StĂŒrze ĂŒberschatten ersten Streif-Sieg von Ski-Star Odermatt
24.01.2025 - 14:51:50Der Jubel von Ski-Star Marco Odermatt ĂŒber seinen ersten Streif-Sieg ging im Getöse des Rettungshubschraubers fast unter. Der Triumph des Schweizers im Super-G von KitzbĂŒhel wurde von einer Reihe von schweren StĂŒrzen ĂŒberschattet. Besonders das französische Team erwischte es heftig: Der frĂŒhere Gesamtweltcup-Sieger Alexis Pinturault wurde vor den Augen seiner geschockten Frau und der kleinen Tochter im Helikopter geborgen.
Die einzigen beiden deutschen Starter, Romed Baumann als 21. und Luis Vogt als 28., hatten mit den Topplatzierungen wie erwartet nichts zu tun.
Olympiasieger, zweifacher Weltmeister und dreimaliger Gesamtweltcupsieger ist Odermatt schon - und nun also auch KitzbĂŒhel-Champion. Das sei noch ein groĂes Ziel gewesen, erklĂ€rte der 27-JĂ€hrige. Am Samstag (11.30 Uhr/ZDF und Eurosport) in der Abfahrt will er noch einen draufsetzen. Das sei «der ganz groĂe Tag», sagte Odermatt. Ein Sieg bei der legendĂ€ren Hahnenkamm-Abfahrt ist noch prestigetrĂ€chtiger als im Super-G. Den gewann der Eidgenosse vor dem Ăsterreicher Raphael Haaser und seinem Teamkollegen Stefan Rogentin.
SchlĂŒssel- wird zur Unfallstelle
FĂŒr weitere Diskussionen rund um das Dauerthema Sicherheit im alpinen Ski-Weltcup sorgen derweil die vielen StĂŒrze zum Auftakt des Rennwochenendes in Tirol. Sowohl Pinturault als auch sein französischer Teamkollege Florian Loriot wurden mit dem Hubschrauber weggeflogen. Pinturault erlitt Verletzungen an Schienbeinplateau und Innenmeniskus, Loriot eine GehirnerschĂŒtterung. Auch ihre LandsmĂ€nner Nils Alphand und Matthieu Bailet schieden aus.
«Das schmerzt extrem, wenn man Alexis' Geschichte ein bisschen kennt», sagte Odermatt zum Aus von Pinturault. Der 33-JĂ€hrige hatte nach einem Kreuzbandriss erst in diesem Winter sein Comeback gegeben. Bei dem Unfall verdrehte er sich das Knie. Ehefrau Romane, die mit der gemeinsamen Tochter auf dem Arm im Zielraum wartete und den Berg hoch blickte, schlug sich erschrocken die Hand vor den Mund. Kurz spĂ€ter stĂŒrzte in der gleichen Kurve wie Pinturault auch Loriot und schlug mit dem Kopf auf der Piste auf.
Die Stelle, an der die Abfahrtsspur gekreuzt wurde, bereitete mehreren Fahrern Probleme. Es sei dort sehr unruhig gewesen, erklĂ€rte der Ăsterreicher Lukas Feurstein, der mit Startnummer eins auch an der Position zu Fall gekommen war.
Fis-Boss rÀumt Handlungsbedarf ein
Man mĂŒsse die derzeitige Situation ernst nehmen und schleunigst etwas tun, rĂ€umte der Chef des Weltverbands Fis, Johan Eliasch, mit Blick auf die vielen StĂŒrze und AusfĂ€lle in dieser Saison ein. Es sei aber auch nicht immer einfach, VerĂ€nderungen vorzunehmen. Das habe auch die EinfĂŒhrung der Airbag-Pflicht, die viele Athleten mit einer Sondergenehmigung umgehen, gezeigt, so Eliasch.
Auf der Streif, einer der gefĂ€hrlichsten und gefĂŒrchtetsten Ski-Strecken der Welt, steht das Thema Sicherheit ohnehin seit Jahren im Fokus. Ein StĂŒck weit trĂ€gt die erhöhte Gefahr dort zum Mythos des Events bei. SpĂ€testens seit dem heftigen Sturz von Cyprien Sarrazin vor knapp einem Monat haben die Diskussionen - auch dieser Tage in KitzbĂŒhel - aber eine neue Dimension.
Nach seinem Trainingsunfall in Bormio hatte der Topfahrer des diesen Winter ziemlich gebeutelten französischen Teams am Kopf operiert werden mĂŒssen und lag zwischenzeitlich im Koma. In KitzbĂŒhel fehlt der Doppel-Champion des Vorjahres und ist trotzdem omniprĂ€sent. Viele haben seinen Sturz kurz nach Weihnachten noch vor Augen. Nun kamen die nĂ€chsten Unfallbilder dazu.





