Parteien, Steuern

SPD lehnt Abschaffung des Soli ab und will Reichensteuer erhöhen

30.04.2026 - 08:05:47 | dts-nachrichtenagentur.de

Die SPD erwägt, den Reichensteuersatz früher greifen zu lassen und lehnt eine Abschaffung des Solidaritätszuschlags entschieden ab.

Gruppenbild nach SPD-Krisensitzung (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Gruppenbild nach SPD-Krisensitzung (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
"Aus meiner Sicht muss der Reichensteuersatz um mindestens zwei Prozentpunkte erhöht werden und möglicherweise auch etwas früher greifen", sagte Generalsekretär Tim Klüssendorf dem "Stern". Eine Erhöhung sei "überfällig".

Zuvor hatte sich Bundeskanzler Friedrich Merz offen für eine Erhöhung der Reichensteuer gezeigt, diese aber an Bedingungen geknüpft. "Das wäre denkbar, wenn (?) der Steuertarif im oberen Bereich geglättet und etwa der Soli abgeschafft wird", sagte der CDU-Chef dem "Spiegel". "Irgendwann muss das ohnehin geschehen. Wir sollten es tun, bevor das Bundesverfassungsgericht uns dazu zwingt." Für 90 Prozent der Steuerpflichtigen wurde der Solidaritätszuschlag bereits abgeschafft.

Eine ersatzlose Streichung des Solidaritätszuschlags lehnte Klüssendorf entschieden ab. "Den Solidaritätszuschlag ersatzlos zu streichen, ist zutiefst ungerecht. Das würde auf einen Schlag ein Steuerloch von knapp 13 Milliarden Euro im Jahr reißen", sagte der SPD-Generalsekretär. Diese Lücke schließen würden dann kleine und mittlere Einkommen, schließlich werde der Solidaritätszuschlag derzeit nur noch von Menschen im Spitzensteuersatz gezahlt.

Der Sozialdemokrat beharrte auf eine spürbare Entlastung für kleine und mittlere Einkommen von mehreren Hundert Euro im Jahr, wie sie Finanzminister Lars Klingbeil zuletzt angekündigt hatte. "Genau so haben wir es verabredet", sagte Klüssendorf. "Das funktioniert aber nur dann, wenn auch die stärksten Schultern am obersten Einkommensende ihren Beitrag leisten." Finanzminister Klingbeil werde "in Kürze" einen Vorschlag vorlegen, der auch finanzierbar sei. "Jedem muss klar sein, dass es an dieser Stelle eine steuerliche Umverteilung von ganz oben nach unten braucht. Dafür muss die Reichensteuer angehoben werden."

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | politik | 69261996 |

Weitere Meldungen

CDU-Wirtschaftsflügel lehnt geplante Zuckerabgabe ab Der CDU-Wirtschaftsflügel lehnt die von der Bundesregierung geplante Zuckerabgabe ab. (Politik, 30.04.2026 - 06:44) weiterlesen...

Ifo-Experten kritisieren Klingbeils Haushaltsplan als unsolide In der Debatte um den Bundeshaushalt 2027 kritisieren Haushalts- und Finanzexperten den von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) vorgelegten Eckpunkteplan. (Politik, 30.04.2026 - 01:00) weiterlesen...

SPD-Wirtschaftsforum verlangt von Klingbeil konkrete Einsparungen In der Debatte um den Bundeshaushalt 2027 mahnt der Unternehmerverband Wirtschaftsforum der SPD Konkretisierungen an. (Politik, 30.04.2026 - 01:00) weiterlesen...

Kritik an Klingbeils Haushaltsentwurf für 2027 In der Debatte um den Bundeshaushalt 2027 hat die CDU-nahe Interessensvertretung Wirtschaftsrat der CDU den von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) vorgelegten Eckpunkteplan kritisiert. (Politik, 30.04.2026 - 01:00) weiterlesen...

CDU wirbt für Kompromiss bei Steuerreform Der finanzpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Fritz Güntzler (CDU), wirbt in der Debatte um eine Reform der Einkommensteuer für mehr Offenheit für Kompromisse."Wenn man den Tarif insgesamt glättet und Leistung wieder stärker belohnt, muss man auch offen für Kompromisse sein", sagte Güntzler dem Nachrichtenportal "T-Online" am Mittwoch. (Politik, 29.04.2026 - 17:34) weiterlesen...

SPD-Fraktion kritisiert Steuerpläne der Union Die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Wiebke Esdar, hat die Vorschläge der Unionsfraktion zur Einkommensteuerreform scharf kritisiert. (Politik, 29.04.2026 - 15:58) weiterlesen...