Baden-Württemberg, Deutschland

Hunderte retten sich vor Flammen in Kehler Großraum-Disco

29.03.2026 - 12:25:04 | dpa.de

Flammen schlagen nachts aus einem großen Club. Hunderte retten sich ins Freie. Nun muss geklärt werden, was den Brand ausgelöst haben könnte. Erinnerungen an das Inferno in Crans-Montana werden wach.

  • Noch ist völlig unklar, warum das Feuer ausbrechen konnte.  - Foto: Philipp von Ditfurth/dpa
    Noch ist völlig unklar, warum das Feuer ausbrechen konnte. - Foto: Philipp von Ditfurth/dpa
  • Die Feuerwehr löscht einen Brand in einem Club. Hunderte Feiernde retten sich ins Freie. - Foto: Philipp von Ditfurth/dpa
    Die Feuerwehr löscht einen Brand in einem Club. Hunderte Feiernde retten sich ins Freie. - Foto: Philipp von Ditfurth/dpa
  • Auch am Vormittag nach dem Feuer kämpfte die Feuerwehr gegen Glutnester. - Foto: Philipp von Ditfurth/dpa
    Auch am Vormittag nach dem Feuer kämpfte die Feuerwehr gegen Glutnester. - Foto: Philipp von Ditfurth/dpa
  • Der Club an der Grenze zu Frankreich ist komplett zerstört. - Foto: Philipp von Ditfurth/dpa
    Der Club an der Grenze zu Frankreich ist komplett zerstört. - Foto: Philipp von Ditfurth/dpa
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Es sind Bilder und Aussagen, die Erinnerungen wecken an das Silvester-Inferno von Crans-Montana: In den frühen Morgenstunden bricht in einer Großraum-Disco in Kehl, unweit der französischen Grenze, ein Feuer aus. Hunderte bringen sich rechtzeitig in Sicherheit, während sich hinter ihnen die Flammen durch den beliebten Club fressen und in den Nachthimmel schlagen. Niemand wird schwerer verletzt, aber die vor allem auch von jungen Franzosen besuchte Disco dürfte nach dem stundenlangen Brand vollkommen zerstört sein. 

«Wir tanzten gerade, als der Alarm ausgelöst wurde», berichtet ein Mädchen der Zeitung «Dernières Nouvelles d'Alsace». «Als wir uns in Richtung Ausgang begaben, sahen wir mehrere Mädchen, deren Haare in Flammen standen.»

Komplimente für Disco-Betreiber

Mit den Angaben der Polizei und der Feuerwehr deckt sich das nicht. Demnach wurden lediglich drei Menschen wegen «der Gesamtsituation» vom Rettungsdienst behandelt. Sie seien unverletzt geblieben, aber gestresst gewesen und deshalb behandelt worden, sagte eine Polizeisprecherin. Sie mussten nicht ins Krankenhaus gebracht werden.

«Als die Feuerwehr eintraf, stand die Disco schon im Vollbrand, aber es waren alle Gäste draußen und in Sicherheit», sagt Annette Lipowsky von der Stadtverwaltung Kehl. «Die Betreiber haben das echt gut gemacht.» 

Auch Betroffene aus dem elsässischen Hagenau sprechen von mehreren Durchsagen auf Deutsch, Französisch und Englisch, in denen die Gäste zur Evakuierung aufgefordert worden seien. «Sie haben uns beruhigt. Die Evakuierung verlief sehr schnell. Das Personal war da, um alle zu leiten», sagten sie laut der Tageszeitung «Dernières Nouvelles d'Alsace». Es habe keine Panik geherrscht. 

Feiernde aus dem nahen Straßburg

Am Morgen nach dem Großbrand liegt der einst beliebte Club in Trümmern, dichte Rauchschwaden dringen daraus hervor. Ein Bagger reißt Wände der Halle im Industriegebiet ein, damit die Feuerwehr besser an die Glutnester im Innern kommt. Erst wenn diese Arbeiten beendet sind, können die Brandermittler der Kripo in das Gebäude. 

Der Club befindet sich unweit der französischen Grenze im Ortenaukreis. In die Hip-Hop- und Afro-Musik-Disco kommen auch Gäste aus dem nahen Straßburg zum Feiern. Insgesamt bietet sie Platz für bis zu 1.500 Gäste mit 400 Sitzplätzen. Angrenzende Gebäude sind laut Polizei durch das Feuer nicht in Gefahr. 

Mindestens 80 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst waren in den frühen Morgenstunden ausgerückt, wie die Sprecherin der Polizei sagte. Etliche Zeugen seien befragt worden, um die bislang ungeklärte Brandursache zu ermitteln. Zur Schadenshöhe konnten noch keine Angaben gemacht werden.

Brand-Katastrophe von Crans-Montana

Das Feuer weckt Erinnerungen an das Silvester-Inferno von Crans-Montana, das noch immer die Öffentlichkeit und die Behörden in der Schweiz beschäftigt. Zum Jahreswechsel brach dort in einer Bar ein verheerender Brand aus, 41 Menschen kamen ums Leben und Dutzende wurden verletzt. Funkensprühende Partyfontänen hatten Schaumstoff an der Decke in Brand gesetzt.

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