Reisende, Hitze

48 Reisende sitzen stundenlang bei Hitze in Bahn fest

02.07.2025 - 10:16:05

Wegen eines technischen Defekts muss eine Nordwestbahn bei Elsfleth in Niedersachsen halten. Dutzende Reisende sitzen bei Hitze im Zug fest - bis Passagiere selbst den Notruf wÀhlen.

48 Bahnreisende der Nordwestbahn mussten am Dienstag zweieinhalb Stunden bei hohen Temperaturen in einem Zug mit kaputter Klimaanlage in Niedersachsen ausharren. Die Regionalbahn war aufgrund eines technischen Defekts auf einer EisenbahnbrĂŒcke zwischen Berne und Elsfleth in der Wesermarsch zum Stehen gekommen, wie ein Sprecher der Bundespolizei mitteilte. Zuvor hatte die «Nordwest-Zeitung» berichtet. 

Durch den technischen Defekt habe dann auch die Klimaanlage nur noch eingeschrĂ€nkt funktioniert, sodass es bei den hohen Temperaturen von mehr als 30 Grad fĂŒr die FahrgĂ€ste des Zuges schnell heiß wurde. Einige FahrgĂ€ste wĂ€hlten deshalb laut Bundespolizei nach rund zweieinhalb Stunden den Notruf.

Zwei Jugendliche mĂŒssen ins Krankenhaus

Daraufhin rĂŒckten Landes- und Bundespolizei, sowie neun Rettungswagen und vier NotĂ€rzte an, um zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk Nordenham die FahrgĂ€ste aus dem Zug zu befreien und anschließend zu versorgen. FĂŒnf Menschen wurden den Angaben zufolge vom Rettungsdienst wegen Kreislaufproblemen und Dehydrierung behandelt.

Ein 14- und ein 15-JÀhriger wurden deshalb in ein Krankenhaus gebracht. In diesem Zusammenhang sei eine Strafanzeige wegen fahrlÀssiger Körperverletzung erstattet worden, teilte ein Sprecher der Bundespolizei mit. Ermittlungen hierzu seien aufgenommen worden.

Unternehmen bittet um Entschuldigung

Die Nordwestbahn teilte auf Anfrage mit, den Vorfall «sehr ernst» zu nehmen und die Ursachen aufzuklĂ€ren. «Aufgrund einer Reihe infrastruktureller und technischer Störungen kam es gestern bedauerlicherweise zu einigen Verzögerungen», teilte ein Sprecher mit. Zu Details könne sich das Unternehmen aktuell noch nicht Ă€ußern. «Wir entschuldigen uns aufrichtig bei allen betroffenen FahrgĂ€sten fĂŒr die entstandenen Unannehmlichkeiten.»

@ dpa.de