BeschÀdigtes Hochhaus in Manhattan vorerst wieder stabil
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 14:04 Uhr, dpa.deNach AbsicherungsmaĂnahmen hat die Stadtverwaltung ein beschĂ€digtes Hochhaus mitten im dicht besiedelten New Yorker Stadtbezirk Manhattan zumindest vorerst wieder als stabil erklĂ€rt. «Ich kann sagen, dass das GebĂ€ude jetzt stabil ist», sagte der zustĂ€ndige BaubevollmĂ€chtigte der Stadt New York, Ahmed Tigani. «Wir glauben an den Notfallplan, den wir jetzt haben.»Â
Die Stabilisierungsarbeiten an dem GebĂ€ude gingen aber weiter und die Situation werde wohl mindestens noch ein paar Tage angespannt bleiben. Ob die Gefahr eines befĂŒrchteten Teileinsturzes des Hochhauses vollstĂ€ndig gebannt sei, sagte Tigani nicht. Die AbsperrmaĂnahmen rund um das GebĂ€ude hĂ€tten aber deutlich verringert werden können.Â
StĂŒtzen eingeknickt, Risse, absackende Decken
Zuvor hatte BĂŒrgermeister Zohran Mamdani auf einer Pressekonferenz gesagt, dass zwei tragende StĂŒtzen eingeknickt seien und mehrere Risse und absackende Decken festgestellt wurden. Messungen hatten ergeben, dass sich das GebĂ€ude bewegt. SpĂ€ter sei das dann nicht mehr der Fall gewesen, hatte die Stadtverwaltung erklĂ€rt - deshalb konnten temporĂ€re StĂŒtzen zur Sicherung des GebĂ€udes angebracht werden.
Der 37-stöckige GebĂ€udekomplex an der 42. StraĂe im Stadtteil Midtown wurde weitrĂ€umig abgesperrt, mit Feuerwehrdrohnen untersucht und mittels GerĂ€ten kontrolliert, die Verschiebungen im Zentimeterbereich aufzeichnen können, wie die Feuerwehr mitteilte. Weil es sich um einen Stahlrahmenbau handele, sei kein vollstĂ€ndiger, sondern allenfalls ein lokaler Einsturz zu erwarten. «Dennoch bleibt genau das unsere Sorge», sagte ein Feuerwehrbeamter. Die Lage sei «sehr ernst».
Verbogene StĂŒtzstreben im 21. Stockwerk
Das Problem mit der Statik betrifft maĂgeblich das 21. Stockwerk des Hochhauses. Auf Bildern aus dem Inneren des GebĂ€udes sind ein eingeknickter StĂŒtzpfeiler und verbogene Metallstreben zu sehen. Laut der «New York Times» machten Arbeiter die Aufnahmen, bevor das GebĂ€ude evakuiert wurde.
Nach einer spĂ€teren Begehung mit Bauexperten gab die Stadtverwaltung am Abend die EinschĂ€tzung ab, dass die Situation «gleichbleibend, stabil und sicher sei». Auch zur Ursache des Vorfalls könne man sich vor den ausstehenden Untersuchungen nicht Ă€uĂern.
Rekordprojekt mit Statikproblemen
Das frĂŒhere Hauptquartier des Pharmakonzerns Pfizer befindet sich derzeit im Umbau - aus frĂŒheren BĂŒros sollen mehr als 1.600 Wohnungen werden. Laut den Architekten handelt es sich um das gröĂte derartige Umwandlungsprojekt in der Geschichte der Stadt, die Arbeiten sollten 2027 abgeschlossen werden.
Der Projektentwickler wies jede Verantwortung von sich und sprach von einem «typischen Konstruktionsfehler» des in den 1960er Jahren errichteten GebÀudes. Wahrscheinlich seien die eingeknickten StahltrÀger nicht oder nicht ausreichend verstÀrkt worden, sagte er der «New York Times». Von Einsturzgefahr könne keine Rede sein, die Zwischendecken seien wohl nur um zehn Zentimeter abgesackt. Das von der Stadtverwaltung genehmigte Projekt sei an sich «perfekt», die Fertigstellung werde sich bloà um ein paar Wochen verzögern.
Hotels und Schule evakuiert
Die Feuerwehr hatte kurz vor 8 Uhr morgens Ortszeit einen Anruf wegen herabfallender Ziegelsteine erhalten, wie Lillian Bonsignore erzĂ€hlte, die Leiterin der New Yorker Berufsfeuerwehr. Die EinsatzkrĂ€fte erklĂ€rten die umliegende Gegend daraufhin zur Sperrzone, mehrere GebĂ€ude wurden evakuiert. Auch zwei Hotels und eine Schule mit Hunderten SchĂŒlern mussten laut Medienberichten gerĂ€umt werden. Alle New Yorker waren aufgerufen, die Zone zwischen dem berĂŒhmten Chrysler Building und dem Hauptquartier der Vereinten Nationen weitestgehend zu meiden.
Die Gegend rund um das betroffene GebÀude ist eine der betriebsamsten der Millionenmetropole: Tausende Menschen wohnen und arbeiten hier, hinzu kommen unzÀhlige Touristen und zig Pendler, die den nahegelegenen Bahnhof Grand Central als Verkehrsknotenpunkt nutzen.
