Parteien, Klingbeil

Klingbeil zweifelt an Brandmauer der Union zur AfD

09.07.2023 - 11:32:23 | dts-nachrichtenagentur.de

SPD-Chef Lars Klingbeil hat Zweifel an der von der Union versprochenen "Brandmauer" zur AfD geĂ€ußert.

Lars Klingbeil - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur

"Wir mĂŒssen als Demokraten aufpassen, dass rechtsextreme ErzĂ€hlungen nicht in der Mitte der Gesellschaft ankommen", sagte Klingbeil dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". Die Gesellschaft sei "mĂŒde".

Das Land sei seit drei Jahren im Krisenzustand: Pandemie, Krieg in Europa, Energiekrise, Inflation. "Die Leute haben ZukunftsĂ€ngste. Das sorgt dafĂŒr, dass ein NĂ€hrboden fĂŒr Populismus entsteht, wie ihn die Rechtsextremen verbreiten." Er rĂ€umte ein, dass die Zerstrittenheit der Ampelkoalition zur Verunsicherung der Menschen gefĂŒhrt habe, aber dazu trage auch die Union bei, "weil sie sich mehr mit der Frage ihrer Kanzlerkandidatur beschĂ€ftigt als mit wirksamen Alternativen zur AfD". Er glaube, dass CDU-Chef Friedrich Merz die "Brandmauer" zur AfD wolle, aber ob er die Kraft habe, es in der gesamten Partei durchzusetzen, das werde sich zeigen. "Ich merke, dass genau diese Normalisierung - Dinge zu sagen, die auch die Rechten sagen - zumindest auf mancher lokalen Ebene in die CDU einsickert." Und: "Wenn es bei CDU und CSU inhaltlich wird, dann geht es um irgendwelche IdentitĂ€tsdebatten, die Wasser auf die MĂŒhlen der Rechten sind." Niemand im politischen Berlin rede etwa so viel ĂŒber das Gendern wie Merz. Die AfD gaukele den Leuten vor, es könne alles bleiben, wie es ist. Inhaltlich sei sie aber "völlig blank". Der Wandel mĂŒsse vorangetrieben werden, damit Deutschland ein wirtschaftlich starkes Land bleibe, den Menschen mĂŒsse in diesen Zeiten Sicherheit gegeben werden. "Was dabei aber nicht funktioniert, ist eine Politik von oben herab, die den Menschen vorschreibt, wie sie sein sollen", so Klingbeil. Viele zögen sich immer mehr in ihre eigenen Kreise zurĂŒck, ein wirklicher Austausch mit anders Denkenden finde oft nicht statt. "GrundsĂ€tzlich mĂŒssen wir als Gesellschaft allerdings wieder stĂ€rker lernen, zuzuhören und andere Meinungen zu akzeptieren."

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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