Kultur, Justiz

Adenauer wollte schon vor Spiegel-AffÀre gegen Magazin vorgehen

14.07.2023 - 13:50:59 | dts-nachrichtenagentur.de

Die Regierung von Kanzler Konrad Adenauer (CDU) erwog bereits 1954 - acht Jahre vor der sogenannten "Spiegel"-AffÀre - gegen das Hamburger Nachrichtenmagazin wegen Landesverrats vorzugehen.

Spiegel-Redaktionssitz - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur

Das zeigt eine geheime Aufzeichnung aus dem AuswĂ€rtigen Amt, die das Institut fĂŒr Zeitgeschichte im Auftrag des Amtes in einer Aktenedition nun veröffentlicht hat und ĂŒber die der "Spiegel" berichtet. Adenauer war bis 1955 auch Außenminister, und seine Beamten warfen dem "Spiegel" vor, in einem Artikel ĂŒber die Wiedervereinigung "an drei Stellen wörtliche AuszĂŒge aus zwei geheimen SchriftstĂŒcken" abgedruckt zu haben.

Der "Spiegel" hatte enthĂŒllt, dass Adenauer und die Westalliierten bei der Berliner Außenministerkonferenz gegenĂŒber den Sowjets auf Maximalpositionen bestanden und sich dabei ĂŒber einen Bundestagsbeschluss hinweggesetzt hatten. Allerdings zweifelten die Diplomaten daran, dass sich in Ermittlungen gegen die Redaktion Vorsatz nachweisen lasse. StaatssekretĂ€r Walter Hallstein hatte angewiesen, auf Maßnahmen zu verzichten, "die zu einem möglichen Misserfolg fĂŒhren können". So unterblieb eine Strafanzeige. Erst 1962 ging Adenauer massiv gegen das Blatt vor, was ihm eine Regierungskrise einbrachte und zum Ende seiner Kanzlerschaft 1963 beitrug.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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