10-Punkte-Plan bremst Energiewende / FĂS-Kurzanalyse macht WidersprĂŒche zwischen Energiewende-Monitoring und PlĂ€nen des Bundeswirtschaftsministeriums deutlich
23.09.2025 - 14:49:38"WĂ€hrend der Bericht der Wissenschaftler:innen die herausgehobene Bedeutung der KlimaneutralitĂ€t betont", so die FĂS-Autor:innen in ihrer Analyse, "stellt das Ministerium vor allem auf Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit ab. So entsteht der Eindruck, dass die verschiedenen Zieldimensionen im Widerspruch zueinander stĂŒnden. Es fehlt der klare Zusammenhang und die damit verbundenen Schlussfolgerungen, dass nur ein schnellstmöglich klimaneutrales Energiesystem wirklich dauerhaft versorgungssicher und bezahlbar ist. Die EinschĂ€tzung des BMWE, dass der Strombedarf weniger stark steigen wird, zeigt vor allem eins: Es fehlt an energie - und industriepolitischem Gestaltungswillen."
In der Kurzanalyse "ZukunftsfĂ€higes Stromsystem: Energiewendemonitoring und 10-Punkte-Plan im Vergleich" stellen die FĂS-Autor:innen jeweils die Kernaussagen aus dem wissenschaftlich erarbeiteten Monitoring neben die aus Plan des Ministeriums. Dabei geht es um den Zubau von Gaskraftwerken zur vermeintlichen Verbesserung der Versorgungssicherheit ebenso wie um den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien oder die Zukunft des Erneuerbaren Energiegesetzes (EEG). Nicht zuletzt stellt die Kurzanalyse WidersprĂŒche zwischen Monitoring und Ministerium bei der EinschĂ€tzung ĂŒber den kĂŒnftigen Strombedarf in Deutschland sowie ĂŒber die Herstellung grĂŒnen Wasserstoffs fest.
"Um die Klimaziele zu erreichen und die Wirtschaft in Deutschland zukunftsfĂ€hig zu gestalten, brauchen wir den weiteren Ausbau der Erneuerbaren", betont Alexander Sladek, Vorstandsmitglied der EWS ElektrizitĂ€tswerke Schönau eG. "Dazu muss ein starker Fokus auf FlexibilitĂ€tspotenziale gelegt werden, auch um die Kosten fĂŒr Stromkundinnen und Stromkunden zu verringern." Der nun geplante massive Ausbau von Gaskraftwerken setze falsche Signale, so Sladek weiter: "Wir brauchen mehr Anreize fĂŒr FlexibilitĂ€t wie Speicher und Nachfragesteuerung, statt aus einer fossilen AbhĂ€ngigkeit von russischem Erdgas uns gleich in eine neue zu begeben. Marktorientierte Instrumente zur Versorgungssicherheit wĂ€ren fĂŒr Stromkundinnen und Stromkunden deutlich gĂŒnstiger als der massive Ausbau von Gaskraftwerkten mit staatlich geplanten Ausschreibungen, der durch neue Umlagen finanziert werden soll."
Das Energiewende-Monitoring geht wie das Wirtschaftsministerium von einem geringeren zukĂŒnftigen Strombedarf in Deutschland aus, als bisher veranschlagt wurde. Aus dem angenommenen zukĂŒnftigen Strombedarf leitet sich der EE-Ausbau in Deutschland ab. Der Monitoringbericht betont: "Die Entwicklung des Strombedarfs hĂ€ngt wesentlich von zu treffenden klima- und industriepolitischen Entscheidungen ab." Das bedeutet nichts anderes als: Wenn der politische Wille vorhanden wĂ€re, den WĂ€rme- und Verkehrssektor schnellstmöglich auf grĂŒnen Strom umzustellen und damit endlich Fortschritte beim Klimaschutz in diesen Sektoren zu erreichen, wĂŒrde der Strombedarf in den nĂ€chsten Jahren deutlich steigen.
"Um die Klimaziele zu erreichen und BeschĂ€ftigungseffekte zu setzen", so Alexander Sladek, "benötigen wir dringend und schnell mehr Ambitionen, Innovationen und Schadstoffminderung im Verkehrs- und WĂ€rmesektor. Wenn wir in Deutschland nicht zum Industriemuseum werden wollen, sollten wir schnellstmöglich aufhören, mit Kohle, Ăl und Gas HĂ€user zu beheizen und Autos anzutreiben. Wir sollten uns stattdessen Zukunftstechnologien und -mĂ€rkten zuwenden. Denn marktwirtschaftlich sind die Erneuerbaren und Zukunftstechnologien wie WĂ€rmepumpen den fossilen Technologien lĂ€ngst ĂŒberlegen." Es sei eine fadenscheinige Annahme, man benötige kĂŒnftig weniger Strom, so der EWS-Vorstand: "Der Ausbau der Erneuerbaren braucht keine Bremse, sondern in den nĂ€chsten Jahren mehr Dynamik, um auch Industrie, Verkehr und den WĂ€rmesektor klimaneutral zu gestalten. Die Kurzanalyse des FĂS macht deutlich, dass das Wirtschaftsministerium mit dem 10-Punkte-Plan einen falschen Weg einschlĂ€gt. Energie, WĂ€rme, Verkehr und Industrie sind ein groĂes Orchester. Nur die BerĂŒcksichtigung aller Sektoren gleichermaĂen fĂŒhrt zu einer Energiewende, die ambitionierten Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit miteinander vereint."
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