Demokratische Republik Kongo, Uganda

WHO warnt: Ebola im Kongo mit hoher Ausbreitungsgefahr

17.05.2026 - 13:11:27 | dpa.de

In der Demokratischen Republik Kongo ist eine seltene Ebola-Variante ausgebrochen. Es gibt hunderte VerdachtsfÀlle, aber keinen Impfstoff. Die WHO warnt zehn LÀnder vor einer Ausbreitung.

  • Die WHO hat eine Gesundheitsnotlage ausgerufen.  - Foto: Hajarah Nalwadda/AP/dpa
    Die WHO hat eine Gesundheitsnotlage ausgerufen. - Foto: Hajarah Nalwadda/AP/dpa
  • HilfseinsĂ€tze zur EindĂ€mmung des Ausbruchs laufen.  - Foto: --/XinHua/dpa
    HilfseinsÀtze zur EindÀmmung des Ausbruchs laufen. - Foto: --/XinHua/dpa
Die WHO hat eine Gesundheitsnotlage ausgerufen.  - Foto: Hajarah Nalwadda/AP/dpa HilfseinsÀtze zur EindÀmmung des Ausbruchs laufen.  - Foto: --/XinHua/dpa

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen eines tödlichen Ebola-Ausbruchs in Demokratischen Republik Kongo einen internationalen Gesundheitsalarm ausgerufen. Die seltene Bundibugyo-Variante des Virus, fĂŒr die es weder einen Impfstoff noch eine Therapie gibt, macht die Lage besonders schwer einzudĂ€mmen. Die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC sprach zuletzt von 336 VerdachtsfĂ€llen und 88 TodesfĂ€llen – einen davon im angrenzenden Uganda.

Die WHO hat eine internationale Gesundheitsnotlage ausgerufen. Alle zehn NachbarlĂ€nder des Kongo seien einem hohen Risiko ausgesetzt. Mit diesem Schritt will die UN-Behörde in Genf unter anderem NachbarlĂ€nder in erhöhte Alarmbereitschaft versetzen und die UnterstĂŒtzung der internationalen Gemeinschaft mobilisieren. Es handle sich jedoch um keinen Pandemie-Alarm, stellte die WHO klar. 

Bislang ist von dem Ausbruch vor allem die Provinz Ituri im Nordosten des Kongo betroffen. Ein Mann aus dem Kongo war mit öffentlichen Verkehrsmitteln ins benachbarte Uganda gereist und dort in einem Krankenhaus in der Hauptstadt Kampala an Ebola gestorben. Die Leiche des Mannes war laut Africa CDC anschließend – wiederum mit öffentlichen Verkehrsmitteln – zurĂŒck in den Kongo transportiert und dort beerdigt worden. ZusĂ€tzlich sei eine weitere infizierte Person aus dem Kongo nach Uganda gereist, so die WHO. Die WHO hatte zunĂ€chst auch von einem Fall in der Metropole Kinshasa berichtet, doch in einem weiteren Lagebericht wurde klargestellt, dass die Person doch nicht infiziert war.

Gefahr einer schnellen Ausbreitung

Der ansteigende Trend von Verdachts- und TodesfĂ€llen weise darauf hin, «dass der Ausbruch möglicherweise viel grĂ¶ĂŸer ist als bislang entdeckt und berichtet», hieß es von der WHO. Man habe es in dem am stĂ€rksten betroffenen Gebiet mit einer fragilen Sicherheitslage, einer humanitĂ€ren Krise und starken Bevölkerungsbewegungen zu tun. Es handle es sich um ein «außergewöhnliches Ereignis». Deshalb bestehe ein betrĂ€chtliches Risiko fĂŒr eine lokale und regionale Ausbreitung des Virus. Die Provinz Ituri grenzt an Uganda und den SĂŒdsudan. Ein weiteres Nachbarland, Ruanda, schloss am Sonntagmorgen seine Grenze zum Kongo.

Nach Angaben der WHO trat der erste bekannte Verdachts- und Todesfall bereits gegen Ende April in der Stadt Bunia auf. Es handelte sich um eine Person, die im Gesundheitswesen tĂ€tig war. Die WHO geht aber davon aus, dass der Ausbruch nicht dort begann, sondern in einem Bergbaugebiet. Von dort seien Infizierte wohl unter anderem nach Bunia gekommen, hieß es in einem Lagebericht der WHO am Sonntag.

Ärzte ohne Grenzen plant Großeinsatz

Die medizinische Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen verkĂŒndete, sie bereite einen Großeinsatz vor. «Die Zahl der FĂ€lle und TodesfĂ€lle, die wir in so kurzer Zeit beobachten, ist Ă€ußerst besorgniserregend», sagte die Leiterin des Nothilfeprogramms von Ärzte ohne Grenzen, Trish Newport. Dazu komme die Ausbreitung ĂŒber mehrere Gesundheitszonen innerhalb des Kongo hinweg sowie ĂŒber die Grenze nach Uganda. 

Die Lage sei zusĂ€tzlich dadurch erschwert, dass der Zugang zu medizinischer Versorgung in der Region schwierig sei, so Newport. Die Organisation stelle derzeit Teams zusammen, die Erfahrung im Umgang mit AusbrĂŒchen von viralem hĂ€morrhagischem Fieber hĂ€tten und mobilisiere lebenswichtige HilfsgĂŒter.

Seltene Ebola-Variante ohne Impfstoff

Bei frĂŒheren AusbrĂŒchen der lebensbedrohlichen Krankheit hatte es sich laut Africa CDC hauptsĂ€chlich um den am hĂ€ufigsten vorkommenden Zaire-Ebolavirus gehandelt, fĂŒr den ein Impfstoff entwickelt wurde. Allerdings habe die nun in mehr als einem Dutzend FĂ€llen bestĂ€tigten Bundibugyo-Variante nach Angaben des US-amerikanischen Gesundheitsinstitutes NIH eine niedrigere Sterblichkeitsrate von etwa 37 Prozent. Beim Zaire-Stamm liege diese bei bis zu 90 Prozent.

Es handelt sich um den insgesamt 17. Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo seit 1976. Nur zweimal zuvor hat es laut Africa CDC AusbrĂŒche der Bundibugyo-Variante gegeben, 2007 in Uganda sowie 2012 im Kongo.

Ebola ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit KörperflĂŒssigkeiten ĂŒbertragen. In den Jahren 2014 und 2015 waren bei einem Ausbruch der Zaire-Variante in Westafrika mehr als 11.000 Menschen gestorben.

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
de | unterhaltung | 69355627 |