Aufsteh-Test, Sterblichkeit

Aufsteh-Test bei über 65-Jährigen: 59% weniger Sterblichkeit

Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 02:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Studie mit 13.423 älteren Menschen verknüpft Mobilitätstests mit dem Sterberisiko und zeigt Vorteile von Bewegung sowie Vorsorge.

Mobilitätstests zeigen Sterberisiko bei Menschen über 65
Ein minimalistischer, lichtdurchfluteter Fitnessraum mit einem leeren Holzstuhl in der Mitte als Symbol für Gesundheitsprävention. Illustration mit AI erstellt.

Einfache Mobilitätstests bei Menschen über 65 Jahren geben präzise Aufschlüsse über das individuelle Sterberisiko. Wie eine in der Fachzeitschrift JAMA Network Open veröffentlichte Studie zeigt, korrelieren physische Leistungen beim Aufstehen und Gehen unmittelbar mit der Lebenserwartung.

Die Untersuchung unterstreicht die Bedeutung der körperlichen Verfassung für die Gesundheitsprävention, insbesondere vor dem Hintergrund einer alternden Erwerbsbevölkerung und steigender Anforderungen an das betriebliche Gesundheitsmanagement.

Mobilität als Indikator für Lebenserwartung

In der großangelegten Untersuchung wurden Daten von 13.423 Personen in Taiwan mit einem Durchschnittsalter von 72,9 Jahren ausgewertet. Wie am 2. September 2026 berichtet wurde, zeigen die Ergebnisse deutliche Diskrepanzen im Sterberisiko zwischen den fittesten und den am wenigsten mobilen Teilnehmern.

Ein Vergleich der besten 20 Prozent mit den schlechtesten 20 Prozent ergab beim sogenannten Aufsteh-und-Geh-Test ein um 59 Prozent geringeres relatives Sterberisiko.

Weitere spezifische Tests bestätigten diesen Trend: Beim Einbeinstand lag das Risiko um 50 Prozent niedriger, während das einfache Aufstehen vom Stuhl eine Reduktion um 45 Prozent markierte. In der Kombination verschiedener Mobilitätsfaktoren sank das relative Sterberisiko sogar um 61 Prozent. Von der Gesamtzahl der Probanden starben im Beobachtungszeitraum 1.631 Personen, was einem Anteil von 12,2 Prozent entspricht.

Präventionsdefizite in der Bevölkerung

Trotz der belegten Vorteile körperlicher Aktivität erreichen viele Erwachsene die notwendigen Bewegungsumfänge nicht. Laut Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Anfang September erfüllen in Deutschland lediglich 26,3 Prozent der Erwachsenen die kombinierten Empfehlungen für Ausdauer- und Muskelkräftigung. Dabei weisen Fachleute darauf hin, dass gezieltes Training erhebliche Effekte erzielt.

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Ein aktueller Cochrane-Review, der auf 39 Studien mit über 7.900 älteren Erwachsenen basiert, belegt, dass Balance- und funktionelles Training die Sturzrate um 24 Prozent senkt.

Die Relevanz präventiver Maßnahmen wird zudem durch Analysen der Assmann-Stiftung verdeutlicht. Bei 17,5 Prozent der Männer und 13,2 Prozent der Frauen liegt das biologische Herzalter mindestens fünf Jahre über dem tatsächlichen Lebensalter.

Als Hauptursachen für diese beschleunigte Alterung des Herz-Kreislauf-Systems wurden Adipositas, Rauchen, Diabetes sowie hohe LDL-Werte identifiziert. Bei Personen mit erhöhtem Herzalter lagen die LDL-Werte im Schnitt bei 191 mg/dl (Männer) beziehungsweise 197 mg/dl (Frauen).

Wirksamkeit von Alltagsbewegung und medizinischer Vorsorge

Neben strukturiertem Training bietet bereits die Integration von Bewegung in den Alltag erhebliche Schutzfaktoren. Eine Meta-Analyse des Norfolk & Norwich University Hospital, die rund 480.000 Personen über einen Zeitraum von durchschnittlich 14 Jahren begleitete, zeigt die Wirkung von regelmäßigem Treppensteigen.

Das Risiko für einen Herz-Kreislauf-Tod sinkt dadurch um 39 Prozent, das allgemeine Sterberisiko um 24 Prozent. Ein besonders hoher Nutzen wird bereits bei sechs Treppenabsätzen pro Tag vermutet.

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Auch bei bestehenden Erkrankungen wie Vorhofflimmern zeigt Sport Wirkung. Die Anfang September vorgestellte NEXAF-Studie belegt, dass ein einjähriges Sportprogramm die Vorhofflimmerlast von 7,1 Prozent auf 3,9 Prozent senken kann. Dies entspricht einer relativen Reduktion von 45 Prozent.

Die Zahl der Krankenhausaufnahmen aufgrund dieser Diagnose verringerte sich um 46 Prozent, wenngleich sich kein signifikanter Unterschied in der subjektiv wahrgenommenen Lebensqualität zeigte.

Im Bereich der medikamentösen Prävention lieferte eine Studie im New England Journal of Medicine (NEJM) neue Erkenntnisse für die Altersgruppe ab 70 Jahren. Bei australischen Senioren ohne Vorerkrankungen senkte die Gabe von 40 mg Atorvastatin schwere kardiovaskuläre Ereignisse innerhalb von sechs Jahren von 8,3 Prozent auf 6,0 Prozent. Ein Nutzen hinsichtlich Demenz oder physischer Einschränkungen konnte jedoch nicht nachgewiesen werden.

Akzeptanz digitaler Gesundheitsanwendungen

Das Bewusstsein für die eigene Fitness scheint indes zu wachsen. Eine Umfrage in Österreich unter rund 1.000 Personen ergab im August 2026, dass 51 Prozent der Befragten Wearables oder Gesundheits-Apps nutzen. Fast die Hälfte der Nutzer gibt an, dadurch ihre Gewohnheiten geändert zu haben.

Besonders hoch ist die Akzeptanz in der Generation Z mit 67 Prozent. Diese Altersgruppe investiert zudem monatlich durchschnittlich 90 Euro in ihre Fitness, während der Gesamtdurchschnitt bei 65 Euro liegt. Am häufigsten werden dabei die Schrittzahl (75 Prozent), der Puls (61 Prozent) und der Kalorienverbrauch (47 Prozent) überwacht.

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