Afghanistan, Justiz

Hunderte Afghanen klagen gegen Entzug von Aufnahmezusagen

13.04.2026 - 00:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de

Hunderte Afghanen wehren sich juristisch gegen den Entzug ihrer Aufnahmezusagen durch die Bundesregierung."Rund 180 Verfahren liegen bei den Verwaltungs- oder Oberverwaltungsgerichten in Berlin und Ansbach", sagte die Sprecherin der Organisation Kabul LuftbrĂŒcke, Eva Beyer, dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland".

Afghanistan (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
"ZusÀtzlich sind 18 Verfassungsbeschwerden in Vorbereitung."

Weiterhin harrten 875 Afghanen aus den verschiedenen deutschen Aufnahmeprogrammen in Pakistan aus. Hinzu kÀmen 55, die im vergangenen Sommer von Pakistan nach Afghanistan abgeschoben wurden. "Wir schÀtzen, dass mindestens 90 Prozent der Menschen Klageverfahren anhÀngig gemacht haben, vermutlich mehr."

Dagegen seien bisher erst 126 Menschen nach Afghanistan zurĂŒckgekehrt, nachdem sie das Angebot der Bundesregierung angenommen hatten, gegen Geld auf eine Aufnahme in Deutschland zu verzichten. Eine Klage umfasse meist eine Familie, im Schnitt rund fĂŒnf Personen pro Fall. Kabul LuftbrĂŒcke koordiniert die juristischen BemĂŒhungen.

Von den GrĂŒnen kam scharfe Kritik an der Bundesregierung aus Union und SPD, die Afghanen in Pakistan Fristen zum Auszug aus den GĂ€stehĂ€usern gesetzt hat. "Es ist absolut inakzeptabel, dass die Bundesregierung weiterhin afghanische Staatsangehörige aus deutschen Aufnahmeprogrammen in Pakistan im Stich lĂ€sst", sagte der innenpolitische Sprecher der GrĂŒnen-Fraktion, Marcel Emmerich, dem RND. "Noch bevor das Bundesverfassungsgericht eine Grundsatzentscheidung getroffen hat, sollen diese Menschen nach dem Willen der Bundesregierung in wenigen Tagen sĂ€mtliche UnterstĂŒtzung verlieren."

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