Kinder, Österreich

Eltern ließen DreijĂ€hrigen verhungern - lebenslange Haft

09.02.2026 - 15:53:56

Am Ende wog das gequÀlte Kind nur so viel wie ein SÀugling. Die Eltern dokumentierten ihre Taten mit Fotos und Videos. Im Gericht legen sie ein GestÀndnis ab, aber liefern keine ErklÀrung.

In Österreich sind die Eltern eines verhungerten DreijĂ€hrigen wegen Mordes, QuĂ€lens und Freiheitsentziehung zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Nach Angaben einer Gerichtsmedizinerin hatte der Junge bei seinem Tod nur vier Kilogramm gewogen, wie die Nachrichtenagentur APA von dem Prozess im Innsbrucker Landesgericht berichtete. 

Laut dem noch nicht rechtskrĂ€ftigen Urteil werde die Mutter in ein Zentrum fĂŒr psychisch gestörte StraftĂ€ter eingewiesen, teilte eine Sprecherin des Landesgerichts Innsbruck im Bundesland Tirol mit.

Der kleine Junge war im Mai 2024 im Bezirk Kufstein im Bundesland Tirol verhungert und verdurstet. «Das Kind hatte ein Greisengesicht, der Körper war nur mehr Haut und Knochen», sagte die Gerichtsmedizinerin. 

StaatsanwÀltin: Kind erlitt «Höllenqualen»

Das Kind habe monatelang «Höllenqualen» erlitten, sagte die StaatsanwÀltin. Es sei in einen dunklen Raum gesperrt, gefesselt, geschlagen und kaum mit Nahrung versorgt worden.

Die Anklage stĂŒtzt sich auf Chatnachrichten und Mails zwischen Vater und Mutter sowie auf Foto- und Videoaufnahmen, welche die heute 27-jĂ€hrigen Eltern von den Misshandlungen angefertigt hatten. Die Angeklagten hĂ€tten sich in den Nachrichten immer wieder gegenseitig bestĂ€rkt und sich ĂŒber ihren leidenden Sohn lustig gemacht, sagte die AnklĂ€gerin.

Geschwister mussten Leid des Bruders miterleben

Die Eltern gestanden die Taten, wie die APA weiter berichtete. Der Vater sagte vor Gericht, er habe keine ErklĂ€rung fĂŒr das, was er getan habe. Er bereue, und es tue ihm leid, dass seine anderen Kinder das Leiden und Sterben ihres Bruders mitbekommen hĂ€tten, so der Angeklagte. Das Paar hat noch drei Töchter.

Die Mutter Ă€ußerte sich nicht nĂ€her zu den VorwĂŒrfen. Sie sei nach mehreren, teils ungewollten Schwangerschaften psychisch ĂŒberfordert gewesen, erklĂ€rte ihr Verteidiger. Eine Gerichtspsychiaterin sagte aus, dass bei der Frau eine schwerwiegende psychische Störung vorliege. Die Mutter habe in dem Jungen einen Schuldigen fĂŒr ihre Lage gesehen. Der Vater sei in diese ErzĂ€hlung «eingestiegen», so die Expertin.

@ dpa.de