Gislason nimmt Auszeit-Patzer auf seine Kappe: «Ist fatal»
17.01.2026 - 23:04:31Handball-Bundestrainer Alfred Gislason hat die volle Verantwortung fĂŒr seinen folgenschweren Auszeit-Patzer in der dramatischen Schlussphase gegen Serbien genommen. «Das ist natĂŒrlich fatal aus meiner Sicht und geht völlig auf mich. Ich wollte das Timeout nehmen, wo wir gerade vollzĂ€hlig sind. Leider habe ich dann den Bruchteil einer Sekunde zu frĂŒh gedrĂŒckt», erklĂ€rte der IslĂ€nder nach der ĂŒberraschenden 27:30-Niederlage der deutschen EM-Handballer im zweiten Vorrundenspiel.
Was war passiert? In der 58. Minute hatte Spielmacher Juri Knorr eigentlich den Ausgleich zum 26:26 erzielt, als plötzlich ein lauter Sound in der Arena in Herning ertönte. Gislason hatte an der Seitenlinie auf den roten Buzzer gedrĂŒckt, um eine Auszeit zu nehmen. Allerdings war Knorrs Ball zu diesem Zeitpunkt noch nicht ĂŒber der Torlinie. Gislason hatte offenbar nicht mit einem Treffer gerechnet. «Die Auszeit war passend zum Spiel. Aber daran hat es nicht gelegen. Das passiert», befand Knorr.
Schluroff: «Kein Vorwurf an den Trainer»
Auch KapitĂ€n Johannes Golla nahm seinen Trainer in Schutz. Der KreislĂ€ufer sprach zwar von einer ungĂŒnstigen und Ă€rgerlichen Situation, die aber nicht spielentscheidend gewesen sei. «Alfred wollte die Auszeit nehmen, bevor das Zeitspiel kommt. Da erwischt er eigentlich einen guten Moment. Dass Juri genau in dem Moment intuitiv einlĂ€uft, konnte keiner absehen. Er hat sich in der Auszeit direkt dafĂŒr entschuldigt», berichtete Golla.
Nach Meinung von Teamkollege Miro Schluroff passte die Situation ins Gesamtbild der zweiten Halbzeit. Nach einer guten ersten HĂ€lfte waren die zweiten 30 Minuten geprĂ€gt von Fehlern im Angriffsspiel. Auch die Abwehr stand lĂ€ngst nicht mehr so kompakt wie in den Testspielen gegen Kroatien oder beim EM-Auftakt gegen Ăsterreich. «Aber kein Vorwurf an den Trainer, das kann immer passieren», befand Schluroff.


