Mehrheit lehnt Attestpflicht ab erstem Krankheitstag ab
07.07.2026 - 00:01:00 | dts-nachrichtenagentur.deDemnach halten 55 Prozent der Bundesbürger diese Maßnahme für falsch. 44 Prozent finden sie grundsätzlich richtig, ein Prozent antwortete mit "weiß nicht". Das gleiche Meinungsbild zeigt sich unter den Arbeitnehmern. Deutliche Unterschiede gibt es zwischen Jung und Alt: Während von den Älteren eine Mehrheit die Pflicht zur Vorlage eines "gelben Scheins" ab dem ersten Krankheitstag in Ordnung findet, lehnen die unter 45-Jährigen diese Maßnahme mit großer Mehrheit ab.
Vergangene Woche hatte die Regierungskoalition ihr Paket mit 34 Maßnahmen zur Reform von Arbeit, Rente und Steuern vorgestellt. Ein Vorschlag wird seitdem heftig diskutiert: In Zukunft sollen Arbeitnehmer bei Krankheit ab dem ersten Tag ein ärztliches Attest beim Chef vorlegen. Mit der Reform wollen CDU/CSU und SPD die im internationalen Vergleich vermeintlich hohen Krankheitstage der Deutschen senken. Hierzulande sind Arbeitnehmer 15 bis 20 Tage pro Jahr krankgeschrieben. Außerdem soll die Krankmeldung per Telefon wieder abgeschafft werden; diese Möglichkeit war 2023 eingeführt worden.
Vor allem aus den Reihen von Ärzteverbänden kommt Widerspruch. Kritiker fürchten eine weitere Belastung von Hausärzten und warnen vor überfüllten Wartezimmern mit schniefenden Grippe-Patienten. Zudem sei nicht die telefonische Krankschreibung an sich für die hohe Zahl an Krankheitstagen verantwortlich, wie Untersuchungen zeigen. Sondern weil die AU elektronisch erfasst wird, fließen nun sämtliche Meldungen in die Statistik mit ein.
Am deutlichsten fällt die Zustimmung zur Krankschreibung-Reform mit 69 Prozent bei den Anhängern der CDU/CSU aus. Mehrheitlich abgelehnt wird die Änderung der bisherigen Regelung hingegen von den Anhängern der Oppositionsparteien, insbesondere von den Anhängern der Grünen und der Linken. Die SPD-Anhänger sind in dieser Frage in zwei gleich große Lager gespalten.
