Linksfraktionschefs kritisieren geplanten DiÀten-Deckel
12.05.2026 - 17:04:01 | dts-nachrichtenagentur.de"Ein einheitlicher Deckel klingt fair - aber ignoriert die privaten LebensumstĂ€nde vollstĂ€ndig", heiĂt es in der Ende April verschickten E-Mail, die Pellmann am 28. April an alle Linken-Bundestagsabgeordneten weitergeleitet hat. In der Fraktion habe man lange ĂŒber die PlĂ€ne der Parteispitze diskutiert, die AbgeordnetendiĂ€ten streng zu deckeln. "Kinder, pflegebedĂŒrftige Angehörige, Krankheiten - was wir in den Fraktionssitzungen gehört haben, wirkte wie eine Befragung vom Jobcenter", berichten Reichinnek und Pellmann aus der Fraktion. Das habe sie oftmals betroffen gemacht. Sie fragten, ob es wirklich so sein solle, dass jeder Abgeordnete beim Bundesschatzmeister, dem Parteivorstand oder einer anderen Gruppe vorsprechen und sich komplett nackt machen mĂŒsse. Das sei das, was man sonst immer kritisiere.
Schon jetzt spendeten Abgeordnete neben der verpflichtenden MandatstrĂ€gerabgabe, den MitgliedsbeitrĂ€gen fĂŒr die Partei und der Zahlung an den Fraktionsverein Teile ihres Gehalts. "Das tun wir aus voller Ăberzeugung. Deswegen ist doch ganz deutlich: Wir deckeln unser Gehalt bereits", so die Fraktionschefs.
Trotzdem werde "Misstrauen" gegenĂŒber den Abgeordneten gesĂ€t, schreiben Reichinnek und Pellmann. "Es wirkt jetzt schon teilweise wie ein Unterbietungswettbewerb, wir mĂŒssen uns regelmĂ€Ăig rechtfertigen, erklĂ€ren und am Ende noch entschuldigen. Wir geraten dadurch vollkommen unnötig in die Defensive." Man werde gefragt, wie viel man spende, ob und wie hoch man deckele: "Machen Sie es wie X, warum nicht, finden Sie das nicht gut, sind Sie abgehoben?" Das sei auch politisch falsch. "Abgesehen davon bezeichnen wir GehĂ€lter als abgehoben, fĂŒr die wir sonst doch kĂ€mpfen." Man wolle gute Tariflöhne und stoĂe einen Teil der WĂ€hler weg, weil man sage: "Eigentlich ist das, was du hast, zu viel."
Alternativ schlagen Reichinnek und Pellmann dem Bundesvorstand einen "atmenden Deckel" vor. Dabei soll jeder MandatstrĂ€ger neben verpflichtenden Abgaben an die Partei weitere Spenden "nach den gegebenen Möglichkeiten" leisten können. Bis zum kommenden Jahr solle ein groĂes Konzept erarbeitet werden. "Dann können wir uns auch wieder auf den Kampf gegen den Sozialabbau, gegen die Militarisierung und gegen den autokratischen Staatsumbau konzentrieren, statt auf Excel-Listen", so der Brief.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
