Studie, MĂ€nner

Studie: Mehr junge MÀnner sehen sich politisch «eher rechts»

15.10.2024 - 11:00:36 | dpa.de

Einen Rechtsruck unter Jugendlichen sehen die Forscher der neuen Shell-Jugendstudie explizit nicht. Allerdings machen sie unter mĂ€nnlichen Teenagern einen Trend aus. Die Sorgen seien groß.

Vor allem unter jungen MÀnnern beobachten die Forscher einen stÀrkeren Hang zu rechtem Gedankengut. (Symbolbild) - Foto: Carla Benkö/dpa
Vor allem unter jungen MÀnnern beobachten die Forscher einen stÀrkeren Hang zu rechtem Gedankengut. (Symbolbild) - Foto: Carla Benkö/dpa

Einer neuen Studie zufolge ist der Anteil junger MĂ€nner, die sich politisch «eher rechts» verorten, seit 2019 deutlich gestiegen. Demnach gaben bei einer Befragung Anfang 2024 ein Viertel aller mĂ€nnlichen Jugendlichen in Deutschland an, politisch «rechts» oder «eher rechts» zu stehen. Im Jahr 2019 lag der Anteil noch bei 16 Prozent - und damit unter einem FĂŒnftel. Bei jungen Frauen sei die Entwicklung mit einer leichten Steigerung von zehn auf elf Prozent im Vergleich zu 2019 dagegen eher stabil geblieben. Das geht aus der reprĂ€sentativen Shell-Jugendstudie hervor, die am Mittag in Berlin vorgestellt wurde. 

Befragt wurden nach Angaben des Energieunternehmens Shell, das die Studie in Auftrag gegeben hat, 2.509 Jugendliche zwischen zwölf und 25 Jahren nach ihren Einstellungen zu diversen Themen - unter anderem zu Familie, Freunden, politischen Einstellungen und aktuellen Konflikten in der Welt. Wissenschaftler der UniversitÀt Bielefeld und der PÀdagogischen Hochschule Vorarlberg werteten das Material in Zusammenarbeit mit dem demoskopischen Institut Verian aus. 

«Beachtlicher Anteil an verdrossenen Jugendlichen»

Die Befunde der Forscher sind angesichts der jĂŒngsten Wahlergebnisse bei den Landtagswahlen in drei ostdeutschen BundeslĂ€ndern und der Europawahl nicht ĂŒberraschend: Bei allen Wahlen war der Anteil junger Menschen, die sich fĂŒr die AfD entschieden, besonders hoch. In ThĂŒringen setzten laut Forschungsgruppe Wahlen 35 Prozent der Menschen zwischen 18 und 29 Jahren ihr Kreuz bei der in dem Land als rechtsextrem eingestuften Partei. 

Laut Studienautor Mathias Albert ist ein Teil der jungen Menschen besonders anfĂ€llig fĂŒr populistische Thesen. «Wir sehen einen beachtlichen Anteil an verdrossenen Jugendlichen, insgesamt rund zwölf Prozent der jungen Leute. Daneben gibt es einen erheblichen Anteil kritischer und unzufriedener Jugendlicher», sagte er.

Forscher sehen keinen pauschalen Rechtsruck

Einen pauschalen Rechtsruck unter jungen Leuten sehen er und sein Team aber nicht. Die Gesamtauswertung habe ergeben, dass sich Jugendliche im Mittel sogar «leicht links» verorten wĂŒrden, hieß es. AuffĂ€llig sei aber unter anderem, dass junge Menschen unabhĂ€ngig vom Geschlecht eine klarere Vorstellung zu ihren politischen Einstellungen hĂ€tten als noch vor fĂŒnf Jahren: WĂ€hrend 2019 noch etwa 17 Prozent der jungen MĂ€nner angaben, nicht zu wissen, wo sie politisch stĂŒnden, waren es 2024 nur noch acht Prozent, die zu dieser Frage «weiß nicht» angaben. Bei jungen Frauen war die Entwicklung Ă€hnlich. 

Insgesamt sei das Vertrauen in Staat und Demokratie aber «stabil», stellten die Forscher fest. Die heutige Generation habe es dennoch mit großen Sorgen zu tun. Die Weltpolitik habe «ihre Spuren hinterlassen». 80 Prozent der Teilnehmer gaben an, Angst vor einem Krieg in Europa zu haben. Ein ebenfalls großer Teil sorge sich um die wirtschaftliche Lage und eine möglicherweise wachsende Armut.

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