ROUNDUP, Trump

Trump gibt Tiktok die nÀchste VerlÀngerung in den USA

20.06.2025 - 06:17:11 | dpa.de

PrÀsident Donald Trump gibt Tiktok noch eine FristverlÀngerung in den USA.

Die Kurzvideo-App soll trotz eines US-Gesetzes zu ihrem Aus zunĂ€chst fĂŒr weitere 90 Tage im Land verfĂŒgbar bleiben, ordnete Trump an. Zuvor verstrichen bereits zwei von ihm gewĂ€hrte Gnadenfristen ohne die versprochene Lösung.

Tiktok hĂ€tte nach dem Gesetz eigentlich bis zum 19. Januar vom in China ansĂ€ssigen EigentĂŒmer Bytedance verkauft werden mĂŒssen - oder in den USA vom Netz gehen. Doch Trump rĂ€umte zu seinem Amtsantritt im Januar eine zusĂ€tzliche Frist von 75 Tagen ein.

Schon damals stellte er eine weitere FristverlĂ€ngerung bei Bedarf in Aussicht - obwohl es dafĂŒr in dem Gesetz keine Grundlage gibt. Schon die ersten 75 Tage waren nicht vom Dokument gedeckt: Es sah lediglich einen Aufschub von 90 Tagen fĂŒr den Fall gut laufender Verkaufsverhandlungen vor. Nach wie vor sind keine aussichtsreichen GesprĂ€che bekannt.

Politiker und Experten in den USA befĂŒrchten, dass die chinesische Regierung ĂŒber Tiktok Amerikaner ausspĂ€hen oder die öffentliche Meinung manipulieren könnte. Die Unternehmen weisen dies zurĂŒck.

Handelskonflikt mit China

Trump hatte im FrĂŒhjahr niedrigere Zusatzzölle fĂŒr China im Austausch gegen die Zustimmung der chinesischen Regierung zum Tiktok-Verkauf in Aussicht gestellt. Er rĂ€umte dabei ein, dass Peking "möglicherweise" ein Mitspracherecht bei dem Deal haben werde. "Vielleicht werde ich ihnen eine kleine Senkung der Zölle oder etwas Ähnliches geben, um den Deal abschließen zu können", sagte Trump damals.

Algorithmus als Stein des Anstoßes

Ein zentraler Streitpunkt ist der Tiktok-Algorithmus: Software, die entscheidet, welche Videos die Nutzer als NĂ€chstes zu sehen bekommen. Tiktok-Kritiker warnen davor, dass die chinesische Regierung darĂŒber die öffentliche Meinung in den USA beeinflussen könne. Tiktok und Bytedance wiesen dies stets zurĂŒck. Das Gesetz schreibt unterdessen vor, dass weder die chinesische Regierung noch Bytedance Kontrolle ĂŒber den Algorithmus haben dĂŒrfen.

China entscheidet ĂŒber einen Algorithmus-Verkauf

Trump wollte in seiner ersten Amtszeit einen Verkauf des US-GeschĂ€fts von Tiktok mit einer Verbotsdrohung erzwingen, wurde aber von amerikanischen Gerichten gestoppt. Das unter PrĂ€sident Joe Biden verabschiedete Gesetz bietet eine solide rechtliche Basis fĂŒr ein Aus von Tiktok in den USA - Trump erwĂ€rmte sich im Wahlkampf aber fĂŒr die App und will sie erhalten.

Tiktok sei in den USA "Ă€ußerst beliebt", begrĂŒndete Trumps Sprecherin Karoline Leavitt die Position des PrĂ€sidenten. Die FristverlĂ€ngerung böte nun "mehr Zeit, um einen guten Deal zu machen".

China stellte unterdessen schon in Trumps erster Amtszeit die Regel auf, dass fĂŒr den Verkauf von Software-Algorithmen ins Ausland die Zustimmung der Regierung erforderlich ist.

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