Gewerkschaft ruft Lufthansa-Piloten zu zwei Tagen Streik auf
10.03.2026 - 18:18:42 | dpa.dePassagiere der Lufthansa mĂŒssen sich auf den nĂ€chsten groĂen Streik der Piloten einrichten. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat mehr als 5.000 BeschĂ€ftigte zu einem 48-Stunden-Streik an diesem Donnerstag und Freitag (12. und 13. MĂ€rz) aufgerufen. GefĂ€hrdet sind Starts aus Deutschland der Lufthansa-Kerngesellschaft, der Frachttochter Lufthansa Cargo und erstmals bei der Regionalgesellschaft Lufthansa Cityline.Â
Keine Streiks auf FlĂŒgen nach Nahost
Die VC hatte in der vergangenen Woche wegen der angespannten Situation im Luftverkehr nach Nahost von StreikmaĂnahmen abgesehen. Nun sollen FlĂŒge in den arabischen Raum nicht bestreikt werden. AusdrĂŒcklich sind folgende Destinationen vom Arbeitskampf ausgenommen: Ăgypten, Aserbaidschan, Bahrain, Irak, Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien sowie die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE).
In den drei bestreikten Flugbetrieben hatten sich die Piloten in Urabstimmungen fĂŒr ArbeitskĂ€mpfe entschieden. Bei der Gesellschaft Eurowings lĂ€uft eine entsprechende Abstimmung am kommenden Montag (16. MĂ€rz) aus. An dem Streik in der laufenden Woche werden sich die Eurowings-BeschĂ€ftigten daher nicht beteiligen.Â
Es ist bereits die zweite Streikwelle in der laufenden Tarifauseinandersetzung bei der Lufthansa-Kerngesellschaft. Am 12. Februar hatten die Piloten fĂŒr einen Tag die Arbeit niedergelegt. Mehr als 800 FlĂŒge mit rund 100.000 Passagieren fielen aus.Â
Ziel: VerhandlungsfÀhiges Angebot
Hintergrund des Arbeitskampfes sind der Gewerkschaft zufolge ergebnislose Verhandlungen ĂŒber die Betriebsrenten bei Lufthansa und Lufthansa Cargo. Laut VC-PrĂ€sident Andreas Pinheiro liegt weiterhin kein Angebot vor. «Es hilft nicht, wenn die Gegenseite nur GesprĂ€chsbereitschaft signalisiert, aber nicht ĂŒber substanzielle Verbesserungen der betrieblichen Altersversorgung sprechen möchte.» Der Sprecher der Tarifkommission, Arne Karstens, erklĂ€rte: «Sieben Verhandlungsrunden, lange Bedenkzeiten und sogar ein vermittelndes Angebot â all das hat der Arbeitgeber verstreichen lassen. Jetzt reden wir erst weiter, wenn ein verhandlungsfĂ€higes Angebot vorliegt.»
Cityline fliegt nicht mehr lange
Die Cityline erledigt fĂŒr die Kerngesellschaft Lufthansa regionale ZubringerflĂŒge. Sie betreibt 30 Jets und beschĂ€ftigt an die 500 Pilotinnen und Piloten. Der Flugbetrieb der Gesellschaft soll nach Aussagen des Konzern-Managements im kommenden Jahr auslaufen. Ihre Verbindungen sollen bis dahin auf die neue, fast namensgleiche Unternehmenstochter Lufthansa City Airlines ĂŒbergehen.
Laut VC hat die bevorstehende SchlieĂung aber nichts mit den laufenden Tarifverhandlungen zu tun. Die Gewerkschaft hat fĂŒr die Jahre 2024, 2025 und 2026 VergĂŒtungsanpassungen um jeweils 3,3 Prozent jĂ€hrlich gefordert. Ein erstes Angebot hat die VC abgelehnt, weil es eine Friedenspflicht bis Ende 2027 beinhaltete.Â
Spohr: Piloten wollen KarrierechancenÂ
Die Lufthansa hatte nach dem Streik bei der Kerngesellschaft kostenneutrale Reformen des Betriebsrentensystems vorgeschlagen, um danach mit Hilfe eines externen Moderators ĂŒber die grundsĂ€tzliche Organisation des Flugbetriebs zu sprechen. Daran hĂ€ngen auch die Karrierechancen der einzelnen Piloten. Vorstandschef Carsten Spohr hat erklĂ€rt, dass dies die BeschĂ€ftigten weit mehr interessiere als das ohnehin auskömmliche Betriebsrentensystem. Auch mit der Kabinengewerkschaft Ufo sei man in GesprĂ€chen zum Manteltarifvertrag, heiĂt es aus dem Konzern.
Die VC hatte zunĂ€chst ablehnend auf den neuen VorstoĂ des Managements reagiert. Sie kritisiert seit langem die Konzernstrategie, mit neuen Flugbetrieben wie City Airlines und Discover die Arbeitsbedingungen bei den Ă€lteren Konzerngesellschaften unter Druck zu setzen. In den Verhandlungen konzentriert sie sich aber aus rechtlichen GrĂŒnden allein auf Forderungen, die mit TarifvertrĂ€gen geregelt werden können.
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