Nach Tigerausbruch - Behörden bei Haltung nahe Leipzig
01.07.2026 - 10:38:57 | dpa.deDie Polizei und das VeterinĂ€ramt sind am Morgen zu einem gröĂeren Einsatz in einer privaten Tigerhaltung in Dölzig bei Leipzig angerĂŒckt. Es gehe darum, dass behördliche Anordnungen jetzt umgesetzt wĂŒrden, sagte der Sprecher des zustĂ€ndigen Landratsamtes Nordsachsen, Thomas Seidler. Aus der Anlage einer ehemaligen Zirkusartistin war Mitte Mai ein Tiger ausgebrochen. Ein 72 Jahre alter Helfer wurde dabei schwer verletzt. Das Tier wurde von der Polizei erschossen.
Das Landratsamt hatte die Dompteurin aufgefordert, die Haltungsbedingungen fĂŒr die Tiger zu verbessern. DafĂŒr galt eine Frist, die jetzt abgelaufen ist. Welche MaĂnahmen die Behörden genau in der Anlage ergriffen, werde nach Abschluss des Einsatzes mitgeteilt, so Seidler.
Transportboxen mit Gabelstapler verladen
Vor Ort war zu sehen, dass mit einem Gabelstapler Transportboxen in verschiedene Fahrzeuge und AnhĂ€nger geladen wurden. Ob sich darin Tiger befanden, wie viele Tiere weggefahren wurden und wohin - das blieb zunĂ€chst offen.Â
Die Behörden verlangen von der Halterin, die Vorgaben eines sogenannten SĂ€ugetiergutachtens zu erfĂŒllen. Demnach muss fĂŒr ein bis zwei Tiger ein AuĂengehege von mindestens 200 Quadratmetern FlĂ€che zur VerfĂŒgung stehen, fĂŒr jedes weitere ausgewachsene Tier mĂŒssen es je 100 Quadratmeter mehr sein. Nach dem Abschuss des Tigers lebten in der Anlage nach Behördenangaben noch acht Tiere.
Wegnahme von Tieren?
Die Besitzerin hatte sich gegen die Auflagen gewehrt. Das Landratsamt hatte eine Wegnahme von Tieren als Option genannt, um den Tierbestand den aktuell zur VerfĂŒgung stehenden FlĂ€chen anzupassen.
Der Ausbruch hatte sich am 17. Mai ereignet. Die Anlage befindet sich nahe der Autobahn 9 in einem Gewerbegebiet in Dölzig, einem Ortsteil der Stadt Schkeuditz. Die Staatsanwaltschaft ermittelt in dem Fall wegen fahrlÀssiger Körperverletzung durch Unterlassen.
