KBV: Milliarden-Sparpaket bedroht Millionen Arzttermine
09.05.2026 - 10:39:14 | dpa.de
Die KassenĂ€rzte erwarten wegen der geplanten Einsparungen im Gesundheitswesen im kommenden Jahr deutlich weniger Behandlungen in den Arztpraxen. Nach Berechnungen der KassenĂ€rztlichen Vereinigungen wĂ€ren durch die geplanten SparmaĂnahmen rund 46 Millionen BehandlungsfĂ€lle nicht finanziert. «Bild» hatte zuerst ĂŒber ein entsprechendes Papier der KassenĂ€rztlichen Bundesvereinigung (KBV) berichtet.
HausĂ€rzte und Allgemeinmediziner, die bisher im Schnitt 984 Patientinnen und Patienten pro Quartal behandelten, könnten demnach nur noch 892 FĂ€lle behandeln. Bei KinderĂ€rzten wĂŒrde die Zahl der maximal versorgten Patienten rechnerisch von 1.189 auf 1.124 sinken.Â
Sparpaket soll Beitragsanstieg stoppen
Das Bundeskabinett hatte Ende April ein Sparpaket fĂŒr das Gesundheitswesen auf den Weg gebracht, das noch durch Bundestag und Bundesrat muss. Es soll den stetigen Anstieg der KrankenkassenbeitrĂ€ge stoppen, mit dem die steigenden Kosten im System immer wieder aufgefangen wurden. Die gesetzlichen Krankenkassen sollen mit dem Paket 2027 um 16,3 Milliarden Euro entlastet werden. Das ist etwas mehr als das erwartete Defizit von 15,3 Milliarden Euro.
KĂŒrzungen und höhere Zahlungen
Geplant sind Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken und Pharmabranche - aber auch höhere Zuzahlungen fĂŒr Medikamente, höhere BeitrĂ€ge fĂŒr Gutverdiener und EinschrĂ€nkungen der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern. Bei Ărzten und Kliniken sollen VergĂŒtungsanstiege begrenzt werden. Bei Praxen sollen mehrere Extra-Zahlungen wegfallen.
KBV-Chef: «heckenschnittartiges Spargesetz»
KBV-Chef Andreas Gassen sagte «Bild»: «Vor uns liegt ein heckenschnittartiges Spargesetz. Kommt es in der bisher vorliegenden Form, werden die KassenĂ€rztlichen Vereinigungen das ambulante Leistungsangebot reduzieren mĂŒssen.» Schon heute wĂŒrden viele Untersuchungen und Behandlungen nicht bezahlt, heiĂt es in dem Papier. Ăber 40 Millionen Termine erbrĂ€chten FachĂ€rztinnen und FachĂ€rzte ohne VergĂŒtung.
Die KBV hatte bereits nach dem Kabinettsbeschluss Ende April vor spĂŒrbaren Konsequenzen mit weniger Terminen und Leistungen fĂŒr Patienten gewarnt. Ihren Angaben zufolge stehen durch die KĂŒrzungsmaĂnahmen rund 2,7 Milliarden Euro weniger fĂŒr die ambulante Versorgung gesetzlich Versicherter
Patientinnen und Patienten zur VerfĂŒgung.
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