Ukraine, Russland

Makejew kritisiert mangelnde UnterstĂŒtzung durch Westen

02.12.2025 - 00:00:00

Mit Blick auf die aktuellen FriedensgesprĂ€che mit Russland hat der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksij Makejew, ĂŒber mangelnde UnterstĂŒtzung des Westens fĂŒr sein Land geklagt.

Die Ukraine sei "bereit zu konkreten Verhandlungen und zu einem echten Waffenstillstand", sagte Makajew dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". "Aber in diesen Verhandlungen brauchen wir keine angeblich neutralen Vermittler, sondern VerbĂŒndete, die uns unterstĂŒtzen und nicht Moskau, und die gemeinsam mit uns aus einer Position der StĂ€rke verhandeln." Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj habe bereits im April 2025 angeboten, "einem bedingungslosen Waffenstillstand zuzustimmen und die Verhandlungen fĂŒr einen dauerhaften Frieden in jedem Format fortzusetzen", so Makajew. Die auch von der Bundesregierung geĂ€ußerte Forderung, man mĂŒsse den Krieg "einfrieren", wies der Botschafter zurĂŒck: "Russlands imperialer Wahn lĂ€sst sich nicht einfrieren, nur die eigenen Überzeugungen und Werte", sagte er dem RND. Bereits das Abkommen von Minsk von 2015 sei ein Versuch gewesen, den Krieg einzufrieren - habe aber keinen Frieden gebracht, so Makajew. "Am Ende entbrannte der grĂ¶ĂŸte Krieg in Europa seit 1945." Das Minsk-Abkommen sei damals gescheitert, weil der Westen "Angst vor einer klaren gemeinsamen Antwort auf die russische imperiale Bedrohung" gehabt habe und stattdessen Druck auf die Ukraine ausĂŒbte, sagte der Botschafter dem RND. So habe der Westen die eigene SchwĂ€che und Unentschlossenheit ĂŒberdecken wollen.

Schon damals sei die Ukraine zu weitgehenden ZugestĂ€ndnissen gezwungen worden, wĂ€hrend an Russland keine verbindlichen Forderungen gestellt worden seien. "Jetzt versucht man, dasselbe Muster neu zu verpacken", warnte Makajew: "Wieder Einfrieren, wieder Druck auf die Ukraine, wieder Illusion statt Verantwortung." Das sei keine Friedenspolitik, sondern "moralische Selbstentlastung auf Kosten derer, die jeden Tag fĂŒr Freiheit und Sicherheit Europas sterben", sagte er dem RND. Am Montag hatte Regierungssprecher Stefan Kornelius gesagt, die Bundesregierung sehe in Verhandlungen auf Basis des Frontverlaufs keine Anerkennung ukrainischer Gebietsverzichte. "Wir reden von einem Einfrieren des Krieges", sagte er in Berlin. Damit sei aber keine Aussage ĂŒber die VerĂ€nderungen der Grenzen getroffen.

@ dts-nachrichtenagentur.de

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