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Schwesig wirft Bundesregierung faktische RentenkĂŒrzung vor

Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 11:04 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de

Die MinisterprÀsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), hat im Streit um die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren nachgelegt.Die RentenplÀne der Bundesregierung bedeuteten, dass "diejenigen, die trotzdem nach 45 Jahren in die wohlverdiente Rente gehen, durch die AbschlÀge de facto weniger Rente bekommen", sagte Schwesig dem Nachrichtenportal T-Online.

Schwesig wirft Bundesregierung faktische RentenkĂŒrzung vor
Manuela Schwesig (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Bei einer durchschnittlichen Rente von 1.300 Euro in Ostdeutschland "kann und werde ich als MinisterprĂ€sidentin in meinem Bundesland eine faktische RentenkĂŒrzung nicht mitmachen". Den Menschen im Wahlkampf sage sie, dass sie ganz klar gegen die Abschaffung sei und "alles dafĂŒr tue, das zu verhindern".

Schwesig begrĂŒndete ihre Kritik am Ziel der Bundesregierung, die Rente stĂ€rker an der Lebenserwartung auszurichten, mit der Lage in Ostdeutschland. Im Osten zum Beispiel sinke die durchschnittliche Lebenserwartung. Sie halte den Vorschlag von Ökonomen, die Rente an Beitragsjahren auszurichten, fĂŒr sinnvoller und gerechter. Im Durchschnitt zahlten die Menschen 37 Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung ein, so Schwesig. Deswegen mĂŒsse die Bundesregierung darĂŒber nachdenken, wie man es schaffe, von den durchschnittlich 37 Jahren auf die 45 Jahre zu kommen. Man dĂŒrfe aber nicht diejenigen bestrafen, die am lĂ€ngsten arbeiten und einzahlen.

Den Aufruf von Kanzler Friedrich Merz (CDU) und Arbeitsministerin BĂ€rbel Bas (SPD), die Empfehlungen der Rentenkommission möglichst unverĂ€ndert ins Gesetz aufzunehmen, lehnte Schwesig ab. Sie rate dazu, vor einer solchen Reform mit den LĂ€ndern zu sprechen. Was die Kommission vorschlage, sei das eine. Aber am Ende mĂŒssten Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat die Entscheidung treffen. Sie bleibe dabei: Es mĂŒsse einen Unterschied machen, ob jemand mit 16 anfange zu arbeiten oder mit 26.

Die Kritik, sie wĂŒrde mit ihrem Widerstand der Rentenreform den finanziellen Spielraum nehmen und damit das gesamte Projekt gefĂ€hrden, wies Schwesig zurĂŒck. Das sei eine Drohkulisse, mit der eine berechtigte Frage abgerĂ€umt werden solle. Sie erwarte eine sachliche Diskussion darĂŒber, welche Folgen die Reform habe. Wenn man ausgerechnet denen den Anreiz nehme, die 45 Jahre arbeiten und einzahlen, könne das sogar kontraproduktiv sein. FĂŒr sie sei es eine Frage der Gerechtigkeit, dass diejenigen, die am lĂ€ngsten arbeiten und am lĂ€ngsten einzahlen, auch am ehesten rausdĂŒrften.

Mit Blick auf einen möglichen Kompromiss sagte Schwesig, sie warte nun auf gemeinsame GesprĂ€che zwischen Bund und LĂ€ndern und darauf, dass man sich genau die Folgen der VorschlĂ€ge anschaue. Das sei auch ĂŒblich, insbesondere bei wichtigen Gesetzen. Am besten wĂ€re es, die Rente nach 45 Jahren bliebe erhalten, sagte sie. Klar sei: Die HĂ€rtefallregelung, die darauf abzielt, dass die Menschen erst krank werden mĂŒssen, um vorzeitig in Rente gehen zu können, sei fĂŒr sie kein Kompromiss.

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