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Linnemann will bei Klimaklebern verstÀrkt auf Haftstrafen setzen

13.07.2023 - 14:11:19

Der neue CDU-GeneralsekretĂ€r Carsten Linnemann hat die Klebeaktion der `Letzten Generation` an den FlughĂ€fen Hamburg und DĂŒsseldorf scharf kritisiert.

Rechtsstaatlichkeit mĂŒsse "endlich wieder" durchgesetzt werden, zur Not auch mit langen Freiheitsstrafen fĂŒr WiederholungstĂ€ter, forderte Linnemann im TV-Sender "Welt". Man mĂŒsse sich nur einmal in die Situation der Urlauber an den FlughĂ€fen hineinversetzen, so Linnemann: "Wir haben sechs bis acht Prozent Inflation, de facto Diebstahl im Portemonnaie der kleinen Leute, trotzdem sparen sie sich mĂŒhsam einen Urlaub zusammen, nehmen Urlaubstage, fahren zum Flughafen, freuen sich, wollen vielleicht noch einen Drink vorher nehmen, fahren extra eher hin - und dann sehen sie: Es funktioniert nicht; alle FlĂŒge werden storniert."

NatĂŒrlich hĂ€tten die Menschen dafĂŒr kein VerstĂ€ndnis: "Die Menschen haben das GefĂŒhl: `Was ist hier los in Deutschland` und deshalb muss reagiert werden. Der Rechtsstaat muss durchgesetzt werden, Recht in Deutschland muss durchgesetzt werden. Ganz einfach." Linnemann forderte, beim Vorgehen gegen WiederholungstĂ€ter auch verstĂ€rkt auf Haftstrafen zu setzen. "Ich finde, dieses Land muss stĂ€rker auch ĂŒber Freiheitsstrafen reden, denn der Rechtsstaat darf sich nicht vorfĂŒhren lassen", so Linnemann. Bußgelder und BewĂ€hrungsstrafen allein seien zu wenig: "Ich finde, das reicht nicht aus - Bußgelder oder auf BewĂ€hrung - ich finde, ein Rechtsstaat muss gerade dann richtig funktionieren, wenn es WiederholungstĂ€ter gibt, wenn es Menschen gibt, die dem Rechtsstaat auf der Nase herumtanzen wollen." Dann brĂ€uchte es Freiheitsstrafen von einigen Monaten, vielleicht von wenigen Jahren. "Das wĂ€re meine Position - und die Debatte brauchen wir jetzt." Doch nicht nur das Strafmaß findet Linnemann entscheidend, es sei auch wichtig, dass die Strafen direkt auf die Tat folgten. "Die mĂŒssen sie hier wirklich schnell `packen` sozusagen und noch am gleichen Tag dem Richter vorfĂŒhren, in einem Eilverfahren." Gerade jetzt mĂŒsse der Rechtsstaat funktionieren, und es mĂŒsse gelten, dass Recht auch durchgesetzt werde. "DafĂŒr braucht es keinen Rechtsruck - das wollen die Menschen auch gar nicht - sondern Rechtsstaatlichkeit. Das gehört zu einem funktionierenden Staat dazu." Linnemann nimmt nicht nur die Politik und Justiz in die Verantwortung, sondern auch die Flughafenbetreiber: "Da muss man mal den Betreibern die Frage stellen, wie so etwas passieren kann. Gerade so sensible Bereiche wie FlughĂ€fen, wie Bahnhöfe und andere Infrastrukturknotenpunkte, wo man genau weiß: hier ist höchste Sicherheitsstufe eigentlich, angesagt - da sind die Betreiber jetzt in der Verantwortung." Er erwarte, dass da schnell "nachgelegt wird", so Linnemann. "Ein Land wie Deutschland kann sich so etwas nicht leisten. Wir machen uns dann ja auch irgendwo lĂ€cherlich, wenn wir nicht in der Lage sind, unsere FlughĂ€fen zu schĂŒtzen."

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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