Parteien, Wagenknecht

Wagenknecht sieht eigene Niederlage im internen Machtkampf

27.06.2023 - 12:34:38 | dts-nachrichtenagentur.de

Sahra Wagenknecht (Linke) hat ihrer eigenen EinschÀtzung zufolge den Machtkampf in der Linken verloren.

Sahra Wagenknecht - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur

"Es ist schon ziemlich bitter: Ich habe mich lange aus voller Überzeugung fĂŒr diese Partei engagiert und habe immer wieder versucht, sie auf einen erfolgversprechenden Kurs zurĂŒckzubringen", sagte die Bundestagsabgeordnete der "Welt" (Mittwochausgabe) auf die Frage, ob sie das Auseinandergehen zwischen ihr und der Linkspartei als persönliches Scheitern sehe. "Das ist nicht gelungen. Klar ist das auch ein Scheitern. Den Machtkampf in der Linken habe ich verloren."

DarĂŒber hinaus forderte sie die Linke dazu auf, sich einer Mitverantwortung am Umfragehoch der AfD zu stellen. NatĂŒrlich sei es ein Problem, wenn eine Partei mit einem rechtsextremen FlĂŒgel immer stĂ€rker werde. "Aber anstatt sich darĂŒber zu empören, sollten sich alle Parteien fragen, welche Verantwortung sie dafĂŒr tragen. Auch die Linke, die als einzige Oppositionspartei von der miesen Performance der Ampel ĂŒberhaupt nicht profitiert", so Wagenknecht. Viele Menschen hĂ€tten den Eindruck, dass Politiker ihre Probleme gar nicht kennen wĂŒrden. "Immer mehr Menschen fĂŒhlen sich von keiner Partei mehr vertreten. Es gibt eine riesige Leerstelle im politischen System. Ich wĂŒrde mir ein Angebot wĂŒnschen, das sie schließt." Seit Monaten erwĂ€gt die Linke-Politiker eine ParteineugrĂŒndung, hat sich bisher aber nicht festgelegt. Nach den nötigen Voraussetzungen fĂŒr eine neue Partei gefragt, sagte Wagenknecht nun: "Eine solide Partei braucht starke Strukturen und muss Vorkehrungen treffen, um keine VerrĂŒckten, Spinner oder Rechtsextremen einzusammeln." Dazu brauche es von Anfang an "solide Strukturen und eine entsprechende Satzung". Auf die Frage, wie das in der Praxis funktionieren sollte, antwortete die Politikerin: "Laut Parteienrecht mĂŒssen Parteien nicht jeden aufnehmen." Zudem beklagte Wagenknecht in dem GesprĂ€ch eine Begrenzung des Meinungsspektrums. "Es gibt den Trend, alles, was nicht innerhalb eines engen Meinungsspektrums liegt, in die rechte Ecke zu stellen", sagte sie. "Wenn ich sage, die Ukraine kann den Krieg gegen die Atommacht Russland militĂ€risch nicht gewinnen und deshalb muss er durch Verhandlungen beendet werden, dann heißt es, das hat Frau Weidel auch gesagt. Und das gilt dann als Gegenargument. Diese Art der Diskussion ist ausgesprochen dumm, denn sie gibt der AfD die Macht, das zulĂ€ssige Meinungsspektrum zu definieren."

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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