Handballer unterliegen DĂ€nen, nun Endspiel um EM-Halbfinale
26.01.2026 - 22:22:07Deutschlands Handballer gingen sofort nach der Niederlage gegen DÀnemark in die Analyse und diskutierten wild auf dem Parkett. Wohl wissend, dass der erste Pflichtspiel-Sieg gegen den EM-Topfavoriten durchaus möglich gewesen wÀre. Die Auswahl von Bundestrainer Alfred Gislason hat ihren ersten Matchball im Kampf ums EM-Halbfinale vergeben und musste sich trotz eines zunÀchst starken Auftritts mit 26:31 (12:13) geschlagen geben.
Der Olympia-Zweite steht nun vor einem Alles-oder-nichts-Duell. Denn am Mittwoch (18.00 Uhr/ZDF/Dyn) geht es gegen Titelverteidiger Frankreich um den Einzug in die Vorschlussrunde. Weil der Titelverteidiger beim 32:36 gegen Spanien ĂŒberraschend patzte, reicht Deutschland ein Remis.
Gislason: Zu viele FehlwĂŒrfe in der zweiten HĂ€lfte
RĂŒckraumspieler Miro Schluroff zeigte sich nach der Niederlage enttĂ€uscht: «Ich fand, da war viel mehr drin.» Gislason lobte in der ARD sein Team und DĂ€nemarks Star-TorhĂŒter Emil Nielsen: «Wir scheitern zu viel an Nielsen, besonders in der zweiten Halbzeit. Die haben so eine phĂ€nomenale Mannschaft, da darf man keine Phase haben, wo man drei oder vier hintereinander verwirft.»Â
KapitĂ€n Johannes Golla betonte: «Es ist natĂŒrlich auch kein Weltuntergang, dass wir hier gegen DĂ€nemark verlieren. Wir hĂ€tten durch ein paar Fehler weniger natĂŒrlich besser aussehen können.» Nun gelte es darum, das Spiel vor der Partie gegen Frankreich vor allem aus dem Körper zu bekommen.Â
Gegen DĂ€nemark waren sechs Tore von Deutschlands bestem Werfer Renars Uscins zu wenig, um den GroĂteil der 15.000 Zuschauer in der «Hölle von Herning» zum Schweigen zu bringen. Die Durststrecke gegen die Skandinavier hĂ€lt damit an: Den letzten Pflichtspielsieg gegen die DĂ€nen feierte Deutschland im Januar 2016.
Erinnerungen ans Wunder von Lille
Vor dem Abschluss der zweiten Turnierphase steht Deutschland genau wie DĂ€nemark bei 6 Pluspunkten. Dahinter folgen Frankreich (4), Portugal und Norwegen (je 3) und Spanien (2). Nur die beiden Erstplatzierten erreichen das Halbfinale.Â
Das bislang letzte Aufeinandertreffen mit Frankreich hatte Deutschland fĂŒr sich entschieden. Im Viertelfinale der Olympischen Spiele 2024 sah die Ăquipe Tricolore schon wie der sichere Sieger aus, als Renars Uscins den Gastgeber fast im Alleingang entzauberte und Deutschland in der VerlĂ€ngerung das Handball-Wunder von Lille bescherte.
Wolff zunÀchst auf der Bank
Aufgrund eines ĂŒberraschenden Wechsels im deutschen Tor mussten die Zuschauer 50 Minuten auf das Giganten-Duell zwischen Andreas Wolff und Emil Nielsen warten. Gislason schickte David SpĂ€th aufs Parkett, der gleich anfangs einige WĂŒrfe von Matthias Gidsel passieren lassen musste. Allein vier der ersten sechs Treffer gingen auf das Konto des Ausnahmehandballers von den FĂŒchsen Berlin.
Trotzdem: Deutschland leistete deutlich mehr Gegenwehr als in den vorherigen Duellen bei der WM und Olympia. Nach 20 Minuten lag der AuĂenseiter nur mit 8:10 hinten. Und das, obwohl man erneut Chancen auslieĂ und teils an Nielsen verzweifelte. Vor allem Uscins strahlte viel Torgefahr aus. DHB-Spielmacher Juri Knorr enttĂ€uschte hingegen schon wieder.Â
Mit dem Pausenpfiff vergab Nils Lichtlein einen Siebenmeter zum möglichen 13:13. «Wir können sehr stolz auf unsere Leistung sein», befand KreislÀufer Justus Fischer zur Halbzeit.
Die Latte ist im Weg
DĂ€nemark zitterte und war zunĂ€chst weit entfernt von einem perfekten Auftritt. Rund um die Pause blieben die Hausherren neun Minuten ohne eigenen Treffer, was Deutschland aber nicht fĂŒr sich nutzen konnte. Julian Köster oder Marko Grgic fehlte in dieser Phase das WurfglĂŒck - zu oft klatschte der Ball an die Latte.Â
DĂ€nemark nutzte eine kurze Phase in doppelter Ăberzahl, um 20 Minuten vor Spielende auf 17:14 davonzuziehen. Dann fiel Deutschland auseinander: Nielsen hielt im dĂ€nischen Tor gefĂŒhlt alles, was ihm entgegenflog. Im Angriff erzielten Gidsel und Simon Pytlick wichtige Tore und plötzlich lag Deutschland 16:23 hinten. Das Spiel war entschieden. Daran Ă€nderte auch Wolffs Einwechslung und wackere Gegenwehr bis zum Ende nichts mehr.









