WM, Belgien

Nach Skandal um Balogun: Belgien beendet WM-Party der USA

07.07.2026 - 03:59:48 | dpa.de

Nach dem beispiellosen Fall Balogun reagieren die USA bei der Fußball-WM mit noch mehr Pathos. Sportlich ist das Turnier für den Gastgeber nach einer schwachen Leistung beendet.

  • De Ketelaere traf für Belgien doppelt. - Bild: Maddy Grassy/AP/dpa
    De Ketelaere traf für Belgien doppelt. - Bild: Maddy Grassy/AP/dpa
  • Leitete das 1:1 des US-Teams ein: Stürmer Balogun. - Bild: Maddy Grassy/AP/dpa
    Leitete das 1:1 des US-Teams ein: Stürmer Balogun. - Bild: Maddy Grassy/AP/dpa
  • Nach dem WM-Skandal zelebrierten die Fans ihren Angreifer besonders. - Bild: Ted S. Warren/AP/dpa
    Nach dem WM-Skandal zelebrierten die Fans ihren Angreifer besonders. - Bild: Ted S. Warren/AP/dpa
  • Der abgefälschte Freistoß von Tillman ließ den Co-Gastgeber hoffen. - Bild: Abbie Parr/AP/dpa
    Der abgefälschte Freistoß von Tillman ließ den Co-Gastgeber hoffen. - Bild: Abbie Parr/AP/dpa
  • FIFA-Boss Infantino sah in Seattle zu. - Bild: Lindsey Wasson/AP/dpa
    FIFA-Boss Infantino sah in Seattle zu. - Bild: Lindsey Wasson/AP/dpa
  • US-Keeper Freese leistete sich einen bösen Patzer. - Bild: Ted S. Warren/AP/dpa
    US-Keeper Freese leistete sich einen bösen Patzer. - Bild: Ted S. Warren/AP/dpa
De Ketelaere traf für Belgien doppelt. - Bild: Maddy Grassy/AP/dpa Leitete das 1:1 des US-Teams ein: Stürmer Balogun. - Bild: Maddy Grassy/AP/dpa Nach dem WM-Skandal zelebrierten die Fans ihren Angreifer besonders. - Bild: Ted S. Warren/AP/dpa Der abgefälschte Freistoß von Tillman ließ den Co-Gastgeber hoffen. - Bild: Abbie Parr/AP/dpa FIFA-Boss Infantino sah in Seattle zu. - Bild: Lindsey Wasson/AP/dpa US-Keeper Freese leistete sich einen bösen Patzer. - Bild: Ted S. Warren/AP/dpa

Die von Präsident Donald Trump befeuerte Pathos-Party der USA hat bei der Fußball-WM ein jähes Ende gefunden. Das Team um Stürmer Folarin Balogun, der nach einer Roten Karte im vorausgehenden Spiel seine Sperre vom Weltverband FIFA überraschend erlassen bekommen hatte, verlor im Achtelfinale von Seattle verdient mit 1:4 (1:2) gegen Belgien und muss den Traum vom ersten Triumph bei einer WM früher als erhofft abhaken.

Infantino schaut live zu

Vor 66.925 Zuschauern - darunter auch der schwer in der Kritik stehende FIFA-Präsident Gianni Infantino - zeigte der letzte verbleibende Co-Gastgeber seinen mit Abstand schwächsten Turnierauftritt. Zuvor waren auch Kanada (0:3 gegen Marokko) und Mexiko (2:3 gegen England) ausgeschieden.

Weil der Entscheidung zum Aussetzen der Sperre auf Bewährung für Stürmer Balogun ein Telefonat zwischen Präsident Trump und Verbandsboss Infantino vorausging, entwickelte sich der Fall in den vergangenen eineinhalb Tagen zu einem der größten Fußball-Skandale in der WM-Historie. Infantino sah am Montag (Ortszeit) aus einer Loge zu, wurde aber anders als bei den meisten weiteren Partien nicht groß auf den Stadionleinwänden eingeblendet.

