Shirin, AfD

Shirin David: «Bin 100 Prozent gegen die AfD»

12.02.2025 - 00:07:35

Die erfolgreiche SĂ€ngerin spricht sich gegen die AfD aus. Im «Stern»-Interview erklĂ€rt sie außerdem, dass sie ihre BisexualitĂ€t eigentlich nicht mehr diskutieren wolle.

Popstar Shirin David («Bauch Beine Po») positioniert sich kurz vor der Bundestagswahl gegen die Alternative fĂŒr Deutschland. «Ich bin 100 Prozent gegen die AfD», sagt die 29-JĂ€hrige in einem Interview des Magazins «Stern». «Ich vertrete als Person und auch in meiner Musik Werte wie Feminismus, Selbstbestimmung, Demokratie, Meinungsfreiheit. Deswegen macht mich sehr, sehr traurig, was gerade passiert.» 

Ob es ihr Angst mache, dass die AfD, die in Teilen als gesichert rechtsextrem eingestuft wird, laut Umfragen zweitstÀrkste Partei ist? Antwort der Rapperin, deren neues Album («Schlau aber blond») am Freitag erscheint: «Ich kotze.»

Wenn sie sich politisch etwas wĂŒnschen dĂŒrfte, wĂ€re es nach Aussage von Shirin David, die in Hamburg geboren wurde und in Berlin lebt: «Dass mehr Frauen in Entscheidungspositionen kommen.» Es gehe «nicht per se um das Geschlecht, sondern um die Kompetenz», sagt die SĂ€ngerin. «Ich bin nicht dafĂŒr, Jobs auf Biegen und Brechen mit Frauen zu besetzen. Das ist Quatsch. Aber die kompetentesten Menschen, mit denen ich arbeite, sind Frauen.» 

«Zu MÀnnern und Frauen hingezogen»

In dem Interview spricht David auch offen ĂŒber ihre BisexualitĂ€t, die sie in Songs und auf Instagram schon hĂ€ufiger andeutete: «Leute hassen es, wenn sie dich nicht einordnen können. Aber fĂŒr mich ist es etwas ganz NatĂŒrliches, mich zu MĂ€nnern und Frauen hingezogen zu fĂŒhlen.» Daran sei nichts komisch.

Eigentlich fĂŒhle sie sich nicht mehr gut damit, «in der Öffentlichkeit darĂŒber zu sprechen». «Ich will mein Empfinden nicht mehr diskutieren mĂŒssen.» In der Vergangenheit sei ihr hĂ€ufig sogenanntes Queerbaiting vorgeworfen worden, also Queerness, nicht hetero zu sein, nur zu Marketingzwecken vorzugeben. «Aber wenn ich nicht darĂŒber spreche, ist es auch ein Problem. Sichtbarkeit ist ein großes Thema.» 

Sie merke, wie viele Leute nicht sichtbar mit ihrer sexuellen Orientierung umgingen, etwa in klassischen Machtpositionen, sagt David. «Es gibt so viele erfolgreiche Menschen, die ihre sexuelle IdentitĂ€t komplett zurĂŒckhalten. In der Kunst ist es leichter. Da kannst du dich viel mehr ausleben und freier darĂŒber sprechen. Wie ich immer sage: Meine Fans sind die Girls und die Gays.»

«MÀnner haben so viel Angst»

Was Menschen ĂŒber BisexualitĂ€t wissen sollten? «Dass man sich nicht aussuchen kann, was fĂŒr eine sexuelle IdentitĂ€t man hat», antwortet die Rapperin. «Ich mag es nicht, wenn Leute dich nur ĂŒber deine sexuelle IdentitĂ€t definieren. So nach dem Motto: NatĂŒrlich bist du so, du bist ja auch bisexuell. Viele heterosexuelle MĂ€nner definieren schwule MĂ€nner auf diese Weise. Denen drĂŒcke ich gern SprĂŒche. Und merke dann: MĂ€nner haben so viel Angst.»

MÀnner schÀmten sich schnell, meint David. «Alles, was sie nicht kennen, ist erst mal komisch und potenziell peinlich.» Da stecke nicht mal zwingend eine böse Absicht dahinter. «Wenn ich diese MÀnner hinterfrage, kommt meist kein sachliches Argument. HÀufig sind sie einfach Àngstlich. Neulich sagte jemand: Heterosexuelle MÀnner haben Angst, dass schwule MÀnner sie so behandeln, 
wie heterosexuelle MÀnner Frauen behandeln.»

@ dpa.de