Deutschland, TV-Ausblick

3sat: NANO Doku: Todesfalle Krankenhaus? und NANO Talk

30.04.2026 - 12:50:09 | presseportal.de

Mainz - Trotz Hightech- und Spitzenmedizin tragen in Deutschland jedes Jahr rund 170.000 Menschen SchĂ€den durch vermeidbare Fehler im Krankenhaus davon. Rund 17.000 sterben infolgedessen. Ursachen können Sepsis, Resistenzen, Fehldiagnosen oder falsche Medikamente sein. Was kann die Forschung dazu beitragen, um Risiken zu reduzieren? In der "NANO Doku: Todesfalle Krankenhaus? Fehler vermeiden – Menschen retten" am Donnerstag, 7. Mai 2026, 20.15 Uhr, schaut Wissenschaftsjournalistin Jasmina Neudecker hinter die Kulissen des Krankenhausbetriebs. Im Anschluss, um 21.00 Uhr, diskutiert Medizinethikerin Alena Buyx mit ihren GĂ€sten im "NANO Talk: Gesundheit neu denken – welche Reformen helfen" darĂŒber, wie das Gesundheitssystem vor dem Kollaps bewahrt werden kann. Die "NANO Doku" ist ab Sonntag, 3. Mai 2026, in der 3satMediathek zu sehen und dort bereits ab Donnerstag, 30. April 2026, als zweiteilige Doku "Endstation Krankenhaus?" verfĂŒgbar.

3sat: NANO Doku: Todesfalle Krankenhaus? und NANO Talk - Foto: ZDF, Michael Dreyer / ER Productions Limited / Grafik, presseportal.de
3sat: "NANO Doku: Todesfalle Krankenhaus?" und "NANO Talk" - Foto: ZDF, Michael Dreyer / ER Productions Limited / Grafik, presseportal.de

Neue AnsĂ€tze fĂŒr mehr Patientensicherheit im Klinikalltag

Forschende und Kliniken arbeiten daran, die Sicherheit von Patientinnen und Patienten zu verbessern. Am Hamburger UniversitĂ€tsklinikum Eppendorf (UKE) soll ein vollautomatisiertes System Fehler bei der Medikamentengabe verhindern. Obwohl das Konzept seit fast zehn Jahren besteht und sich bewĂ€hrt hat, setzen es bisher nur zwei KrankenhĂ€user vollstĂ€ndig um. Besonderes Risiko besteht bei einer Sepsis. JĂ€hrlich erkranken in Deutschland mindestens 230.000 Menschen daran, rund 85.000 sterben. Damit ist die Blutvergiftung die dritthĂ€ufigste Todesursache. Die meisten Betroffenen infizieren sich im Krankenhaus. Seit Anfang 2026 sind alle Kliniken in Deutschland verpflichtet, Patienten regelmĂ€ĂŸig auf Sepsis zu screenen. Die Umsetzung ist allerdings unklar. Neue AnsĂ€tze kommen aus Medizin und Forschung: An der UniversitĂ€tsmedizin Greifswald wurde ein frĂŒhes Sepsis?Screening eingefĂŒhrt, in Bad Soden klĂ€rt ein Modellprojekt ĂŒber Symptome auf. In Rostock entwickelt ein Unternehmen ein Verfahren zur Blutbehandlung und zur StĂ€rkung des Immunsystems von Sepsis-Erkrankten. Zudem stellen resistente Krankenhaus-Keime eine ernstzunehmende Bedrohung fĂŒr die Patientensicherheit dar. Neue, von Biomediziner Christophe Zimmer mithilfe von KI an der UniversitĂ€t WĂŒrzburg entwickelte Antibiotika sollen helfen, die Fallzahlen zu senken. Jasmina Neudecker trifft außerdem Menschen, denen teils lebensbedrohliche Therapie- und Diagnosefehler widerfahren sind. Mit ihnen spricht sie ĂŒber den Umgang mit Fehlern im Gesundheitswesen. Ruth Hecker, Patientenbeauftrage am UniversitĂ€tsklinikum Essen, setzt sich fĂŒr eine bessere Fehlerkultur in der Medizin ein. Doch um die Patientensicherheit zu verbessern, ist auch die Politik gefragt. Christian Deindl vom AktionsbĂŒndnis Patientensicherheit fordert ein entsprechendes Gesetz.

Gesundheitsversorgung neu denken

Das Gesundheitssystem steht vor dem Kollaps: zu teuer, zu wenig Personal, schlechte Leistungen. Mit einem neuen Sparpaket sollen Milliarden eingespart werden. Doch wo auch immer Reformen ansetzen: Krankenkassen, Patientenvertreter und die Ärzteschaft kritisieren die PlĂ€ne. Dabei geht es nicht immer nur um das Wohl der Patientinnen und Patienten. Innovative Versorgungsmodelle, Digitalisierung und eine effektivere Ressourcensteuerung könnten Auswege aus der Krise weisen. Doch ohne schmerzhafte Eingriffe wird es nicht gehen. KrankenhĂ€user werden schließen, und medizinische Leistungen eingeschrĂ€nkt werden mĂŒssen. Wie können wir Versorgung gerechter, digitaler und zukunftsfĂ€higer gestalten? DarĂŒber spricht Alena Buyx im "NANO Talk" mit ihren GĂ€sten Mirella Cacace, Professorin fĂŒr Gesundheitssystemforschung an der Katholischen Hochschule Freiburg, Dietrich Grönemeyer, Professor fĂŒr Radiologie und Mikrotherapie an der UniversitĂ€t Witten/Herdecke, sowie Christian Karagiannidis, Professor fĂŒr Pneumologie und Intensivmedizin an der UniversitĂ€t Witten/Herdecke.

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