Balogun holt Freistoß vor dem 1:1 raus

Balogun selbst lief wie erwartet auf und holte den Freistoß zum 1:1-Ausgleich der USA durch Bayer Leverkusens Malik Tillman (31. Minute) heraus. Doch Belgien zeigte seine beste Leistung im Turnier und bekommt es nach zwei Toren von Stürmer Charles De Ketelaere (9./33.) sowie Treffern von Hans Vanaken (57.) und Romelu Lukaku (90.+3) im Viertelfinale am Freitag (21.00 Uhr/MESZ) in Inglewood bei Los Angeles mit Europameister Spanien zu tun.

Das WM-Achtelfinale durch den in der WM-Geschichte beispiellosen Fall Balogun zu weit mehr als einem normalen Fußballspiel avanciert. Und die USA ließen es sich nicht nehmen, das Spiel mit noch mehr Pathos aufzuladen und ihren Stürmer im Lumen Field besonders frenetisch zu feiern. Schon beim Aufwärmen erhielt der 25-Jährige, der beim 2:0 gegen Bosnien-Herzegowina die Rote Karte gesehen hatte, lautstarken Applaus.

Zwei Balogun-Ballkontakte in 25 Minuten

Auf dem Rasen tauchte Balogun zunächst ab. Nach 25 Minuten waren gerade einmal zwei Ballkontakte für den Stoßstürmer der USA notiert. Belgien führte zu diesem Zeitpunkt bereits mit 1:0, nachdem De Ketelaere auf Zuspiel von Nicolas Raskin zur frühen Führung verwandelt hatte. Belgiens Trainer Rudi Garcia hatte eine mutige Aufstellung ohne die Routiniers Romelu Lukaku und Kevin De Bruyne sowie ohne Shootingstar Jeremy Doku gewählt.

Kurz nach der ersten Trinkpause war Balogun erstmals richtig in Aktion und holte nach einem Foul von Maxim De Cuyper einen Freistoß in gefährlicher Position heraus. Der vom späteren Torschützen Vanaken abgefälschte Versuch von Tillman landete unhaltbar für Thibaut Courtois im Tor zum Ausgleich. 

Den Torhüter der Belgier buhten die US-Fans in Seattle besonders kräftig und ausdauernd aus. «Seattle is loud», hieß es auf einigen Transparenten. Und so war es, besonders von der Nationalhymne bis zum ersten Gegentor.

US-Team hält enormem Druck nicht stand

Denn auch der Ausgleich hielt nicht lange: Schon 61 Sekunden später war es erneut De Ketelaere, der eine präzise Flanke von Leandro Trossard aus kürzester Distanz einköpfte. Unmittelbar vor der Halbzeit hatte Balogun dann die riesige Chance, erneut auszugleichen. Doch der Stürmer schoss aus kürzester Distanz über das Tor. In den bisherigen WM-Partien waren ihm drei Treffer gelungen.

Die USA kamen nie mehr richtig zurück ins Spiel und erschienen seltsam fahrig. Die Profis um Kapitän Tim Ream wirkten so, als sei dieses Spiel eine Nummer zu groß und zu sehr aufgeladen für sie. Der beste Beleg dafür war das dritte Gegentor, als der zuvor bei der WM solide Torhüter Matt Freese böse patzte und Vanaken so einen Schuss ins leere Tor ermöglichte. 

Sänger Eddie Vedder sorgt für letzten US-Jubel

Mit dem dritten Treffer der abgeklärten Belgier war auch der Traum, dass Kapitän Ream am 19. Juli in East Rutherford bei New York als erster US-Kapitän überhaupt den WM-Pokal in die Höhe strecken könnte, geplatzt. 

Großer Jubel kam im Lumen Field, in dem an einem herrlichen Sommernachmittag die Partie mit ohrenbetäubendem Lärm begann, nur noch einmal auf: Als Sänger und Edelfan Eddie Vedder für die Fans auf dem Videomonitor eine Bierdose auf einen Schluck in den Mund und dabei die Hälfte über sein Shirt kippte. Das Publikum johlte. Sportlich war die Partie zu diesem Zeitpunkt längst entschieden. Lukaku setzte mit seinem Treffer in der Nachspielzeit noch einen letzten Nadelstich.

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