Natur, Klima

BrÀnde in Spanien und Frankreich: 257.000 Menschen evakuiert

Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 18:49 Uhr | dpa.de

Die WaldbrÀnde in Frankreich und Spanien haben eine Evakuierungswelle ausgelöst: Hunderttausende Menschen mussten ihre HÀuser verlassen. Auch Urlauber sind betroffen. Frankreich mobilisiert Soldaten.

  • Strandbesuch vor Rauchwolken in Lacanau im SĂŒdwesten Frankreichs. - Bild: Maximilien Lamy/AFP/dpa
    Strandbesuch vor Rauchwolken in Lacanau im SĂŒdwesten Frankreichs. - Bild: Maximilien Lamy/AFP/dpa
  • Allein in der Region um Bordeaux wurden mindestens 110.000 Menschen vor den Flammen in Sicherheit gebracht. Weitere Evakuierungen wurden angeordnet. - Bild: Alain Jocard/AFP/dpa
    Allein in der Region um Bordeaux wurden mindestens 110.000 Menschen vor den Flammen in Sicherheit gebracht. Weitere Evakuierungen wurden angeordnet. - Bild: Alain Jocard/AFP/dpa
  • Zum Abwerfen von Löschmittel kam in Frankreich ein speziell ausgerĂŒsteter Airbus A400M zum Einsatz. - Bild: Abdul Saboor/Pool Reuters/AP/dpa
    Zum Abwerfen von Löschmittel kam in Frankreich ein speziell ausgerĂŒsteter Airbus A400M zum Einsatz. - Bild: Abdul Saboor/Pool Reuters/AP/dpa
  • Rauch steigt ĂŒber dem Waldbrand in der NĂ€he von El Tiemblo in der Provinz Madrid auf. - Bild: Manu Fernandez/AP/dpa
    Rauch steigt ĂŒber dem Waldbrand in der NĂ€he von El Tiemblo in der Provinz Madrid auf. - Bild: Manu Fernandez/AP/dpa
Strandbesuch vor Rauchwolken in Lacanau im SĂŒdwesten Frankreichs. - Bild: Maximilien Lamy/AFP/dpa Allein in der Region um Bordeaux wurden mindestens 110.000 Menschen vor den Flammen in Sicherheit gebracht. Weitere Evakuierungen wurden angeordnet. - Bild: Alain Jocard/AFP/dpa Zum Abwerfen von Löschmittel kam in Frankreich ein speziell ausgerĂŒsteter Airbus A400M zum Einsatz. - Bild: Abdul Saboor/Pool Reuters/AP/dpa Rauch steigt ĂŒber dem Waldbrand in der NĂ€he von El Tiemblo in der Provinz Madrid auf. - Bild: Manu Fernandez/AP/dpa

Rund 257.000 Menschen sind in Frankreich und Spanien vor WaldbrĂ€nden in Sicherheit gebracht worden. Im SĂŒdwesten Frankreichs haben die anhaltenden BrĂ€nde eine der grĂ¶ĂŸten Evakuierungsaktionen in der Geschichte des Landes ausgelöst. Im DĂ©partement Gironde wurden nach Angaben des Innenministers Laurent Nuñez inzwischen 167.000 Menschen evakuiert. Auch in Spanien mussten nach Regierungsangaben inzwischen knapp 60.000 Menschen ihre HĂ€user verlassen.

Besonders betroffen ist das sĂŒdwestfranzösische DĂ©partement Gironde rund um Bordeaux. Allein in der Nacht wurden in mehreren Gemeinden im Umland der Großstadt 57.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Nach Angaben des Innenministers mussten außerdem 31.000 Menschen im benachbarten DĂ©partement Landes wegen der BrĂ€nde ihre HĂ€user verlassen.

Unter den Evakuierten sind viele Urlauber aus der bei Touristen beliebten KĂŒstenregion rund um das Bassin d'Arcachon. Schiffe wurden eingesetzt, um Menschen unter anderem von der Halbinsel Cap Ferret in Sicherheit zu bringen.

Frankreich mobilisiert zusÀtzliche Soldaten

Frankreich verstĂ€rkt angesichts der dramatischen Lage die UnterstĂŒtzung der Feuerwehr. Die Zahl der Soldaten, die die Feuerwehr bei den Löscharbeiten unterstĂŒtzen, werde von 500 auf 1.000 erhöht, teilte Premierminister SĂ©bastien Lecornu nach einer Sitzung des interministeriellen Krisenstabs mit. Zudem soll ein MilitĂ€rflugzeug vom Typ A400M mit einem speziellen Löschsystem eingesetzt werden, das bis zu 20 Tonnen Löschmittel abwerfen kann.

Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron schrieb auf X, sein Land mobilisiere «alle zivilen und militĂ€rischen Mittel». Bei mehreren europĂ€ischen LĂ€ndern, darunter Deutschland und der Schweiz, bedankte er sich fĂŒr die UnterstĂŒtzung. «Wir werden wiederaufbauen, wir werden reparieren, und wir werden so lange vor Ort sein, wie es nötig ist.»

Die Mobilisierung der EinsatzkrĂ€fte bleibe weiterhin sehr groß, erklĂ€rte der Innenminister. 18 Löschflugzeuge seien im Einsatz. Sie werfen Wasser oder Brandverzögerungsmittel ĂŒber den Flammen ab, wie der Minister sagte. Zudem werden 1,5 Millionen FFP2-Masken in die Region Gironde geliefert, um EinsatzkrĂ€fte und Bevölkerung vor dem gesundheitsschĂ€dlichen Rauch zu schĂŒtzen.

