ROUNDUP, Trumps

Trumps Machtkampf mit der Fed - Muss die VorstÀndin gehen?

26.08.2025 - 17:19:07 | dpa.de

(aktualisierte Fassung)WASHINGTON - US-PrÀsident Donald Trump eskaliert im Machtkampf mit der US-Notenbank Federal Reserve (Fed).

(aktualisierte Fassung)

WASHINGTON (dpa-AFX) - US-PrĂ€sident Donald Trump eskaliert im Machtkampf mit der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Der Republikaner geht einen Ă€ußert ungewöhnlichen Schritt - er greift in die Personalpolitik des unabhĂ€ngigen Vorstands ein. Fed-Vorstandsmitglied Lisa Cook werde mit sofortiger Wirkung aus ihrem Amt entlassen, kĂŒndigte der Republikaner auf seiner Plattform Truth Social an. Die Ökonomin wehrt sich dagegen: Trump sei ĂŒberhaupt nicht befugt dazu.

Die US-Notenbank hat weltweit eine große Bedeutung. Die Zentralbank der Vereinigten Staaten setzt sich zum Ziel, zur FinanzstabilitĂ€t der USA beizutragen. Die Fed legt etwa ZinssĂ€tze fest, was einen großen Einfluss auf Kreditkosten hat. Die Auswirkungen sind auch in Deutschland zu spĂŒren - beim Wirtschaftswachstum und auf den FinanzmĂ€rkten im Euroraum.

Die Frage nach UnabhÀngigkeit

Bei dem Streit zwischen Trump und der Fed geht es auch um die Frage, wie unabhĂ€ngig die Bank agieren kann und wie viele Versuche eine Regierung unternimmt, Einfluss zu nehmen. Investoren bangen um die UnabhĂ€ngigkeit. Nach Trumps AnkĂŒndigung, Cook mit sofortiger Wirkung aus ihrem Amt zu entlassen, gaben die AktienmĂ€rkte nach, wĂ€hrend Investoren sichere HĂ€fen wie Gold suchten.

Warnschuss an Powell?

Trump hat eigentlich schon seit langem eine ganz andere Person der Fed auf dem Kieker: Immer wieder beleidigte er Fed-Chef Jerome Powell und setzte ihn unter Dauerdruck, die Zinsen zu senken. Der US-PrÀsident brachte es auf die Formel, dass sich Amerikaner wegen Powells Kurs kein Eigenheim mehr finanzieren können. Es ist ein Kampf um das Narrativ entbrannt. Powell hielt dem bislang stand.

In Reaktion auf die verwehrten Zinssenkungen forderte Trump immer wieder Powells RĂŒcktritt - obwohl weiter unklar ist, ob er ihn tatsĂ€chlich feuern darf. Rechtlich ist nicht abschließend geprĂŒft, ob ein PrĂ€sident den Notenbankchef entlassen darf. Dass Trump jetzt auf eine Kollegin Powells im Fed-Vorstand abzielt, könnte der Notenbankchef auch als einen Warnschuss in seine Richtung verstehen.

Powell schwenkt um

Angesichts von SchwĂ€chen auf dem Arbeitsmarkt und einer moderateren Inflation hielt Powell jĂŒngst Zinssenkungen mittlerweile fĂŒr angemessen. Zum einen habe sich der Arbeitsmarkt deutlich abgeschwĂ€cht und berge dadurch AbwĂ€rtsrisiken, hatte er vor Tagen gesagt. Zugleich sei die Inflation weitgehend unter Kontrolle. Einen konkreten Zeitpunkt fĂŒr eine etwaige Zinssenkung nannte Powell wie ĂŒblich nicht, sie scheint im September nun möglich.

Zinssenkungen kurbeln in der Regel die Wirtschaft an, da sich Firmen und Haushalte dann gĂŒnstiger Geld leihen können. Zudem wĂ€ren sinkende Zinsen fĂŒr die USA vorteilhaft, um die steigende Staatsverschuldung zu stemmen. Nach Ansicht von Ökonomen könnten Zinssenkungen aber die Inflation anheizen - auch, weil die Folgen der Zollpolitik Trumps nicht absehbar sind.

Trumps BegrĂŒndung

Als Grund fĂŒr seine Aktion gegen Fed-VorstĂ€ndin Cook nannte der US-PrĂ€sident in seinem Brief an die Ökonomin, dass es hinreichende GrĂŒnde zu der Annahme gebe, dass sie in einem oder mehreren HypothekenvertrĂ€gen falsche Angaben gemacht habe. Die Deutsche Presse-Agentur fragte bei der Fed um ein Statement an, das mit Stand spĂ€ter Dienstagvormittag (Ortszeit) zunĂ€chst ausblieb.

Ein PrĂ€sident kann per Gesetz Zentralbank-Gouverneure nur entlassen, wenn es hinreichende GrĂŒnde gibt. Cook machte deutlich, dass sie um ihren Posten kĂ€mpfen will. "Der PrĂ€sident gab an, mich "mit GrĂŒnden" zu feuern, wĂ€hrend rechtlich keine GrĂŒnde existieren - und er keine Vollmachten hat, dies zu tun", hieß es in einer Stellungnahme ihrer Anwaltsfirma, die unter anderem der Finanzdienst Bloomberg und die Website "Axios" verbreiteten. Sie werde weiter ihr Amt ausĂŒben. Vor Gericht kann Cook die Wiederherstellung ihres Mandats beantragen.

Trump hatte den Schritt angedeutet

Schon vor Tagen hatte sich angedeutet, dass der US-PrĂ€sident Cook loswerden will. Auf eine Frage eines Journalisten, ob er sie feuern werde, hatte er gesagt: "Ja, ich werde sie feuern, wenn sie nicht zurĂŒcktritt." Cook war zuletzt in die Schlagzeilen wegen VorwĂŒrfen ĂŒber UnregelmĂ€ĂŸigkeiten bei der Aufnahme von Krediten fĂŒr Immobilien geraten. Der Chef der staatlichen HĂ€userfinanzierungsbehörde hatte sich in einem Brief an US-Justizministerin Pam Bondi gewandt und die VorwĂŒrfe darin thematisiert. Es ging unter anderem um angeblich inkorrekte Angaben zu ihrem Wohnsitz.

Trumps US-Handelsminister Howard Lutnick sagte dem TV-Sender CNBC: Wenn Cook Hypothekenbetrug begangen habe, solle sie gehen. Sie verdiene es dann nicht, dort zu sein.

Cooks Amtszeit eigentlich bis 2038

Die Ökonomin ist seit Mai 2022 Mitglied des Fed-Vorstands. Dieser besteht insgesamt aus sieben Mitgliedern. Cooks Amtszeit lĂ€uft nach Fed-Angaben eigentlich bis zum 31. Januar 2038. Vor ihrer Berufung war sie unter anderem als Professorin fĂŒr Wirtschaftswissenschaften und Internationale Beziehungen an der Michigan State UniversitĂ€t tĂ€tig.

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