Dreyer-Abschied, Bundesrat

Dreyer-Abschied im Bundesrat mit Appell fĂŒr sichere Rente

05.07.2024 - 11:29:42 | dpa.de

Die rheinland-pfĂ€lzische MinisterprĂ€sidentin Malu Dreyer (SPD) hat in ihrer letzten Rede im Bundesrat fĂŒr eine fĂŒr die Menschen verlĂ€ssliche gesetzliche Rentenversicherung geworben.

"Wer sein Leben lang arbeitet und BeitrÀge einzahlt, muss sich im Alter darauf verlassen können, dass es zum guten Leben reicht", sagte die Regierungschefin in Berlin. Das geplante Rentenpaket II der Bundesregierung, das ein dauerhaft sicheres Rentenniveau von 48 Prozent beinhaltet, sei ein verlÀsslicher Ankerpunkt.

Eine Erhöhung des Renteneintrittsalters von derzeit 67 Jahren lehnte Dreyer entschieden ab. Wer freiwillig lĂ€nger im Erwerbsleben stehen wolle, fĂŒr den solle es attraktive Möglichkeiten geben. "Eine generelle Erhöhung des Renteneintrittsalters ĂŒber 67 halte ich nicht fĂŒr den richtigen Weg", betonte die scheidende Regierungschefin. "FĂŒr alle, die nicht lĂ€nger arbeiten können, wĂ€re das nichts anderes als eine ungerechte RentenkĂŒrzung."

Dreyer als ĂŒberzeugte FĂŒrsprecherin des Föderalismus

BundesratsprĂ€sidentin Manuela Schwesig bezeichnete Dreyer bei ihrem letzten Auftritt in der LĂ€nderkammer als eine große FĂŒrsprecherin des Föderalismus. Die Leute mitzunehmen und ihnen auf Augenhöhe zu begegnen, habe fĂŒr Dreyer immer hohe PrioritĂ€t gehabt. Die föderale Vielfalt habe es in ihren Augen immer eher ermöglicht, bĂŒrgernahe Entscheidungen zu treffen.

22 Jahre im Bundesrat

Dreyer gehörte seit ĂŒber 22 Jahren dem Bundesrat fĂŒr Rheinland-Pfalz an, davon elf Jahre als Arbeits- und Sozialministerin und ab 2013 fĂŒr weitere elf Jahre als MinisterprĂ€sidentin. Die Sozialdemokratin nahm an insgesamt 95 Sitzungen teil und ergriff dabei nach Angaben von Schwesig ĂŒber 60 Mal das Wort. PrĂ€sidentin der LĂ€nderkammer war sie vom November 2016 bis zum Ende Oktober 2017.

Großes Engagement habe Dreyer auch als langjĂ€hriges Mitglied des Vermittlungsausschusses gezeigt, betonte die BundesratsprĂ€sidentin. Als geschickte Verhandlerin habe sie sich dafĂŒr eingesetzt, die unterschiedlichen Interessen zu einen und konstruktive Lösungen zu finden. Mit ihrer ansteckenden Fröhlichkeit und herzlichen und offenen Art habe sie die Arbeit im Bundesrat ĂŒber mehr als zwei Jahrzehnte nachhaltig geprĂ€gt und bereichert.

Nachfolger Schweitzer soll am Mittwoch gewÀhlt werden

Die 63-jĂ€hrige Dreyer hat vor wenigen Tagen ihren Amtsverzicht erklĂ€rt und das damit begrĂŒndet, sie habe nicht mehr genĂŒgend Energie fĂŒr das Amt der MinisterprĂ€sidentin. Ihr Nachfolger Alexander Schweitzer (SPD) soll am kommenden Mittwoch im rheinland-pfĂ€lzischen Landtag in Mainz gewĂ€hlt werden.

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