Demokratische Republik Kongo, Uganda

Kongo und Uganda: WHO ruft wegen Ebola-Ausbruchs Alarm aus

17.05.2026 - 03:09:26 | dpa.de

Kein Impfstoff, eine heikle Sicherheitslage und Menschen auf Wanderschaft. Warum der Ebola-Ausbruch laut WHO ein «außergewöhnliches Ereignis» von internationaler Tragweite ist.

  • Die WHO schlĂ€gt Alarm. (Archivbild) - Foto: Jerome Delay/AP/dpa
    Die WHO schlÀgt Alarm. (Archivbild) - Foto: Jerome Delay/AP/dpa
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    Die WHO schlÀgt Alarm. (Archivbild) - Foto: Jerome Delay/AP/dpa
Die WHO schlÀgt Alarm. (Archivbild) - Foto: Jerome Delay/AP/dpa Die WHO schlÀgt Alarm. (Archivbild) - Foto: Jerome Delay/AP/dpa

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen des Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda eine internationale Gesundheitsnotlage ausgerufen. Mit diesem Schritt will die UN-Behörde in Genf unter anderem NachbarlĂ€nder in erhöhte Alarmbereitschaft versetzen und die UnterstĂŒtzung der internationalen Gemeinschaft mobilisieren. Es handle sich jedoch um keinen Pandemie-Alarm, stellte die WHO klar. 

Bislang sind etwa 250 FĂ€lle und 80 TodesfĂ€lle vor allem in der Provinz Ituri im Nordosten des Kongo bekannt. Der ansteigende Trend von Verdachts- und TodesfĂ€llen in Ituri weise aber darauf hin, «dass der Ausbruch möglicherweise viel grĂ¶ĂŸer ist als bislang entdeckt und berichtet», hieß es von der WHO. Deshalb bestehe ein betrĂ€chtliches Risiko fĂŒr eine lokale und regionale Ausbreitung des Virus. Die Provinz Ituri grenzt an Uganda und den SĂŒdsudan.

Viele Risikofaktoren bei diesem Ausbruch

ZusĂ€tzlich habe man es in dem am stĂ€rksten betroffenen Gebiet mit einer fragilen Sicherheitslage, einer humanitĂ€ren Krise und starken Bevölkerungsbewegungen zu tun. Zudem gebe es keinen zugelassenen Impfstoff fĂŒr den Bundibugyo-Stamm des Ebola-Virus, der hinter dem Ausbruch steckt. Deshalb handle es sich um ein «außergewöhnliches Ereignis».

Allerdings hat die Bundibugyo-Variante nach Angaben des US-amerikanischen Gesundheitsinstitutes NIH eine niedrigere Sterblichkeitsrate von etwa 37 Prozent als der Zaire-Stamm mit bis zu 90 Prozent.

GrenzĂŒberschreitender Ausbruch

Bislang seien in der Provinz Ituri im Nordosten des Kongo 8 nachgewiesene und 246 mutmaßliche FĂ€lle der gefĂ€hrlichen Fieberkrankheit aufgetreten, hieß es. ZusĂ€tzlich sei bereits ein Fall in der weit entfernten Hauptstadt Kinshasa nachgewiesen worden. Zudem seien zwei infizierte Personen aus dem Kongo nach Uganda gereist. Die WHO berichtete von bislang 80 mutmaßlichen Ebola-TodesfĂ€llen in Ituri. Einer der reisenden Personen sei ebenfalls verstorben. 

Die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC hatte zuletzt fĂŒr die Demokratischen Republik Kongo etwas höhere Zahlen, nĂ€mlich 336 VerdachtsfĂ€lle und 88 TodesfĂ€lle gemeldet.

Es handelt sich um den insgesamt 17. Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo seit 1976. Nur zweimal zuvor hat es laut Africa CDC AusbrĂŒche der Bundibugyo-Variante gegeben: im Jahr 2007 in Uganda mit 37 Toten sowie 2012 im Kongo mit 29 TodesfĂ€llen

Lebensbedrohliche Krankheit

Ebola ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit KörperflĂŒssigkeiten ĂŒbertragen. In den Jahren 2014 und 2015 waren bei einem Ausbruch der Zaire-Variante in Westafrika mehr als 11.000 Menschen gestorben. In der Demokratischen Republik Kongo starben beim letzten Ebola-Ausbruch in der sĂŒdwestlichen Provinz Kasaï 45 Menschen zwischen September und Dezember 2025.

Hohes Risiko fĂŒr alle Nachbarstaaten

Alle zehn NachbarlÀnder der Demokratischen Republik Kongo seien nun einem hohen Risiko ausgesetzt, warnte die WHO. Diese Staaten sollten dringend Vorbereitungen treffen, um auftretende Ebola-FÀlle rasch zu entdecken und behandeln zu können. 

Die Demokratische Republik Kongo und Uganda sollten laut WHO dafĂŒr sorgen, dass Infizierte und ihre Kontaktpersonen nicht in andere LĂ€nder reisen. Andere Staaten sollten hingegen keine ReisebeschrĂ€nkungen erlassen oder ihre Grenzen dichtmachen, betonte die UN-Organisation. Denn dann wĂŒrden Menschen auf inoffizielle GrenzĂŒbergĂ€nge ausweichen, die nicht ĂŒberwacht wĂŒrden. Das erhöhe wiederum das Verbreitungsrisiko von Ebola, warnte die WHO.

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