Regierungschefs beraten ĂŒber Migration und Rundfunkbeitrag
24.10.2024 - 04:30:36Vor den Beratungen der Regierungschefs ĂŒber zusĂ€tzliche MaĂnahmen in der Asylpolitik in Leipzig drĂ€ngen die unionsgefĂŒhrten BundeslĂ€nder auf einen hĂ€rteren Kurs. Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder forderte in der «Bild» erneut eine «echte Migrationswende». «Wer sich dem Willen der Bevölkerung verweigert, stĂ€rkt nur die extremen RĂ€nder und schwĂ€cht unsere Demokratie â das haben die jĂŒngsten Landtagswahlen im Osten gezeigt und kann niemand wollen», sagte der CSU-Politiker.
Nach wie vor sei die Zahl der ankommenden FlĂŒchtlinge zu hoch, hatte Michael Kretschmer, CDU-MinisterprĂ€sident des Gastgeberlandes Sachsen, erklĂ€rt. Die LĂ€nderchefs können sich auf Forderungen einigen, die sie anschlieĂend an den Bund richten. Diskutiert werden soll bei der MinisterprĂ€sidentenkonferenz unter anderem ĂŒber ZurĂŒckweisungen an der Grenze, eine stĂ€rkere Sicherung der EU-AuĂengrenzen und Asylverfahren in LĂ€ndern auĂerhalb der EU.Â
Bremens BĂŒrgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) lehnte die Forderung nach ZurĂŒckweisungen an deutschen Grenzen gegenĂŒber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) ab: «Man kann ĂŒber viele MaĂnahmen diskutieren, um die irregulĂ€re Migration zu begrenzen. Die von der Union geforderte ZurĂŒckweisung an der deutschen Grenze gehört aber ausdrĂŒcklich nicht dazu.» Wenn es zur Regel werde, dass jedes Land seine Probleme hemmungslos auf Kosten anderer löse, «dann fliegt uns Europa um die Ohren.»
Rhein fĂŒr Abschiebungen von StraftĂ€tern nach Syrien und AfghanistanÂ
Hessens MinisterprĂ€sident Boris Rhein (CDU) sprach sich fĂŒr Abschiebungen von StraftĂ€tern nach Syrien und Afghanistan aus sowie den Arrest fĂŒr ausreisepflichtige StraftĂ€ter und GefĂ€hrder, die nicht abgeschoben werden könnten. Niedersachsen und Rheinland-Pfalz forderten vom Bund mehr FlexibilitĂ€t bei der Finanzierung der GeflĂŒchteten-Unterbringung.
Die MinisterprĂ€sidentinnen und MinisterprĂ€sidenten hatten in der Vergangenheit bereits BeschlĂŒsse zur Migration gefasst, die schlieĂlich umgesetzt wurden. Dazu zĂ€hlt zum Beispiel die EinfĂŒhrung einer Bezahlkarte fĂŒr Asylbewerber.
Einigung ĂŒber Rundfunkfinanzierung offen
Ein heikler Punkt des Treffens am Donnerstag und Freitag sind die Beratungen zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Dabei geht es um Reformen in den Anstalten â und ums Geld von Sendern wie ARD und ZDF ab dem kommenden Jahr. Die zustĂ€ndige Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) hat eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags um 58 Cent auf monatlich 18,94 Euro ab Januar empfohlen. Die LĂ€nder mĂŒssen ein Plus einstimmig beschlieĂen. Allerdings gibt es WiderstĂ€nde gegen die Erhöhung, etwa aus Bayern und Sachsen-Anhalt.
Die Kampagnenorganisation Campact hat fĂŒr Freitag Protest angekĂŒndigt. Sie wendet sich gegen die geplanten KĂŒrzungen bei den öffentlich-rechtlichen Programmangeboten und die mögliche SchlieĂung von TV- und Radiosendern.
Treffen mit Behindertenbeauftragen und Kommunen
Ein weiteres Thema wird die finanzielle Lage der Kommunen sein. Am Freitag sind die PrĂ€sidenten der kommunalen SpitzenverbĂ€nde als GĂ€ste zur MinisterprĂ€sidentenkonferenz eingeladen. Zudem steht in Leipzig ein Treffen mit dem Behindertenbeauftragen von Bund und LĂ€ndern sowie Vertretern von InklusionsverbĂ€nden an.Â
Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen am Tagungsort
Die Polizei plant rund um den Tagungsort, der Kongresshalle am Zoo, umfassende Schutz- und VerkehrsmaĂnahmen. Zu bestimmten Zeiten können keine Busse und StraĂenbahnen fahren, der FuĂ- und Radweg direkt vor der Halle wird abgesperrt. Zudem sei das Fliegen von Drohnen und anderen Flugobjekten in der NĂ€he des Veranstaltungsortes untersagt.







