Mario Voigt, Bundesregierung

Mario Voigt fordert Kurskorrektur der Bundesregierung

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 19:46 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

ThĂŒringens MinisterprĂ€sident Mario Voigt verlangt von CDU und Bundesregierung einen programmatischen Neuanfang. Er stellt Bezahlbarkeit in den Mittelpunkt und lehnt zusĂ€tzliche Belastungen bei Energie, Lebensmitteln und der Rente ab.

Voigt will deutliche Kurskorrektur der Bundesregierung
Mario Voigt (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Der thĂŒringische MinisterprĂ€sident Mario Voigt (CDU) hat eine deutliche Kurskorrektur der Bundesregierung gefordert. Vor dem fĂŒr den 11. Oktober geplanten Treffen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit den MinisterprĂ€sidenten und CDU-Landesvorsitzenden verlangt er einen programmatischen Neuanfang.

Voigt knĂŒpft Merz’ Zukunft an KursĂ€nderung

„Wir als MinisterprĂ€sidenten werden klar formulieren, worauf sich die Union im Berliner Regierungshandeln konzentrieren muss“, sagte Voigt dem „Handelsblatt“ fĂŒr dessen Freitagsausgabe. Von den KursĂ€nderungen hĂ€nge ab, ob Merz bis zum regulĂ€ren Bundestagswahltermin im FrĂŒhjahr 2029 Kanzler bleibe.

„Wenn wir die KursĂ€nderung hinbekommen, habe ich auch daran keine Zweifel“, sagte Voigt. Die Reformen mĂŒssten nach seiner EinschĂ€tzung besser erklĂ€rt und um soziale Aspekte ergĂ€nzt werden.

Bezahlbarkeit soll stÀrker in den Mittelpunkt

Voigt nannte Wachstum, Innovation und solide Staatsfinanzen als zentrale Ziele. Zugleich mĂŒsse die Union fĂŒr Fairness, Bezahlbarkeit und eine Sprache sorgen, die die LebensrealitĂ€t der Menschen ernst nehme.

Die zentrale Frage laute, ob sich die Menschen das Leben noch leisten könnten. Das betreffe Heizen und Tanken ebenso wie Mieten, Wohnen und den Einkauf.

Forderungen zu CO2-Abgabe und Zuckersteuer

Konkret fordert Voigt, die CO2-Steuer auf Öl und Gas dauerhaft abzuschaffen. Staatliche Vorgaben dĂŒrften gesellschaftliche VerĂ€nderungsprozesse nicht allein erzwingen und dabei den Markt aushebeln.

ZusĂ€tzliche steuerliche Belastungen auf Lebensmittel lehnt der CDU-Politiker ab. Auf die von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) geplante EinfĂŒhrung einer Zuckersteuer will Voigt verzichten.

Abschlagsfreie Rente soll bleiben

Voigt bekrĂ€ftigte außerdem, dass die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren bestehen bleiben soll. „Da werde ich auch nicht lockerlassen“, sagte der thĂŒringische MinisterprĂ€sident.

Mario Voigt verbindet die personelle Zukunft von Friedrich Merz mit einer inhaltlichen Neujustierung der Bundesregierung. Seine Forderung kommt in einer Phase, in der die Union nach den jĂŒngsten Landtagswahlen ĂŒber Wahlergebnisse, Reformtempo und die soziale Vermittlung ihrer Politik berĂ€t. Der fĂŒr den 11. Oktober angekĂŒndigte Austausch mit den MinisterprĂ€sidenten und CDU-Landesvorsitzenden wird damit zu einem wichtigen Forum fĂŒr die Bestimmung des weiteren Kurses.

Im Zentrum steht ein Zielkonflikt zwischen strukturellen Reformen und kurzfristig spĂŒrbarer Entlastung. Die Bundesregierung will Wachstum, Investitionen und die Stabilisierung der Sozialsysteme voranbringen. FĂŒr viele Haushalte entscheidet sich politische Akzeptanz jedoch an den laufenden Kosten fĂŒr Energie, MobilitĂ€t, Wohnen und Lebensmittel. Voigts Forderungen zielen darauf, diese Belastungen stĂ€rker zum Maßstab der Regierungspolitik zu machen.

Steuern, Energie und Rente als Konfliktfelder

Die vorgeschlagene Abschaffung der CO2-Abgabe auf Öl und Gas wĂŒrde den klimapolitischen Kurs der Koalition unmittelbar berĂŒhren. Sie steht fĂŒr die grundsĂ€tzliche Frage, ob VerĂ€nderungen vor allem ĂŒber staatliche Vorgaben oder stĂ€rker ĂŒber Marktanreize und Entlastungen gesteuert werden sollen. Der Verzicht auf eine Zuckersteuer wĂŒrde zugleich die finanz- und gesundheitspolitische Debatte innerhalb der Koalition verschĂ€rfen.

Besonders konflikttrĂ€chtig bleibt die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren. WĂ€hrend Voigt auf Bestandsschutz und VerlĂ€sslichkeit pocht, verweist die Bundesregierung auf die langfristige StabilitĂ€t der Alterssicherung. Die anstehenden Beratungen mĂŒssen daher nicht nur politische Botschaften, sondern auch konkrete PrioritĂ€ten bei Finanzierung, Sozialausgleich und Reformtempo klĂ€ren.

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