Heimische Pflanzen fördern Insektenreichtum in StÀdten
22.08.2023 - 07:27:41Mehr naturnahe GrĂŒnflĂ€chen mit einheimischen Pflanzen zu schaffen, kann in stĂ€dtischen Gebieten die Vielfalt dort lebender Insekten deutlich erhöhen. Das bestĂ€tigt eine kleine Studie im australischen Melbourne, deren Ergebnisse im Fachjournal «Ecological Solutions and Evidence» vorgestellt werden.
Auf der untersuchten FlĂ€che wurde demnach ein siebenfacher Anstieg der Insektenarten binnen drei Jahren festgestellt. Die Analyse bestĂ€tige den ökologischen Nutzen von Projekten zur StadtbegrĂŒnung.
Anzahl und Vielfalt von Insekten nehmen vielerorts weltweit stark ab, im lĂ€ndlichen wie im stĂ€dtischen Raum. Das Forscherteam um Luis Mata von der University of Melbourne untersuchte nun fĂŒr ein 195 Quadratmeter kleines Areal in der dicht bebauten City von Melbourne, wie sich eine BegrĂŒnung mit verschiedenen einheimischen Pflanzen auf eine kleine urbane GrĂŒnflĂ€che auswirkt.
Deutlich mehr Insektenarten nach Umgestaltung
Mit einem speziellen Kescher fĂŒr Insekten wurden auf der FlĂ€che ĂŒber vier Jahre hinweg insgesamt 14 mal Insekten eingefangen und bestimmt. Bei den ZĂ€hlungen im ursprĂŒnglichen Zustand wurden in dem Areal nur wenige Insektenarten erfasst. Die FlĂ€che war zu diesem Zeitpunkt lediglich mit zwei BĂ€umen und Rasen bewachsen. Im Zuge der Studie wurde sie mit zwölf heimischen Pflanzenarten naturnah umgestaltet, zudem wurde die BodenqualitĂ€t gezielt verbessert.
Nach einem Jahr beherbergte der neu geschaffene Lebensraum fast fĂŒnfmal mehr Insektenarten als vor der Umgestaltung. Im dritten Jahr waren nur noch neun der angesiedelten Pflanzenarten ĂŒbrig, die FlĂ€che wurde jedoch von gut siebenmal mehr Insektenarten besiedelt als zu Beginn. Insgesamt wurden 94 Insektenarten identifiziert, darunter Ameisen, Bienen, Wanzen und KĂ€fer.
Arten erfĂŒllen verschiedene Funktionen
Die nachgewiesenen Arten erfĂŒllten verschiedene Funktionen, erklĂ€rte Mata. Manche seien wichtig fĂŒr das Recycling von NĂ€hrstoffen, andere bei Reptilien oder Vögeln als Beute sehr beliebt, andere wiederum hielten SchĂ€dlinge in Schach. So wie die Insekten von der Pflanzenvielfalt profitierten, profitiere diese wiederum von der Steigerung bei Vielfalt und Zahl dort lebender Insekten.
«Es hat sich gezeigt, dass die Einbindung der Natur in unsere StĂ€dte eine Vielzahl von Vorteilen mit sich bringt, die vom Wohlbefinden ĂŒber die Erhöhung der biologischen Vielfalt bis hin zur EindĂ€mmung des Klimawandels reichen», heiĂt es von der British Ecological Society zur Studie. Die aktuelle Analyse bestĂ€tige, dass schon kleine BegrĂŒnungsmaĂnahmen wie DachgĂ€rten oder Wildblumenwiesen dazu beitragen können, im urbanen Raum selten gewordene Insektenarten zurĂŒckzubringen, erklĂ€rt das Forschungsteam.
«Wir hoffen, dass unsere Studie als Katalysator fĂŒr einen neuen Weg dienen wird, um zu zeigen, wie stĂ€dtische BegrĂŒnung positive ökologische VerĂ€nderungen bewirken kann», so Mata. «Ich wĂŒrde mir wĂŒnschen, dass viel mehr stĂ€dtische GrĂŒnflĂ€chen in LebensrĂ€ume fĂŒr einheimische Arten umgewandelt werden.»


