Nagelsmann, TrÀnen

Nagelsmann mit TrÀnen in Augen: «HÀtten gerne Titel geholt»

06.07.2024 - 14:03:50

In emotionaler Weise Ă€ußert sich der Bundestrainer nach dem EM-Aus. Das Scheitern gegen Spanien schmerzt, aber die Stimmung bei den Fans tut auch gut. Der Weg geht fĂŒr den Bundestrainer weiter.

  • Bundestrainer Julian Nagelsmann kĂ€mpft wĂ€hrend der DFB-Pressekonferenz mit den TrĂ€nen  - Foto: Federico Gambarini/dpa

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  • Bundestrainer Julian Nagelsmann (l-r), DFB-PrĂ€sident Bernd Neuendorf und DFB-Sportdirektor Rudi Völler kommen zur Pressekonferenz. - Foto: Christian Charisius/dpa

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Bundestrainer Julian Nagelsmann kÀmpft wÀhrend der DFB-Pressekonferenz mit den TrÀnen  - Foto: Federico Gambarini/dpaBundestrainer Julian Nagelsmann (l-r), DFB-PrÀsident Bernd Neuendorf und DFB-Sportdirektor Rudi Völler kommen zur Pressekonferenz. - Foto: Christian Charisius/dpa

Julian Nagelsmann hat einen Tag nach dem bitteren EM-Ausscheiden mit TrĂ€nen in den Augen und stockender Stimme ein emotionales Turnierfazit gezogen, weit ĂŒber die sportliche Dimension hinaus. 

«Ich möchte Danke sagen, an die Fans im Land», begann der Bundestrainer bei der Abschlusspressekonferenz im Teamquartier in Herzogenaurach seine AusfĂŒhrungen. «Ich habe immer gesagt, wir brauchen die Fans im Land, weil wir nicht viel zurĂŒckgegeben haben aus sportlicher Sicht in der Vergangenheit», sagte der 36-JĂ€hrige. 

«Wir hĂ€tten gerne den Fans mehr gegeben», versicherte der Bundestrainer, eine Woche mit gutem Fußball hĂ€tte es als Zugabe geben sollen. Und: «Wir hĂ€tten gerne den Titel geholt.» Die DFB-Elf war durch ein 1:2 nach VerlĂ€ngerung gegen Spanien im Viertelfinale ausgeschieden.

Nagelsmann wĂŒnschte sich, dass die «Symbiose» zwischen Nationalmannschaft und ihren AnhĂ€ngern auch in andere, wichtigere Lebensbereiche in der Gesellschaft transportiert werde. Wie so oft wĂ€hlte der sichtlich angefasste Bundestrainer ein alltĂ€gliches Beispiel. «Wenn ich dem Nachbarn helfe, die Hecke zu schneiden, ist er schneller fertig». «Wir haben es geschafft, die Menschen zu einen», sagte Nagelsmann.

Personell kĂŒndigte Nagelsmann fĂŒr die kommenden Aufgaben in der Nations League und der WM-Qualifikation zwar personelle ErgĂ€nzungen an. Man werde die Mannschaft aber «nicht neu zusammenwĂŒrfeln». Die Spieler mĂŒssten sich in ihren Vereinen nun beweisen. 

Neuendorf: Fans bei der EM «im Rausch»

DFB-PrĂ€sident Bernd Neuendorf lobte Nagelsmann nach dem EM-Aus in den höchsten Tönen. «Er hat das Amt des Bundestrainers fĂŒr mich auch ein StĂŒck weit neu definiert in den vergangenen Wochen, so wie er aufgetreten ist, er hat eine unglaubliche Energie ausgestrahlt, einen unglaublichen Spirit», sagte Neuendorf. Das gesamte Trainerteam sei «beeindruckend» aufgetreten.

«Wir haben eine Niederlage erlitten, aber ich glaube nicht, dass wir gescheitert sind», sagte Neuendorf. «Wir werden diesen Weg, den wir begonnen haben, fortsetzen, wir werden den RĂŒcken durchdrĂŒcken und die nĂ€chsten Ziele in den Blick nehmen. Wir bleiben positiv und greifen wieder an.»

Am Tag seines 63. Geburtstages habe es «mit dem Geschenk» nicht «ganz funktioniert», sagte Neuendorf. Er habe der Mannschaft «aber trotzdem gesagt, dass ich mich insgesamt beschenkt fĂŒhle mit und durch dieses Turnier», sagte der DFB-PrĂ€sident. «Wir können alle gemeinsam stolz darauf sein, was auf und neben dem Platz passiert ist.» Es sei «herausragend» gelungen, die Verbindung zwischen Fans und Team wiederherzustellen. «Ich muss sagen, dass ich das GefĂŒhl hatte, dass die Leute richtig in einem Rausch waren», sagte Neuendorf.

Völler: Nationalmannschaft an der Weltspitze dran

DFB-Sportdirektor Rudi Völler sieht die deutsche Nationalmannschaft nach den starken Auftritten bei der Heim-EM wieder sehr nahe an der Weltspitze. «Es war unser Wunsch, uns an die Weltspitze heranzuspielen, ich glaube schon, dass uns das gelungen ist», sagte Völler. Zwar sei die DFB-Auswahl «noch nicht da, wo wir hin möchten, sonst wÀren wir ein, zwei Runden weitergekommen» - die Auftritte seien aber «bemerkenswert» gewesen, sagte Völler.

Beim 1:2 nach VerlĂ€ngerung gegen die Spanier habe er eine «außergewöhnliche» Leistung gesehen, sagte Völler. «Nach einem RĂŒckstand zurĂŒckzukommen, wĂ€re vor einigen Monaten noch unvorstellbar gewesen.» Florian Wirtz hatte die Nationalmannschaft nach dem RĂŒckstand durch Dani Olmo mit seinem Tor kurz vor Ablauf der regulĂ€ren Spielzeit in die VerlĂ€ngerung gerettet.

Völler sieht «eine Basis an guten, jungen Spielern» fĂŒr die kommenden Monate in der Nations League und der folgenden Qualifikation fĂŒr die WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada. Es gebe die «Verpflichtung» den Fans gegenĂŒber, «weiterhin solchen Fußball» zu spielen. Es werde zwar RĂŒckschlĂ€ge geben, aber alle hĂ€tten sich geschworen, «dass wir genau in der Art und Weise weitermachen», sagte Völler.

@ dpa.de