Erdbebentote in Venezuela mehr als 1.900 - 10.000 vermisst
30.06.2026 - 20:19:48 | dpa.deNach den Erdbeben in Venezuela ist die Zahl der Toten auf mindestens 1.943 gestiegen. Das teilte der PrĂ€sident der Nationalversammlung Jorge RodrĂguez mit. Verletzt wurden demnach mehr als 10.500 Menschen. In der schwer betroffenen Region La Guaira fehlt von rund 10.000 Menschen noch jede Spur.
In nur zwei StĂ€dten von La Guaira - Catia La Mar und Caraballeda - hĂ€tten sich nach SchĂ€tzungen der Behörden zum Zeitpunkt der Erdbeben der StĂ€rke 7,2 und 7,5 am örtlichen Mittwochabend rund 30.000 Menschen befunden. Davon hĂ€tten sich rund 13.500 selbst in Sicherheit bringen können und rund 6.400 weitere seien in den Tagen danach von RettungskrĂ€ften gerettet worden, sagte RodrĂguez. Zu den fehlenden 10.000 Menschen machte er keine Angaben.
Kaum noch Hoffnung auf Ăberlebende
Knapp eine Woche nach den Beben schwindet die Hoffnung auf die Bergung von Ăberlebenden. Rund 855 GebĂ€ude wurden vollstĂ€ndig zerstört oder schwer beschĂ€digt. EinsatzkrĂ€fte aus Venezuela und zahlreichen anderen Staaten suchen weiter unter eingestĂŒrzten GebĂ€uden nach VerschĂŒtteten. Nach einer Modellrechnung der US-Erdbebenwarte USGS könnte die Zahl der Toten in die Zehntausende gehen.
Venezuela befand sich vor den Erdbeben ohnehin schon in einer schwierigen Lage. Seit Jahren leidet das Land unter politischen Spannungen, wirtschaftlichen Problemen und einer der gröĂten Migrationskrisen der Welt. Im Januar fĂŒhrte Washington einen MilitĂ€reinsatz im Land durch, bei dem der autoritĂ€re Machthaber NicolĂĄs Maduro gefangen genommen wurde. Die derzeitige Staatschefin Delcy RodrĂguez war VizeprĂ€sidentin in der Maduro-Regierung.
