Justiz, KriminalitÀt Richterbund: Staat spielt Organisierter KriminalitÀt in die HÀnde
26.12.2025 - 01:00:00
Der Deutsche Richterbund wirft den BundeslÀndern vor, der Organisierten KriminalitÀt das GeschÀft zu erleichtern.
"Die Landesregierungen lassen viele Milliarden Euro fĂŒr den Staat liegen, weil sie zu einseitig auf die Personalkosten der Strafverfolgung fixiert sind", sagte BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Sven Rebehn den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagausgaben).
"Dabei wĂŒrde jeder zusĂ€tzliche Euro, der in mehr Ermittler zur besseren BekĂ€mpfung von Finanz- und WirtschaftskriminalitĂ€t flieĂt, am Ende mehrfach in die Staatskasse zurĂŒckflieĂen." Rebehn betonte: "Es spielt der organisierten KriminalitĂ€t in die HĂ€nde, dass bundesweit inzwischen 2.000 StaatsanwĂ€lte fehlen, sich eine Million offene Verfahren bei den Ermittlern stapeln und gerade komplexe FĂ€lle wegen fehlender Ressourcen hĂ€ufig nicht ausermittelt werden können und mit Deals enden."
Drogenbanden, MenschenhÀndler, Wirtschafts- und Finanzkriminelle hÀtten es in Deutschland zu leicht, weil sie es vielfach mit chronisch unterbesetzten und technisch schlecht ausgestatteten Strafverfolgungsbehörden zu tun hÀtten.
Das Volumen der GeldwĂ€sche in Deutschland liege bei rund 100 Milliarden Euro pro Jahr, rechnete der BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer vor. Etwa 40 Milliarden Euro hĂ€tten kriminelle Finanzjongleure allein mit den Cum/Ex- und Cum/Cum-Aktiendeals erbeutet. Rebehn sprach von einem "Irrweg" und rief die LĂ€nder dazu auf, "das Schwert des Strafrechts zu schĂ€rfen".
Der Bund hatte im vergangenen Sommer zugesagt, den LĂ€ndern rund eine halbe Milliarde Euro in den nĂ€chsten vier Jahren fĂŒr die Schaffung zusĂ€tzlicher Stellen in der Justiz und fĂŒr die Digitalisierung der Justiz bereitzustellen. Anfang Dezember nahm die MinisterprĂ€sidentenkonferenz den sogenannten "Pakt fĂŒr den Rechtsstaat" jedoch von der Tagesordnung - einige LĂ€nder hegen noch Zweifel an der Finanzierung.