Deutschland, Justiz

Kabinett bringt digitales Führungszeugnis auf den Weg

21.01.2026 - 11:45:54

Wer ehrenamtlich Fußball-Nachwuchs trainiert, braucht es, wer als Kaufhausdetektiv arbeitet auch: Das Führungszeugnis soll künftig digital verfügbar sein.

Ein Führungszeugnis zur Vorlage etwa beim künftigen Arbeitgeber oder für eine ehrenamtliche Tätigkeit soll künftig auch digital verfügbar sein. Nach Angaben der Bundesregierung hat das Kabinett einen entsprechenden Gesetzentwurf verabschiedet. Das neue Digitale Führungszeugnis kann allerdings nur erhalten, wer ein sogenanntes BundID-Konto eingerichtet hat, das Zugang zu Online-Verwaltungsdienstleistungen bietet. Ein Führungszeugnis ist ein Auszug aus dem Bundeszentralregister und gibt Auskunft darüber, ob jemand vorbestraft ist.

Vom Antrag bis zur Überprüfung läuft alles digital 

Online beantragt werden kann das Führungszeugnis schon seit einigen Jahren. Bisher muss es allerdings auch dann auf einem speziellen Papier ausgedruckt und per Post aus Bonn an die Antragsteller verschickt werden. Das soll nun für diejenigen, die sich für den digitalen Weg entscheiden, wegfallen. Um Fälschungen vorzubeugen, soll es einen Barcode geben, mit dem die Echtheit des Dokuments mittels einer Smartphone-App von jedem überprüft werden kann. Für die Einrichtung des erforderlichen BundID-Kontos ist etwa ein Personalausweis mit Online-Funktion erforderlich.

Wer das Online-Verfahren nicht nutzen will, kann laut Bundesjustizministerium weiterhin ein Führungszeugnis im Bürgeramt beantragen und dann auf Papier erhalten. 

Ein Führungszeugnis wird für verschiedene berufliche und ehrenamtliche Tätigkeiten benötigt, besonders im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit oder bei Berufsgruppen mit besonderen Sicherheitsanforderungen wie zum Beispiel in der Finanzbuchhaltung oder im Wachschutz. Bei bestimmten Berufsgruppen ist die Vorlage eines Führungszeugnisses sogar gesetzlich vorgeschrieben.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Richterbund lobt Hubigs Vorschlag zur IP-Speicherpflicht. Der Richterbund hält den dazu vorgelegten Entwurf für rechtskonform. Die Bundesregierung will mit der geplanten Einführung einer Speicherpflicht für IP-Adressen Ermittlern die Arbeit erleichtern. (Politik, 29.01.2026 - 03:00) weiterlesen...

Prozess in Russland gegen Jacques Tilly erneut verschoben. Erneut muss das Gericht das Verfahren verschieben. Die russische Justiz kommt im Prozess gegen den Düsseldorfer Karnevalisten Jacques Tilly nicht voran. (Ausland, 28.01.2026 - 15:09) weiterlesen...

Geringere Anforderungen in der Fahrschule - ja oder nein?. Dazu soll es Änderungen in der Ausbildung und Prüfung geben. Der Führerschein soll günstiger werden. (Unterhaltung, 28.01.2026 - 05:30) weiterlesen...

Prozess in Russland gegen Jacques Tilly: Neuer Anlauf Die russische Justiz will den Prozess gegen den Düsseldorfer Karnevalisten Jacques Tilly fortsetzen – obwohl er selbst nie offiziell über das Verfahren informiert wurde. (Ausland, 28.01.2026 - 04:30) weiterlesen...

Initiative: Sauna-Spanner sollen bestraft werden. Sie beschweren sich – doch der Mann kommt ohne Strafe davon und erhält die Bilder sogar zurück. Zwei Bundesländer fordern eine Gesetzesänderung. Zwei Freundinnen werden in einer Sauna nackt gefilmt. (Unterhaltung, 26.01.2026 - 16:46) weiterlesen...

Spanner-Videos sollen auch in Sauna & Co. strafbar werden. In der Sauna oder am Strand kommen Voyeure ungestraft davon. Zwei Bundesländer wollen das ändern. Heimliche Nacktaufnahmen sind bisher nicht in jedem Fall untersagt. (Unterhaltung, 26.01.2026 - 13:30) weiterlesen...