Rettung in Laos stockt â Risiko fĂŒr Eingeschlossene zu hoch
30.05.2026 - 08:10:13 | dpa.deNach der erfolgreichen Rettung des ersten eingeschlossenen Goldsuchers in Laos wird es vermutlich vorerst keinen weiteren Bergungsversuch fĂŒr die ĂŒbrigen vier Eingeschlossenen geben. «Was gestern passiert ist, war ein echtes Wunder», sagte der australische Höhlentaucher Josh Richards, der die Mission vor Ort unterstĂŒtzt, der Deutschen Presse-Agentur.Â
Das Risiko fĂŒr weitere Bergungsversuche sei derzeit zu hoch, betonte er. Die Gefahren mĂŒssten zunĂ€chst eingedĂ€mmt werden, bevor Versuche gestartet werden könnten, die anderen MĂ€nner zu bergen.Â
Er selbst werde im Laufe des Tages in die Höhle steigen, um einen besonders engen und kaum passierbaren Tunnel zu vergröĂern. In einem Interview mit australischen Medien hatte er zuvor betont, er sei extra wegen seiner kleinen Statur fĂŒr diese Aufgabe angefordert worden.
«Leider kann ich weder Zeitrahmen noch Risiken abschĂ€tzen â wir gehen die Sache Tag fĂŒr Tag an, und die Lage Ă€ndert sich stĂ€ndig», sagte Richards der dpa. Die gröĂte Herausforderung sei ein 20 Meter langer, ĂŒberfluteter Gang, der die letzte Kammer - in der sich die Goldsucher befinden - mit dem Rest des Höhlensystems verbindet.Â
Fehlende Taucherfahrung und spitze Steine
Ein groĂes Problem: Die MĂ€nner haben keinerlei Taucherfahrung. Auch ist das Gestein vielerorts extrem spitz. Und die GĂ€nge sind so beengt, dass sie nur kriechend und Zentimeter fĂŒr Zentimeter passiert werden können.
Die Goldsucher waren vor rund zehn Tagen in der Höhle von Fluten und einem Erdrutsch ĂŒberrascht worden. Vorausgegangen war heftiger Monsunregen. Seither harren sie Hunderte Meter vom Eingang entfernt in einer engen Kammer aus.
Taucher sind «fix und fertig»
Auch seien die Einsatzteams mittlerweile völlig erschöpft, sagte Richards weiter. Speziell der bekannte finnische Höhlentaucher Mikko Paasi, der die Bergungsaktion am Freitag geleitet habe, sei «fix und fertig». Paasi war bereits 2018 maĂgeblich an der erfolgreichen Rettung einer Jugend-FuĂballmannschaft und ihres Trainers aus der Tham-Luang-Höhle in Thailand beteiligt.
Paasi schrieb in sozialen Medien: «Heute war ein guter Tag. Ein gerettetes Leben macht alle Anstrengungen wert. Vielen Dank an alle, die so hart fĂŒr unser gemeinsames Ziel gearbeitet haben.» Dazu stellte er ein Video, auf dem zu sehen ist, wie der gerettete Goldsucher namens Mued durch einen schmalen, mit braunem Wasser gefluteten Gang gefĂŒhrt wird.
«Wir lassen niemanden zurĂŒck»
Mehrere internationale Spezialisten aus verschiedenen LĂ€ndern unterstĂŒtzen seit Tagen die EinsatzkrĂ€fte vor Ort. Die thailĂ€ndische Rettungseinheit MTK bekrĂ€ftigte erneut in sozialen Netzwerken: «Wir werden niemanden zurĂŒcklassen.»
In der Nacht sei erneut Wasser aus der Höhle abgepumpt worden, teilte die laotische Rettungsorganisation Rescue Volunteer for People mit. Die MĂ€nner mĂŒssen teils durch vollstĂ€ndig ĂŒberflutete Passagen gefĂŒhrt werden.Â
Wettlauf gegen die Zeit
Im Laufe des Tages soll Berichten zufolge auch die Suche nach zwei noch vermissten MĂ€nnern weitergehen, bislang fehlt von ihnen jede Spur, obwohl ein groĂer Teil der Höhle bereits abgesucht wurde. Die Hoffnung, sie noch lebend zu finden, gilt als gering.
Die Zeit fĂŒr die Ăberlebenden drĂ€ngt: Mittlerweile haben sie auch gesundheitliche Probleme. So hĂ€tten einige Hautprobleme wegen der Feuchtigkeit und andere Magen- und Darmprobleme, sagte Kengkard Bongkawong aus dem thailĂ€ndischen Rettungsteam in einem Telefoninterview mit CNN.Â
Ein weiteres Problem ist Sauerstoffmangel: Die Luft in der Kammer und in den engen Tunneln ist Berichten zufolge sehr schlecht. Der gerettete Goldsucher wurde derweil am Freitagabend mit einem Krankenwagen abtransportiert. Als er aus dem Berg stieg, versicherte er aber: «Ich bin okay!»
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
