Deutschland, Bayern

Lehrerverband beklagt: Zu gute Abiturnoten schaffen Probleme

07.07.2026 - 02:01:04 | dpa.de

Für Abiturientinnen und Abiturienten endet in diesem Sommer die Schulzeit. Mit einer bedenklichen «Bestnotenflut», wie der Lehrerverband moniert. Das werde Folgen haben, warnt ein Fachmann.

  • Sind die Notenschnitte deutscher Abiturientinnen und Abiturienten zu gut? (Archivbild) - Bild: Sina Schuldt/dpa
    Sind die Notenschnitte deutscher Abiturientinnen und Abiturienten zu gut? (Archivbild) - Bild: Sina Schuldt/dpa
  • Bildungsexperte Heinz-Peter Meidinger findet den Notentrend an deutschen Schulen bedenklich. (Archivbild) - Bild: Christophe Gateau/dpa
    Bildungsexperte Heinz-Peter Meidinger findet den Notentrend an deutschen Schulen bedenklich. (Archivbild) - Bild: Christophe Gateau/dpa
Sind die Notenschnitte deutscher Abiturientinnen und Abiturienten zu gut? (Archivbild) - Bild: Sina Schuldt/dpa Bildungsexperte Heinz-Peter Meidinger findet den Notentrend an deutschen Schulen bedenklich. (Archivbild) - Bild: Christophe Gateau/dpa

Die Notenschnitte der Abiturientinnen und Abiturienten sind zu gut - findet der Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger. «Schon jetzt reicht selbst ein bayerisches 1,0-Abitur nicht mehr aus, um über die Leistungsschiene sicher einen Medizinstudienplatz zu ergattern», sagte er im Interview mit der Mediengruppe Bayern. «Letztendlich wird dieser Weg zu einer massiven Entwertung des Abiturs und allgemeinen Hochschuleingangsprüfungen führen.» Es werde zunehmend schwieriger, «in dieser Bestnotenflut die wirklichen Spitzenschüler zu erkennen».

Meidingers Kritik ist nicht neu. Der Deutschen Presse-Agentur sagte er schon 2014 als damaliger Vorsitzender des Philologenverbands: «Die eigentlich Gelackmeierten der Bestnoten-Inflation sind die Spitzenschüler, weil deren Spitzenleistung in der Einser-Schwemme untergeht.»

Abgehängt: Meidingers Schulenglisch

Meidinger sieht einen Noten-Wettlauf zwischen den Bundesländern, der nur gestoppt werden könne, «wenn es ein bundesweit vergleichbares Abitur gibt mit gleichen Aufgabenstellungen und Bewertungskriterien». Damals wie heute warf er Schulpolitikern vor, Reformen wie die Verkürzung oder Verlängerung der Gymnasialzeit dafür zu nutzen, dass danach bessere Noten vergeben werden und die Reformen als Erfolg gelten.

Der Gymnasiallehrer räumte allerdings ein, dass sich Schüler in manchen Bereichen auch tatsächlich verbessert hätten: «Mit meinem eigenen Schulenglisch kann ich mit heutigen Absolventen in keiner Weise mehr mithalten», gestand er in dem aktuellen Interview ein.

de | politik | 69709228 |

Weitere Meldungen

Bahn plant Finanzpuffer in Milliardenhöhe für Brenner-Zulauf Die Bahn plant die Zulaufstrecke zum Brennerbasistunnel mit einem riesigen finanziellen Puffer, der fast so hoch wie ist die derzeit veranschlagten Baukosten - alles zusammen 16 Milliarden Euro. (Wirtschaft, 06.07.2026 - 15:00) weiterlesen...

Laidlow krönt sich in Roth mit Sieg und Weltbestzeit. Doch es wird zur One-Man-Show von Sam Laidlow. Der Franzose siegt in Weltbestzeit. Doch auch ein deutscher Debütant beeindruckt. Bei der Challenge Roth wird ein Fünfkampf erwartet. (Politik, 05.07.2026 - 15:41) weiterlesen...

Triathlet Sam Laidlow siegt in Roth mit Weltbestzeit. Der Franzose gewinnt in Weltbestzeit und lässt Dominator Kristian Blummenfelt hinter sich. Auch ein deutscher Debütant begeistert. Sam Laidlow ist bei der Challenge Roth erneut nicht zu schlagen. (Politik, 05.07.2026 - 14:11) weiterlesen...

Kein Happy Birthday: Präsident Neuendorf als WM-Aufräumer. Anders als 2022 läuft das Krisenmanagement bislang nach Plan. Jetzt muss ihm noch der Top-Deal gelingen. Unter DFB-Präsident Bernd Neuendorf endet auch die zweite WM mit einer Enttäuschung. (Sport, 05.07.2026 - 06:34) weiterlesen...

Das spricht für und gegen einen Verbleib von Völler beim DFB. Das war schon immer so im deutschen Fußball. Doch jetzt stellt sich die Frage, ob der Ex-Weltmeister und Ex-Teamchef auch zum Ex-Sportdirektor werden sollte. Alle lieben Rudi Völler. (Sport, 04.07.2026 - 06:02) weiterlesen...

Klopp «bereit»: Einigung mit DFB braucht «Zeit». Der 59-Jährige kann sich den DFB-Job vorstellen. Doch es gibt noch viele Dinge zu klären - auch mit Red Bull. Jürgen Klopp äußert sich bei seinem WM-Arbeitgeber MagentaTV zur Bundestrainer-Frage. (Politik, 03.07.2026 - 23:53) weiterlesen...