Forsa-Umfrage, AfD

Forsa: AfD bleibt mit 27 Prozent vor Union bei 20 Prozent

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 14:32 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Die AfD bleibt im Forsa-Trendbarometer vorn, wĂ€hrend die Union auf 20 Prozent steigt. Gleichzeitig wĂ€chst die Skepsis gegenĂŒber der Bundesregierung, der Koalition und der wirtschaftlichen Entwicklung.

Umfragewerte und Regierungsbewertung

  • Forsa befragte vom 13. bis 19. Oktober insgesamt 2.502 Personen zur ParteiprĂ€ferenz.
  • CDU/CSU und AfD gewinnen jeweils einen Prozentpunkt, wĂ€hrend SPD und Linke jeweils einen Punkt verlieren.
  • 56 Prozent erwarten ein Ende der Koalition aus CDU/CSU und SPD vor Anfang 2029.
Tino Chrupalla und Alice Weidel (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Forsa sieht AfD weiter vor der Union

Die AfD bleibt in der ParteiprĂ€ferenz von Forsa mit 27 Prozent stĂ€rkste Kraft, wĂ€hrend CDU und CSU auf 20 Prozent kommen. Das geht aus dem RTL/ntv-„Trendbarometer“ hervor, fĂŒr das vom 13. bis 19. Oktober 2.502 Menschen befragt wurden.

Die GrĂŒnen liegen unverĂ€ndert bei 17 Prozent, die SPD verliert einen Punkt auf 13 Prozent und die Linke fĂ€llt ebenfalls um einen Punkt auf 11 Prozent. Die FDP bleibt bei vier Prozent; 25 Prozent der Befragten sind unentschlossen oder wĂŒrden nicht wĂ€hlen.

Regierungsarbeit bleibt wichtigstes Thema

Die Arbeit der Bundesregierung und der Regierungskoalition nennen 37 Prozent als eines der wichtigsten Themen. Es folgen der Krieg in der Ukraine mit 24 Prozent, die wirtschaftliche Lage mit 20 Prozent und die Regierungsbildung in ostdeutschen BundeslÀndern mit 18 Prozent.

Beim Vertrauen in die Problemlösungskompetenz erreicht die AfD 14 Prozent und damit erneut ihren bisherigen Bestwert. 57 Prozent trauen keiner Partei zu, die Probleme Deutschlands am besten zu lösen.

Anzeige | trading-house Börsenakademie

Kostenlose Trading-Webinare fĂŒr Privatanleger

Live lernen, live fragen. Erfahrene Trader zeigen Dir ihre Strategien beim Handel mit Aktien, Indizes und Rohstoffen in Echtzeit und beantworten Deine Fragen direkt - zum Beispiel, wie Du Nachrichten wie diese fĂŒr Deine Entscheidungen an der Börse richtig einordnest. 100 % kostenlos, live und interaktiv, jeden Mittwoch um 15:15 Uhr, von der trading-house Börsenakademie, die Privatanleger seit 28 Jahren ausbildet.

Kostenlos zum nÀchsten Webinar anmelden

Unzufriedenheit mit Merz erreicht neuen Wert

Mit der Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz sind 11 Prozent zufrieden, 87 Prozent Ă€ußern sich unzufrieden. Auch unter den AnhĂ€ngern von CDU und CSU ĂŒberwiegt die Ablehnung mit 62 Prozent; 36 Prozent sind mit seiner Arbeit zufrieden.

Eine Mehrheit von 56 Prozent erwartet, dass die Koalition aus CDU/CSU und SPD vor dem Ende der Legislaturperiode Anfang 2029 auseinanderbricht. 40 Prozent rechnen mit einem regulÀren Fortbestand bis zum Ende der Legislaturperiode.

Stimmungswandel bei der Ukraine-UnterstĂŒtzung

43 Prozent der Befragten halten die deutsche UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine inzwischen fĂŒr zu umfangreich. 41 Prozent bewerten den Umfang als gerade richtig, zwölf Prozent als zu gering.

Die Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung bleiben ĂŒberwiegend pessimistisch. 63 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung, 18 Prozent mit einer Verbesserung; der daraus errechnete Index liegt bei minus 45 Punkten.

Die Forsa-Zahlen zeichnen ein politisches Stimmungsbild, in dem sich mehrere Entwicklungen ĂŒberlagern: Die AfD behauptet ihre Spitzenposition, wĂ€hrend die Union zwar leicht zulegt, aber deutlich hinter ihr bleibt. FĂŒr die Regierungsparteien ist besonders relevant, dass die Zufriedenheit mit der Arbeit des Bundeskanzlers auch unter den eigenen AnhĂ€ngern niedrig ist.

Die hohe Zahl Unentschlossener und NichtwĂ€hler verweist zugleich auf eine erhebliche politische Beweglichkeit. 25 Prozent liegen ĂŒber dem Anteil der NichtwĂ€hler bei der Bundestagswahl 2025. Das bedeutet, dass die gemessenen ParteiprĂ€ferenzen nicht nur bestehende Bindungen abbilden, sondern auch ein großes Reservoir potenzieller VerĂ€nderung enthalten.

Regierung unter Druck

Die Umfrage verbindet die parteipolitischen Werte mit einer skeptischen Bewertung der wirtschaftlichen Entwicklung und der Regierungsarbeit. Dass 57 Prozent keiner Partei zutrauen, die Probleme Deutschlands am besten zu lösen, deutet auf eine breite ReprÀsentations- und Kompetenzkrise hin. Zugleich gewinnt die Frage nach der StabilitÀt der Koalition an Bedeutung: Eine Mehrheit erwartet einen Bruch vor dem regulÀren Ende der Legislaturperiode.

Auch beim Ukraine-Kurs zeigt sich ein gesellschaftlicher Spannungsbereich. Die EinschĂ€tzung, Deutschland unternehme zu viel, liegt deutlich ĂŒber dem Wert von 2022, wĂ€hrend die ParteianhĂ€nger die UnterstĂŒtzung sehr unterschiedlich bewerten. FĂŒr die politische Kommunikation verschĂ€rft das den Zielkonflikt zwischen außenpolitischer VerlĂ€sslichkeit, wirtschaftlicher Belastung und innenpolitischer Zustimmung.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Frankfurter Rundschau: „Überraschende Umfrage: AfD schwĂ€chelt, SPD gewinnt“ (20.10.2026)

Der Beitrag ordnet die aktuellen Umfragewerte mit einem Schwerpunkt auf der Entwicklung der SPD ein. Er bestÀtigt, dass die Parteien der Bundesregierung unter Druck stehen, setzt den Akzent jedoch stÀrker auf die sozialdemokratische Bewegung als auf die AfD-Spitzenposition.

Damit ergÀnzt der Artikel die vorliegende Meldung um eine andere Gewichtung der Parteienentwicklung. Offen bleibt, ob die VerÀnderungen vor allem kurzfristige Schwankungen oder eine stabilere Verschiebung der WÀhlerprÀferenzen darstellen.

Disclaimer...
de | politik | 70373736 |