur volkswirtschaftlichen Bedeutung der SeehĂ€fen noch ein dringend benötigtes Maßnahmenpaket fĂŒr schnelleres Planen und Bauen hĂ€tten es in das Papier der Ampelkoalition geschafft. "Allein mit schönen Worten kann man aber keine Kaimauern sanieren." Die Ampelkoalition lasse die deutschen SeehĂ€fen im Stich. "Dass nach jahrelanger Wartezeit erst einmal ein Arbeitskreis mit den LĂ€ndern gegrĂŒndet werden soll, setzt der maritimen Ambitionslosigkeit der Ampelkoalition die Krone auf." Zwei Drittel des deutschen Außenhandels wĂŒrden ĂŒber die SeehĂ€fen abgewickelt und rund 70 Prozent des Energiebedarfs wĂŒrden ĂŒber die deutschen HĂ€fen gedeckt, so Ploß. "Dieser Bedeutung der HĂ€fen fĂŒr unser ganzes Land wird das Papier der Ampelkoalition nicht annĂ€hernd gerecht."

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