EU, Ukraine

EU-Regierungen sehen Russland wirtschaftlich stÀrker unter Druck

18.06.2026 - 18:19:10 | dts-nachrichtenagentur.de

Zum Start des Treffens der EU-Staats- und Regierungschefs in BrĂŒssel wĂ€chst offenbar in mehreren europĂ€ischen HauptstĂ€dten die EinschĂ€tzung, dass die Entscheidung im Krieg zwischen Russland und der Ukraine weniger auf dem Schlachtfeld als durch die wirtschaftliche Belastungen der Kriegsparteien fallen könnte.

EU-Regierungen sehen Russland wirtschaftlich stÀrker unter Druck
EU - Antonio Costa, Wolodymyr Selenskyj, Ursula von der Leyen am 18.06.2026 18.06.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Wie man in BrĂŒssel am Donnerstag mit Genugtuung informell feststellt, wird die russische Wirtschaft wohl zunehmend durch die Kosten des Krieges belastet.

Angeblich sollen rund 40 Prozent der russischen Energie-Infrastruktur unbrauchbar oder zumindest beschĂ€digt sein. Dabei ist nicht ganz klar, inwieweit dies durch ukrainische SchlĂ€ge erfolgt, oder womöglich auch andere GrĂŒnde haben könnte. Klar ist aber: Der Ukraine gelingen immer hĂ€ufiger massive Angriffe weit im russischen Hinterland. Und es gelingt der Ukraine auch, Bilder davon auf Bildschirme rund um den Globus zu bringen - auch in BrĂŒssel kann man sie sehen. In europĂ€ischen Sicherheitskreisen wird davon ausgegangen, dass diese Angriffe den wirtschaftlichen Druck auf Moskau signifikant erhöhen - wenngleich die ukrainische Energieinfrastruktur wohl noch stĂ€rker zerstört ist.

Am Rande des EU-Gipfel werden sich diejenigen LĂ€nder, die gleichzeitig in der Nato sind, auch vor dem Treffen des VerteidigungsbĂŒndnisses in der TĂŒrkei weiter abstimmen, was die weitere militĂ€rische UnterstĂŒtzung der Ukraine und mögliche Perspektiven fĂŒr spĂ€tere Verhandlungen mit Russland angeht.

Dabei herrsche Einigkeit, so heißt es in BrĂŒssel wie schon seit Monaten, dass bei möglichen FriedensgesprĂ€chen neben Russland und der Ukraine auch Europa sowie die USA vertreten sein mĂŒssten. Eine Festlegung auf einen europĂ€ischen VerhandlungsfĂŒhrer gibt es aber offenbar noch immer nicht. ZunĂ€chst mĂŒssten die Voraussetzungen fĂŒr ernsthafte GesprĂ€che geschaffen werden. Entscheidend sei aber, dass ĂŒber die Sicherheitsinteressen Europas nicht ohne die EuropĂ€er entschieden werde.

Zumindest gesprochen wird in BrĂŒssel auch wieder ĂŒber eine EU-Perspektive fĂŒr die Ukraine. PrĂ€sident Selenskyj ist erneut persönlich angereist. Im GesprĂ€ch war zuletzt eine "assoziierte Partnerschaft". Angeblich, so erzĂ€hlt man sich auf den Fluren in BrĂŒssel, soll Selenskyj den Begriff nicht mögen, er ist mittlerweile in Kiew gewissermaßen verbrannt - einen anderen hat man aber wohl auch noch nicht gefunden.

Das berĂŒhmt-berĂŒchtigte "Assoziierungsabkommen" zwischen der EuropĂ€ischen Union und der Ukraine, bereits 2014 von den EU-Staats- und Regierungschefs und dem damaligen ukrainischen PrĂ€sidenten Poroschenko unterschrieben, wird in Kiew wohl auch mit Hinhaltetaktik und DemĂŒtigungen verbunden. In den Niederlanden war es per Referendum zunĂ€chst abgelehnt worden, daraufhin erwirkte die niederlĂ€ndische Regierung eine ZusatzerklĂ€rung, die unter anderem Sicherheitsgarantien, militĂ€rische UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine sowie jegliche Verpflichtung der EU, Ukrainern die FreizĂŒgigkeit in der EU zu gewĂ€hren, ausschloss. Der Krieg hat diese EinschrĂ€nkungen freilich in weiten Teilen pulverisiert.

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