FĂŒr Reisende gibt es zudem Erleichterungen: Verkehrsminister Philippe Tabarot teilte mit, dass die Eisenbahngesellschaft SNCF angesichts der BrĂ€nde eine Sonderregelung fĂŒr Reisen in die betroffenen Gebiete einfĂŒhrt. Fahrten in die Region Bordeaux und andere betroffene Zonen können demnach kostenlos verschoben oder storniert werden.

Frankreich kÀmpft gegen historische WaldbrÀnde

Nach Angaben der PrĂ€fektur Gironde hat der seit Mittwoch wĂŒtende Großbrand inzwischen mehr als 19.000 Hektar FlĂ€che erfasst. Etwa 100 GebĂ€ude wurden zerstört. Der beißende Rauchgeruch ist mittlerweile bis in die Stadt Bordeaux vorgedrungen. 

Unterschiedliche Angaben gab es zunĂ€chst zur Lage am Flughafen Bordeaux-MĂ©rignac: WĂ€hrend Innenminister Laurent Nuñez wegen der starken Rauchentwicklung von einer Schließung gesprochen hatte, teilte der Flughafen mit, der Betrieb laufe weiter. EinschrĂ€nkungen gibt es demnach lediglich beim öffentlichen Nahverkehr zum Flughafen.

Auch die Bilanz fĂŒr Frankreich insgesamt ist außergewöhnlich und besorgniserregend: Nach Angaben des Innenministers sind seit Jahresbeginn nahezu 100.000 Hektar Land verbrannt - ein historischer Rekordwert. Auch in anderen Regionen Frankreichs, darunter im DĂ©partement Var und auf der Insel Korsika, kĂ€mpfen Feuerwehrleute gegen weitere BrĂ€nde.

Behörden sprechen von Feuer «beispiellosen Ausmaßes»

Die Behörden sprechen von einem Feuer «beispiellosen Ausmaßes». Mehr als 1.200 Feuerwehrleute sind im Einsatz. Da der Wind gedreht hat, breiten sich die Flammen nun nach Osten in Richtung des Ballungsraums von Bordeaux aus.

Auch in anderen Regionen Frankreichs, darunter im Département Var und auf der Insel Korsika, kÀmpfen Feuerwehrleute gegen weitere BrÀnde.

Die WaldbrĂ€nde bei Bordeaux wirken sich auch auf die Tour de France aus: Die letzte Etappe wird verkĂŒrzt und komplett in Paris ausgetragen, wie die Tour-Organisation und die Polizei mitteilten. Demnach hat das Innenministerium entschieden, einen Teil der ursprĂŒnglich fĂŒr die letzte Etappe eingeteilten SicherheitskrĂ€fte abzuziehen, um die EinsatzkrĂ€fte in den betroffenen Gebieten zu verstĂ€rken.

Spaniens MinisterprÀsident warnt vor schwierigen Situation

Spanien kĂ€mpft ebenfalls gegen zahlreiche WaldbrĂ€nde. Wegen der schweren Feuer rief die Regierung fĂŒr die Umgebung der Hauptstadt Madrid sowie fĂŒr die Region Ávila den Notstand aus. Wie das spanische Innenministerium auf der Plattform X mitteilte, mussten inzwischen 59.488 Menschen ihre HĂ€user verlassen. Weitere 28.262 Menschen waren demnach von den BrĂ€nden betroffen, konnten ihre Wohnungen oder HĂ€user aber wegen der Lage nicht verlassen.

Besonders betroffen ist der Großraum Madrid, wo die Flammen in mehreren Gemeinden bewohnte Gebiete bedrohten. MinisterprĂ€sident Pedro SĂĄnchez warnte bei einem Besuch in der Kommandozentrale der EinsatzkrĂ€fte vor einer weiterhin schwierigen Situation. Es sei unklar, wie sich der Wind entwickeln werde. Die PrioritĂ€t bestehe darin, Menschenleben zu retten und Ortschaften zu schĂŒtzen. 

Bei einem Brand unweit der Stadt Valencia im Osten des Landes kam ein Mensch ums Leben. Die Stadtverwaltung des Ortes Manises teilte auf X mit, das Feuer sei unter Kontrolle gebracht worden, es habe aber ein Todesopfer gegeben.

Zuletzt gab es in Spanien vorsichtige Anzeichen fĂŒr eine Entspannung der Lage. Weniger Wind, höhere Luftfeuchtigkeit und niedrigere Temperaturen hĂ€tten die Löscharbeiten begĂŒnstigt, teilte die Regierung mit. Die BrĂ€nde hĂ€tten sich in der Nacht weniger stark ausgebreitet und an IntensitĂ€t verloren.

Hitzewelle verschÀrft Waldbrandgefahr in Italien

Auch in Italien gibt es zahlreiche WaldbrĂ€nde. Besonders betroffen sind die Mittelmeerinsel Sizilien und die Region Kalabrien. Allein auf Sizilien wurden mehrere Dutzend Feuer gemeldet. Die Behörden befĂŒrchten eine VerschĂ€rfung der Lage durch eine neue Hitzewelle. Immer wieder werden die Flammen durch den aus Afrika kommenden Scirocco-Wind angefacht.

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