Justiz, Geld

Justiz stellt mehr Geld aus Straftaten sicher

14.01.2025 - 05:15:36

Drogenhandel, GeldwÀsche, WirtschaftskriminalitÀt oder Betrug - Kriminelle verdienen damit oft viel Geld. Oft gelingt es ihnen, das beiseitezuschaffen. Doch Staatsanwaltschaften melden Erfolge.

Der Justiz gelingt es zunehmend kriminell erlangtes Vermögen fĂŒr die Staatskasse zurĂŒckzuholen. Im Jahr 2023 waren es ĂŒber 500 Millionen Euro und damit rund 50 Millionen mehr als im Vorjahr, wie der Deutsche Richterbund auf Basis von Angaben der Landesjustizministerien mitteilte. Im vergangenen Jahr wurden demnach in den ersten drei Quartalen bereits mehr als 500 Millionen Euro unrechtmĂ€ĂŸige Gewinne aus Straftaten zurĂŒckgeholt. 

«Weil die Vermögensabschöpfung an einer fĂŒr die organisierte KriminalitĂ€t empfindlichen Stelle ansetzt und damit besonders wirksam ist, gewinnt sie stetig an Bedeutung», sagte der BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Richterbundes, Sven Rebehn, der Deutschen Presse-Agentur. «Mit dem Zugriff auf die TatertrĂ€ge sendet der Rechtsstaat neben der Strafe das klare Signal, dass sich KriminalitĂ€t nicht lohnt.»

LÀnder wollen mehr Zugriffsmöglichkeiten 

Nach einer Umfrage der «Deutschen Richterzeitung», die der Richterbund herausgibt, hat die Strafjustiz in den vergangenen drei Jahren kriminell erlangtes Vermögen im Wert von etwa 1,5 Milliarden Euro eingezogen. Nicht in allen FĂ€llen lassen sich Vermögenswerte auffinden, die bei Straftaten wie Drogenhandel, GeldwĂ€sche, WirtschaftskriminalitĂ€t oder Betrug erzielt wurden. HĂ€ufig gelingt es Kriminellen, ReichtĂŒmer vor einer Verurteilung beiseitezuschaffen. 

Nach dem Willen der Justizminister soll der Staat mehr Zugriff auf Vermögen aus kriminellen Machenschaften bekommen. Eine Bund-LĂ€nder-Arbeitsgruppe unter der FederfĂŒhrung von Bremen hat konkrete VorschlĂ€ge fĂŒr eine GesetzesverschĂ€rfung erarbeitet, die im Bundesjustizministerium geprĂŒft werden sollten. 

2017 war die bis dahin wenig ĂŒbersichtliche bundesweite Rechtsgrundlage fĂŒr die Abschöpfung von Verbrechensgewinnen reformiert worden. Seitdem ist das Einziehen von sogenannten TatertrĂ€gen und die EntschĂ€digung von Tatopfern einfacher und umfassender möglich.

Berlin hat Immobilien beschlagnahmt 

Besonderes Aufsehen erregte bundesweit im Jahr 2018 ein Fall aus Berlin: Es wurden 77 Immobilien eines Clans beschlagnahmt, die laut Staatsanwaltschaft mit nicht legalem Geld aus kriminellen GeschÀften erworben wurden. RechtskrÀftig abgeschlossen sind die Verfahren laut Justizverwaltung bislang zwar erst in drei FÀllen. Im Mai 2025 steht demnach jedoch ein Prozess zu 60 weiteren dieser Immobilien an.

Der Begriff ClankriminalitÀt ist umstritten, weil er nach Ansicht von Kritikern Menschen mit Migrationshintergrund alleine aufgrund ihrer Familienzugehörigkeit und Herkunft stigmatisiert und diskriminiert.

@ dpa.de